Politik | 09.03.2016

Stellungnahme der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der FWG St. Katharinen

Aktueller Haushalt 2016

St. Katharinen. Erfreulicherweise sind die Steuereinnahmen aus 2015 deutlich höher ausgefallen als im Haushalt 2015 angenommen. Es bestehen wohl auch Chancen, dass sich die Steuereinnahmen auf diesem Niveau halten, so die Verwaltung der Verbandsgemeinde Linz. Doch kann hier von einer gesicherten Entwicklung gesprochen werden? Die FWG St. Katharinen bleibt skeptisch.

Reserven bilden

Daher ist es aus Sicht der FWG St. Katharinen wichtig, Reserven zu bilden, um die derzeit hohe Verschuldung der Gemeinde reduzieren zu können. Auch wenn die aktuell aufgenommenen Kredite, aufgrund der Vertragslage der Kreditverträge nicht vorfällig getilgt werden können, können Reserven gebildet werden, die in kommenden schlechten Zeiten, die Handlungsspielräume der Gemeinde sichern und das ‚Hereinreden‘ der Aufsichtsbehörden, so wie es im letzten Jahr erfolgte, zu vermeiden. Nur durch Kürzungen des Haushaltes wurde dieser im vergangenen Jahr durch die Aufsichtsbehörde genehmigt und somit die Ausgaben für Gemeinderat und Verwaltung freigegeben.

Sollten, was der FWG derzeit nicht bekannt ist, die hohen Steuereinnahmen auch weiterhin erwartet werden können, wäre es trotzdem sinnvoll, einen Teil der erhöhten Steuereinnahmen in nachhaltige Projekte der Gemeinde eingesetzt werden.

Der Bau der Schießanlage innerhalb der bestehenden Mehrzweckhalle, die mit 300.000 Euro im Haushalt hinterlegt ist, gehört nach Ansicht der FWG St. Katharinen jedoch nicht zu derartigen Projekten. Hiervon hätte nur eine verschwindende Minderheit der Gemeinde etwas. Ob eine Zentralisierung der Schützenvereine auf die Mehrzweckhalle von allen Vereinen und deren aktiven Mitgliedern gewünscht ist, ist aus Sicht der FWG offen. Die bislang von der Gemeinde geförderten Anlagen in den Ortsteilen müssten aufgegeben werden, denn für beides stehen der Gemeinde sicherlich langfristig nicht ausreichend Mittel zur Verfügung.

Demgegenüber ist der geplante Bau der Außenanlage um die Mehrzweckhalle für deutlich mehr Bürger von Interesse, die dann ohne dreckige Schuhe dort spazieren gehen können, sich auf Bänken zum Plausch treffen und der Dorfmittelpunkt gestärkt wird. Doch auch hier könnte mit einer aktiven Beteiligung der Bürger (zum Beispiel mittels der Vorschläge aus der Befragung der Dorferneuerung) oder durch aktives Mitwirken bei der Ausgestaltung des Vorplatzes ein kostengünstiges Projekt umgesetzt werden, so wie dies zum Beispiel in der Gemeinde Kasbach-Ohlenberg und der Rentnergilde der Verbandsgemeinde, bereits seit Jahren Tradition ist.

Seit Jahren ist dem Gemeinderat bekannt, dass der Bauhof eine angemessene ‚Heimat‘ finden sollte, für einen angemessenen Aufenthaltsort der Mitarbeiter und deren Arbeitsgeräte. Es besteht seit geraumer Zeit Konsens im Gemeinderat, dass hier etwas geschehen muss und der unerwartete Geldsegen könnte für den Bau eines modernen Bauhofes genutzt werden.

Schnelles Internet vorantreiben

Der Geldsegen könnte auch für eine verbesserte Telekommunikationsinfrastruktur, schnelleres Internet sorgen, und dies auch im Verbund aller Gemeinden der Verbandsgemeinde. Es ist schon jetzt erkennbar, dass Gemeinden, die nicht über eine solche Infrastruktur verfügen, in sehr naher Zukunft nicht mehr attraktiv für mittelständische und große Unternehmen sein werden, aber auch junge Familien und kleine Agenturen oder ähnliche Unternehmen, die für Arbeitsplätze und eine breite Basis und kontinuierlichen Steuereinnahmen sorgen können, werden ihren Wohn- und Arbeitsort unter anderem nach der Verfügbarkeit von Breitbandkommunikation auswählen.

