Politik | 27.11.2024

Apothekensterben bereitet der CDU Koblenz Sorgen

Alarmierender Rückgang der Gesundheitsversorgung vor Ort

Die CDU Koblenz sorgt sich um die Situation der Apotheken und die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger.  Foto: Michael Parsch

Koblenz. Die CDU Koblenz sorgt sich um die Situation der Apotheken und die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger. In Koblenz haben seit 2010 insgesamt 18 Apotheken geschlossen. „Die Entwicklung ist alarmierend“, so der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Josef Oster, der sich immer wieder mit dem Thema beschäftigt und mit Apothekern in Kontakt steht, unter anderem mit Dr. Thomas Klose, Inhaber der Sonnenschein- und der Regenbogen-Apotheke in Koblenz.

Im europaweiten Durchschnitt kommen 32 Apotheken auf 100.000 Einwohner; in Deutschland sind es aktuell lediglich 21. Allein im vergangenen Jahr gab es laut der Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände bundesweit 559 Betriebsschließungen, für 2024 ist die Zahl der Insolvenzen jetzt schon höher.

Dr. Thomas Klose weiß, dass viele Apotheker völlig unverschuldet vor dem Aus stehen – und er weiß auch, warum: „Während sich die Lohnkosten für das Personal quasi verdoppelt haben, ist das Honorar für die Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten seit 20 Jahren auf demselben Niveau geblieben“, erklärt er. Durch die Entscheidung des Bundesgerichtshofes, die Rabattierung für Apotheker beim Einkauf von Medikamenten auf höchstens 3,15 Prozent zu deckeln und damit die Skonti aufzuheben, brechen die Einnahmen rapide ein. „Das wird vielen weiteren Apotheken den Todesstoß geben.“

Dazu kommen steigende Kosten für Energie, Miete, Versicherungen und die verpflichtende Aufrüstung der Apothekenausstattung, wie spezielle Hard- und Software für das E-Rezept. Auch der zunehmende bürokratische Aufwand und vor allem die Retaxationen, bei denen die Krankenkassen die Kosten für bereits abgegebene Medikamente aufgrund von Rezeptfehlern nicht erstatten, tragen zur finanziellen Belastung bei. „All das erschwert die wirtschaftliche Situation der Apotheken immens“, so Klose.

Besonders bitter sei aber die zunehmende Konkurrenz durch ausländische Versand-Apotheken aus den Niederlanden, die Kunden mit attraktiven Rabatten und Gutscheinen locken. Deutschen Apotheken ist dies laut Arzneimittelgesetz nicht gestattet – ein klarer Wettbewerbs-Nachteil. „Dadurch sinkt nicht nur die Kundenfrequenz in den hiesigen Apotheken, auch das Geld der Krankenkassen fließt ins Ausland ab und fehlt zur Stärkung der geschwächten deutschen Wirtschaft“, erklärt der Apotheker.

Auch der Koblenzer CDU-Vorsitzende Oster fürchtet, dass „die massenhaften Schließungen der Apotheken weitreichende Folgen für die flächendeckende Gesundheitsversorgung in ganz Deutschland“ haben, was Dr. Thomas Klose klar bestätigt. So fehlen Nacht- und Notdienste, vielerorts können wichtige persönliche Beratungen oder individuell angefertigte Rezepturen nicht mehr angeboten werden. Für medizinische Notfälle braucht man einen Vorrat von Medikamenten vor Ort – „diese kann man nicht erst bei Bedarf online bestellen“, sagt er. Darüber hinaus seien die Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft einschneidend. „Wertvolle Arbeitsplätze gehen verloren und folgend sinken Steuereinnahmen wie zum Beispiel die Gewerbesteuer für die Kommunen.“

Politisch müsste einiges passieren, um die missliche Situation der Apotheken zu verbessern. Ganz oben auf der Liste: der Inflationsausgleich. Des Weiteren sollten Skonti per Gesetz wieder erlaubt und ausländische Versandapotheken verboten werden. In 21 der insgesamt 27 EU-Staaten waren ausländische Versandapotheken schon immer gesetzeswidrig.

„Gesundheit ist ein hohes Gut - die Erhaltung einer raschen und qualitativen medizinischen Versorgung ist dabei essenziell“, so Oster. „Es ist höchste Zeit, die noch bestehenden Apotheken deutschlandweit zu unterstützen, um dem Apothekensterben Einhalt zu gebieten.“

Pressemitteilung CDU Koblenz

Die CDU Koblenz sorgt sich um die Situation der Apotheken und die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger. Foto: Michael Parsch

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