Politik | 01.05.2020

Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. Neuwied

Ambulante Kinder und Jugendhilfe in Zeiten von Corona

Bei gutem Wetter kann die Betreuung im Freien stattfinden. Foto: Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. Neuwied

Kreis Neuwied. „Das Arbeitsfeld der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe hat sich für die Mitarbeiter des Caritasverbandes Neuwied seit dem 16. März gewandelt“, berichtet die Fachteamleitung des Caritasverbandes Rhein-Wied-Sieg Ulrike Proft. „Auf allen Seiten herrschte große Unsicherheit, was dürfen wir, was müssen wir, wie können wir den berechtigten Ängsten der Familien, in denen wir arbeiten gerecht werden? Familien wollten zunächst gar keine Kontakte und waren vollständig isoliert, da auch der Kontakt in Kindertagesstätten und Schulen wegfiel und wegfällt. Begleiteter Umgang kann und darf kaum umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass Kinder ihre leiblichen Elternteile jetzt schon seit sechs Wochen nicht mehr sehen konnten. Im Rahmen unserer Tätigkeiten als Erziehungsbeistand oder Sozialpädagogische Familienhilfe suchen wir ständig nach kreativen Lösungen, um mit und für die Familien dazu sein. Neben den berechtigten Ängsten der Familienmitglieder gibt es Abstandsregeln und Hygieneschutzmaßnahmen zu beachten. In Absprache mit dem hiesigen Gesundheits- und Jugendamt konnten Wege gefunden werden, so dass Kontakte außerhalb der Wohnung stattfinden können.“ Nachdem die erste Freude über die schulfreien Tage bei den Kindern der Familien, die durch uns begleitet werden, vorüber ist, stehen Eltern- und Alleinerziehende häufig ratlos vor der Situation, wie sie ihre Kinder beim „Homeschooling“ unterstützen sollen. Vonseiten der Schulen werden Materialien digital versendet und zurückverlangt.

Ulrike Proft, die Fachteamleitung der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe des Caritasverbandes Neuwied berichtet, dass in vielen Familien, die sie betreuen, die technischen Voraussetzungen dafür häufig nicht gegeben sind. Es fehlen PCs und Drucker, oder die finanzielle Möglichkeit, Papier und Druckerpatronen für die Unterlagen, die verlangt werden, neu zu besorgen. Eine alleinerziehende Mutter berichtete, dass sie zum Teil für ihre schulpflichtigen Kinder bis zu 40 Seiten wöchentlich ausdrucken müsse. Das könne sie sich einfach nicht auf Dauer leisten.

Ulrike Proft: „Erziehungsberatung, Krisengespräche und auch Kontrollaufträge werden so weit wie möglich nach draußen verlegt. Zunehmend steigt der Bedarf nach schulischer Unterstützung, da Eltern ihre Kinder nicht immer unterstützen können. Außerdem kommt es gerade im Bereich der Schule häufig zu Konflikten, und sowohl Kinder als auch Eltern stehen hier vor Überforderungen. Es sind kreative Lösungen gefragt, zum Glück spielt das Wetter mit, und da, wo es möglich ist, können Hausaufgaben im Freien, auf dem Balkon oder im Garten mit uns erledigt werden. So werden Familien einerseits entlastet, auf der anderen Seite werden Kontakte weiterhin aufrechtgehalten und wir bekommen direkte Informationen von den Kindern, wie es ihnen geht.“ Dringend benötigen viele Familien daher neben der Unterstützung mit Lebensmittel auch weitere Unterstützung, um ihren Kindern die Teilhabe am „Schulunterricht“ auch in Corona-Zeiten zu gewährleisten. Dazu benötigten sie Papier zum Ausdrucken sowie Tintenpatronen und in einigen Fällen auch PCs oder Laptops. „Wir freuen uns, dass es für Empfänger von Sozialleistungen eine Unterstützung geben soll, halten diese jedoch nicht für ausreichend“, so Ulrike Proft.

Pressemitteilung

Caritasverband Rhein-Wied-Sieg

Bei gutem Wetter kann die Betreuung im Freien stattfinden. Foto: Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Koblenz blüht
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Tag der offenen Tür
First Friday Anzeige März
Rund ums Haus
Unterstützeranzeige
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
21

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2267

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Anzeige "Rund ums Haus"
Rund ums Haus
Kleinanzeigen
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Innovatives rund um Andernach
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
PR-Anzeige
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Titelanzeige
Osteraktion
Unterstützeranzeige