Neues Kita-Gesetz: Wenn den Kindertagesstätten das Personal ausgeht
Anette Moesta: „Gut gemeint reicht nicht!“
Andernach/Mendig/Pellenz. Zum 1. Juli 2020 trat das neue Kita-Zukunftsgesetz des Landes Rheinland-Pfalz in Kraft. Seitdem haben Eltern einen Anspruch auf sieben Stunden Betreuung am Tag. Diese 7-Stunden-Betreuung ist für Familien gut und richtig, es erleichtert Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. „Auf den ersten Blick eine tolle Sache“, erklärt Landtagsabgeordnete Anette Moesta (CDU). „Allerdings gibt es dabei einen Haken: Das Land beschließt und die Kommunen müssen es zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umsetzen. Denn vor Ort fehlt es an Personal; der Markt ist quasi leergefegt und dies bereits seit vielen Jahren. Es besteht akuter Fachkräftemangel. Was bringt es den Eltern, wenn zwar ein formeller Anspruch besteht, aber Gruppen geschlossen oder Zeiten gekürzt werden?“, so die CDU-Politikerin Anette Moesta. Überall verlassen Erzieherinnen und Erzieher ihren geliebten Beruf, weil sich die Bedingungen drastisch verschlechtern. Dabei geht es nicht nur um die Bezahlung. Durch die veränderten Rahmenbedingungen richtet sich der Fokus immer mehr auf die Organisation des Mittagessens, welche vom Kita-Personal zusätzlich übernommen werden muss. Die frühkindliche Bildung, für die die Erzieherinnen eigentlich ausgebildet sind, kommt dabei zunehmend zu kurz.
Davon hat sich die Landtagsabgeordnete nun bei einer Hospitation in der Katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus in Mendig überzeugt. „Mir war es wichtig, den Ablauf in einer Einrichtung selbst zu erleben und Gespräche mit den Erzieherinnen zu führen. Ich erwarte vom Land, sich nicht nur die 7-Stunden-Betreuung auf die Fahnen zu schreiben, die Umsetzung aber dann auf die Kommunen abzuwälzen. Unsere Kinder brauchen feste Bezugspersonen, hier mangelt es an handfesten Konzepten des Landes und nicht zuletzt an pädagogischem Personal“, so die Landtagsabgeordnete Anette Moesta.
Neben der 7-Stunden-Betreuung ist auch die bauliche Situation vieler Kindertagesstätten ein großes Problem. Viele Einrichtungen sind in die Jahre gekommen und oft stehen Sanierungen an, die Kommunen und freien Träger können dies jedoch nicht allein bewältigen. Das Land Rheinland-Pfalz hält sich bedeckt und hangelt sich von einem Sonderprogramm des Bundes zum anderen, um keine eigenen Mittel in die Hand nehmen zu müssen. Während einige Kommunen mit guter Finanzausstattung diese Aufgabe sicherlich stemmen können, ist es für die mehrzahlt der Kommunen und Träger nicht mehr zu leisten. „Für mich hat aber jedes Kind – unabhängig vom Wohnort – einen Anspruch auf gute Bildung und gute Rahmenbedingungen in den Kindertagesstätten“, so Anette Moesta abschließend.
Pressemitteilung
Anette Moesta MdL

[ Diese 7-Stunden-Betreuung ist für Familien gut und richtig, es erleichtert Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. ]
Wie soll das gehen, wenn eine Mutter/Vater eine 40 Stundenwoche hat ? Das sind 8 Arbeitsstunden, mit Pause 8,5 Std. plus Hin- und Rückweg zur Arbeit. Wenn dann noch ein Stau ist oder sonst was - was dann ???
Noch immer ist ein Problem nicht gelöst, das schon seit mindestens 35-40 Jahre vorhanden ist. Tagesmütter sind auch nicht das gelbe vom Ei. Wer versagt bei diesen Problemen ? Private Lösungen können sich nur Besserverdienende leisten. Und warum machen so wenige Firmen da Lösungsvrschläge mit Betriebskindergärten?
Wenn die Gesellschaft nicht kapiert, das alle an einem Strang ziehen müssen, bleibt es bei einer mittlerweile 3 Klassen-Gesellschaft.
Folgende Unternehmen setzen auf die hauseigene Kindertagespflege, sodass sich Arbeitsplatz und Familie besser miteinander vereinbaren lassen:
Bosch/ Daimler/ E.on/ Henkel/ Metro/ VW (ab 2019)