Politik | 01.05.2020, 12:35 Uhr

Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. Neuwied

Ambulante Kinder und Jugendhilfe in Zeiten von Corona

Bei gutem Wetter kann die Betreuung im Freien stattfinden. Foto: Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. Neuwied
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Kreis Neuwied. „Das Arbeitsfeld der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe hat sich für die Mitarbeiter des Caritasverbandes Neuwied seit dem 16. März gewandelt“, berichtet die Fachteamleitung des Caritasverbandes Rhein-Wied-Sieg Ulrike Proft. „Auf allen Seiten herrschte große Unsicherheit, was dürfen wir, was müssen wir, wie können wir den berechtigten Ängsten der Familien, in denen wir arbeiten gerecht werden? Familien wollten zunächst gar keine Kontakte und waren vollständig isoliert, da auch der Kontakt in Kindertagesstätten und Schulen wegfiel und wegfällt. Begleiteter Umgang kann und darf kaum umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass Kinder ihre leiblichen Elternteile jetzt schon seit sechs Wochen nicht mehr sehen konnten. Im Rahmen unserer Tätigkeiten als Erziehungsbeistand oder Sozialpädagogische Familienhilfe suchen wir ständig nach kreativen Lösungen, um mit und für die Familien dazu sein. Neben den berechtigten Ängsten der Familienmitglieder gibt es Abstandsregeln und Hygieneschutzmaßnahmen zu beachten. In Absprache mit dem hiesigen Gesundheits- und Jugendamt konnten Wege gefunden werden, so dass Kontakte außerhalb der Wohnung stattfinden können.“ Nachdem die erste Freude über die schulfreien Tage bei den Kindern der Familien, die durch uns begleitet werden, vorüber ist, stehen Eltern- und Alleinerziehende häufig ratlos vor der Situation, wie sie ihre Kinder beim „Homeschooling“ unterstützen sollen. Vonseiten der Schulen werden Materialien digital versendet und zurückverlangt.

Ulrike Proft, die Fachteamleitung der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe des Caritasverbandes Neuwied berichtet, dass in vielen Familien, die sie betreuen, die technischen Voraussetzungen dafür häufig nicht gegeben sind. Es fehlen PCs und Drucker, oder die finanzielle Möglichkeit, Papier und Druckerpatronen für die Unterlagen, die verlangt werden, neu zu besorgen. Eine alleinerziehende Mutter berichtete, dass sie zum Teil für ihre schulpflichtigen Kinder bis zu 40 Seiten wöchentlich ausdrucken müsse. Das könne sie sich einfach nicht auf Dauer leisten.

Ulrike Proft: „Erziehungsberatung, Krisengespräche und auch Kontrollaufträge werden so weit wie möglich nach draußen verlegt. Zunehmend steigt der Bedarf nach schulischer Unterstützung, da Eltern ihre Kinder nicht immer unterstützen können. Außerdem kommt es gerade im Bereich der Schule häufig zu Konflikten, und sowohl Kinder als auch Eltern stehen hier vor Überforderungen. Es sind kreative Lösungen gefragt, zum Glück spielt das Wetter mit, und da, wo es möglich ist, können Hausaufgaben im Freien, auf dem Balkon oder im Garten mit uns erledigt werden. So werden Familien einerseits entlastet, auf der anderen Seite werden Kontakte weiterhin aufrechtgehalten und wir bekommen direkte Informationen von den Kindern, wie es ihnen geht.“ Dringend benötigen viele Familien daher neben der Unterstützung mit Lebensmittel auch weitere Unterstützung, um ihren Kindern die Teilhabe am „Schulunterricht“ auch in Corona-Zeiten zu gewährleisten. Dazu benötigten sie Papier zum Ausdrucken sowie Tintenpatronen und in einigen Fällen auch PCs oder Laptops. „Wir freuen uns, dass es für Empfänger von Sozialleistungen eine Unterstützung geben soll, halten diese jedoch nicht für ausreichend“, so Ulrike Proft.

Pressemitteilung

Caritasverband Rhein-Wied-Sieg

Bei gutem Wetter kann die Betreuung im Freien stattfinden. Foto: Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. Neuwied

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