Stadtrat Rheinbach beschäftigte sich mit Finanzen
Abwassergebühren werden im kommenden Jahr deutlich steigen
Auch die Friedhofsgebühren werden teurer – Städtisches Wasserwerk im vergangenen Jahr mit kleinem Gewinn und im kommenden Jahr mit größerem Verlust
Rheinbach. Mit einem Jahresgewinn von 221.000 Euro schließt der Eigenbetrieb Wasserwerk der Stadt Rheinbach das Jahr 2015 ab. Das stellte der Stadtrat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung fest. Von diesem Gewinn werden zunächst 162.000 Euro als Eigenkapitalverzinsung an die Stadt abgeführt, die restlichen 59.000 Euro fließen in den Bilanzgewinn, der dann insgesamt 1,2 Millionen Euro beträgt. Einstimmig beschlossen wurde auch der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2017 sowie die Finanzplanung bis 2020. Der Etat für 2017 schließt bei einem Gesamtvolumen von drei Millionen Euro mit einem geplanten Verlust von 60.000 Euro ab, wobei die zu zahlende Eigenkapitalverzinsung an den städtischen Haushalt noch nicht einmal berücksichtigt ist. Betriebsleiter und Kämmerer Walter Kohlosser machte klar: sollte sich der geplante Verlust tatsächlich in dieser Höhe einstellen, so sei für die Folgejahre eine Gebührenanpassung unumgänglich, wenn die Inanspruchnahme des Gewinnvortrages vermieden werden soll.
Hauptrohrnetz wird erweitert und erneuert
Das Hauptrohrnetz ist insgesamt 193 Kilometer lang und schließt 8.038 Häuser an. Die vier stadteigenen Hochbehälter haben ein Speichervolumen von 4.900 Kubikmeter, hinzu kommt noch der Hochbehälter Tomberg mit 5.000 Kubikmetern Inhalt, der aber dem Wahnbachtalsperrenverband gehört. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr etwa 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht, im Durchschnitt waren das 48,2 Kubikmeter pro Einwohner. Im kommenden Jahr soll das Hauptrohrnetz um das Gewerbegebiet Nord III am „Wolbersacker“ für rund 200.000 Euro erweitert werden, außerdem schlagen Erneuerungen in der Rheinbacher Turmstraße im Zuge der Straßensanierung für 150.000 Euro zu Buche. Die teilweise Erneuerung der Transportleitung zwischen Todenfeld und Hilberath wird mit 100.000 Euro veranschlagt. Der Stadtrat bestätigte auch einstimmig die schon vom Haupt- und Finanzausschuss auf den Weg gebrachte deutliche Erhöhung der Abwassergebühren. Demnach wird die Schmutzwassergebühr von 3,02 auf 3,33 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser erhöht, zugleich wird der Gebührensatz für Oberflächenwasser von 1,29 auf 1,61 Euro pro Quadratmeter gewichteter Grundstücksfläche angehoben.
Für den Vier-Personen- Haushalt wird es teurer
Für einen typischen Vier-Personen-Haushalt hat das zur Folge, dass er anstatt bisher 759 Euro künftig 860 Euro und damit 13,3 Prozent mehr als noch 2016 berappen muss. Dennoch seien die Abwassergebühren in Rheinbach im Vergleich zu den Belastungen der anderen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises nach wie vor vergleichsweise günstig, so Bürgermeister Stefan Raetz. In Neunkirchen-Seelscheid etwa müsste der gleiche Vier-Personen-Haushalt knapp 1.300 Euro pro Jahr blechen, in Much und Siegburg fast 1.200 Euro.
Der Kreisdurchschnitt liegt bei 911 Euro. Grund für die deutliche Erhöhung sei das ziemlich marode Kanalnetz, das nun nach und nach saniert werden müsse. Dafür hatte der Stadtrat bereits vor Jahren ein Abwasserbeseitigungskonzept beschlossen, der Bezirksregierung Köln war der geplante Ablauf jedoch zu langsam, sie fordert eine deutlich schnellere Umsetzung der Kanalsanierung als bisher vorgesehen.
Das hat zur Folge, dass der Aufwand für die Unterhaltung der Kanäle 2017 um 1,73 Millionen Euro gegenüber 2016 erhöht werden musste, was einen wesentlichen Einfluss auf die Gebührenentwicklung habe. Hätte man für die Unterhaltung nur so viel ausgegeben wie 2016, nämlich eine Million Euro, so ergäbe sich sogar eine Gebührensatz-Senkung.
Abwasserkanäle müssen saniert werden
Auch in den nächsten fünf Jahren sollen jährlich rund 2,7 Millionen Euro für die Sanierung der Abwasserkanäle ausgegeben werden.
Da diese Kostenposition somit konstant bleibe, seien ab 2018 immerhin keine erheblichen Anstiege der Gebührensätze mehr zu erwarten.
Auf den trage der erhöhte Abwasserbeitrag zu Verbesserungen beim Umweltschutz bei.
Zudem gebe es berechtigte Hoffnungen, dass nach Abschluss des Abwasserbeseitigungskonzeptes die Kanalsanierungskosten wieder auf einen Schlag deutlich sinken, was für die Zukunft auf günstigere Gebührensätze hoffen lasse. Teurer werden auch die Friedhofsgebühren, das Beschluss der Stadtrat einstimmig.
So kostet ein Bestattungsvorgang für ein Wahlsarggrab künftig 3.746 Euro und somit 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Sogar 6,4 Prozent mehr kostet der Bestattungsvorgang für ein Wahlurnengrab im Grabfeld, hier sind künftig 1.872 Euro zu bezahlen.
Nur leicht um 0,5 Prozent stieg hingegen der Bestattungsvorgang für ein Wahlurnengrab in einer Mauernische auf 2.873 Euro. Damit hat Rheinbach mit die höchsten Gebührensätze im ganzen Rhein-Sieg-Kreis.
JOST
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