Die FWG St. Katharinen gibt an dieser Stelle zu bedenken, dass die ‚Home Office Kultur‘ sich kontinuierlich verbreitet und Menschen mit ausreichender Telekommunikationsinfrastruktur von zuhause arbeiten können und somit das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Familie besser gewichten können. Eine Stagnation oder Schwund von Einwohnern kann die Folge sein, wie dies bereits in anderen Gemeinden, zum Beispiel fern ab der Rheinschiene, bereits bittere Realität ist. Sinkende Einwohnerzahlen und sinkende Immobilienpreise sind dabei ein deutlicher Hinweis einer solchen Entwicklung, wenn eine Gemeinde dem derzeitigen Trend, hin zu den Ballungszentren und großen Städten, nicht aktiv entgegenwirken.

Vorschläge der FWG

All die vorstehend benannten Projekte, die teils bereits im Haushalt eingestellt sind, kämen einer breiten Mehrheit der Einwohner zu Gute:

Durch einen zügigen Abbau von Schulden beziehungsweise Bildung von Rücklagen und der damit einhergehenden Chance für die Gemeinde, mittel- und langfristig eigenständige, unabhängige Investitionsentscheidungen treffen zu können.

Durch einen reibungslos funktionierenden Bauhof mit einer verbesserter Arbeitsgrundlage.

Durch ein flächendeckendes breitbandiges Internet wird die Attraktivität der Gemeinde für Unternehmen aller Größen und junge Familien erhöht, die auf ein breitbandiges Internet für ihre Geschäftstätigkeit und ihren privaten Gebrauch vertrauen können.

Vor diesem Hintergrund fordert die FWG eine Analyse der strukturellen Hintergründe der erhöhten Steuereinnahmen, sodass Entscheidungen über die Verwendung der Steuereinnahmen auf einem soliden Hintergrundwissen diskutiert und entschieden werden können.

Weiterhin sollten Investitionen im Hinblick auf Nachhaltigkeit und breitem öffentlichen Interesse getroffen werden, ohne die Gemeinde weiterhin mit dem derzeit hohen Schuldenstand zu belasten.

Nach Auffassung der FWG, sollte der aktuelle Haushalt 2016 und die in diesem Haushalt eingestellten größeren Investitions-Projekte nochmals geprüft und überdacht werden müssen.

Pressemitteilung der

FWG St. Katharinen

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Kirmes in Polch
Kirmes Löhndorf
Stellenanzeige Auszubildung zum/zur Umwelttechnologen/in
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Kooperationsgeschäft
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die Helfermannschaft mit dem neuen Spielhaus auf dem Hof der KiTa Immendorf. Foto: SCH
9

Verein Abenteuer Helfen e.V. erledigte einige Renovierungsarbeiten im Kindergarten St. Christophorus Immendorf und baute für die Kinder eine neue Spielhütte auf

Freizeit ist Helferzeit

Koblenz-Immendorf. Der Verein Abenteuer Helfen e.V. hat sich zur Aufgabe gestellt, mit kleinen und großen Aktionen zum Beispiel Kindertagesstätten, Jugendzentren, Tierheimen und Gnadenbrothöfen praktische Hilfe zu leisten. Hierbei ist das Ziel, organisatorische und handwerkliche Probleme für soziale Einrichtungen zu lösen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
32

Nach mehreren Fällen von getöteten, verletzten oder verschwundenen Tieren liefert DNA-Untersuchung Klarheit

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied: Mehrere Wolfsangriffe bestätigt

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied. Am Mittwoch, dem 18.03.26 wurden im Rahmen eines Schadensfalls mit 3 toten, 2 verletzten und 1 verschwundenen Schafen aus dem Gemeindegebiet Mammelzen, Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld (Kreis Altenkirchen) DNA-Abstriche genommen und an das Senckenberg Institut zur Analyse überstellt. Bei der Untersuchung der Proben wurde als Ergebnis „Wolf“ mit dem Haplotyp HW01 - daher zugehörig zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation - nachgewiesen.

Weiterlesen

Das Feuer in einer Kleingartenanlage konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht werden. Foto: Freiwillige Feuerwehr Königswinter
17

Rauchsäule wies den Feuerwehrleuten den Weg zum Einsatzort

17.04.: Feuer in Kleingartenanlage: Hütte stand in Vollbrand

Königswinter. Eine Rauchsäule wies den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter am Freitagabend den Weg zu einer brennenden Gartenhütte in Oberdollendorf. Das Feuer in einer Kleingartenanlage am Reihbäumer Weg konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht und eine Ausdehnung auf Vegetation und andere Hütten in der Umgebung verhindert werden.

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag
Imageanzeige Werbeplan 2026
Kleinanzeigen
Dauerauftrag 2026
Kirmes Polch 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Heizölanzeige
Suchen Auslieferungsfahrer
Floristik Meyer
Praxis an neuem Standort
Kirmes in Löhndorf
Kirmes Löhndorf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Titelanzeige
Ausverkauf
Maibaumstellen Heimersheim