Politik | 07.02.2018

Meckenheimer Stadtrat bleibt bei 38 Mitgliedern

Antrag der UWG auf Verkleinerung scheiterte klar

Meckenheim. Auch wenn die nächste Kommunalwahl erst 2020 ist, das Land NRW hatte in einem Rundschreiben darauf aufmerksam gemacht, dass Kommunen bis zum 28. Februar einen entsprechenden Beschluss fassen müssen, sollte der Rat verkleinert werden. Meckenheim hat von der gesetzlichen Zahl eine Sollstärke von 38 Mitgliedern, wobei 19 Mitglieder direkt in Wahlkreisen gewählt werden. Die UWG-Fraktion hatte fristgerecht den Antrag gestellt den Rat ab der kommenden Legislaturperiode auf 30 Mitgliedern zu reduzieren. Für die UWG-Fraktion begründete dies Hans-Erich Jonen damit, dass in Meckenheim die Grundsteuern sowie die Gewerbesteuern erhöht wurden und überall gespart wird. „Es ist Zeit ein Zeichen zu setzen, damit die Bürger sehen, dass die Politik mit gutem Beispiel vorangeht“, so Jonen in seiner Begründung. Er vertrat dabei die Auffassung, dass der Rat auch bei 30 Personen arbeitsfähig sei, machte aber keine Angaben in seinem Vortrag, wie hoch denn die tatsächliche Ersparnis sein würde. Dass die CDU von diesem Vorschlag nichts hält, machte Joachim Kühlwetter als deren Fraktionssprecher klar. Meckenheim ist eine wachsende Stadt und wenn die Wahlbezirke dann entsprechend größer werden, dann erschwert dies die Arbeit und auch die Kommunikation zu den Bürgern. Da die CDU die meisten der Direktmandate stellt, wäre diese auch am meisten hier betroffen, aber der CDU-Fraktionschef sieht auch die hohe Arbeitsbelastung der Ratsmitglieder, denn dies würde vor allem für die kleinen Parteien bedeuten, künftig nur noch mit einer Person im Rat vertreten zu sein und damit den Fraktionsstatus zu verlieren. Die Ersparnismöglichkeiten der UWG werden von der CDU ebenfalls nicht gesehen da diese im Vergleich auf eine 5-jährige Legislaturperiode marginal wäre.

Anita Orti von Havranek lehnte für die GRÜNEN den Vorschlag ebenfalls ab und formulierte „Der Stadtrat soll demokratisch, nicht günstig sein“ und betonte, dass die UWG mit ihrem Vorschlag den Rat unter Wert verkaufe. Eine Reduzierung des Rates müsse, wenn demokratisch besser sein, nicht günstiger und zog das Fazit „Lieber eine anstrengende Demokratie als eine günstige.“

„Demokratie kostet eben Geld“

Ebenfalls Ablehnung kam von der SPD, von dort kam der Satz „Demokratie kostet eben Geld“ und Fraktionschefin Dr. Brigitte Kuchta monierte, dass die UWG keinerlei Zahlen auf den Tisch gelegt habe, was denn wirklich gespart werden könne. Dass die BfM-Fraktion den Antrag ablehnte, war nicht wirklich überraschend, aber die Argumentation kam nochmals aus einem ganz anderen Blickfeld. Fraktionschef Steger verwies auf das Urteil des Verfassungsgerichtes, welches die 2 Prozent-Hürde des Landtages für die nächste Kommunalwahl gekippt hatte und verwies darauf, dass bereits jetzt für einen Sitz in Meckenheim eine Hürde von 2,3 Prozent gelte, was sich aus der Sitzanzahl ergibt. Die BfM hatte auch einmal die Kosten nachgerechnet und kam auf eine Ersparnis von 23.000 Euro, was gemessen an einem Gesamthaushaltsvolumen von 81 Mio. Euro marginal wäre. Das Thema Arbeitsbelastung war auch für FDP-Chef Heribert Brauckmann das ausschlaggebende Argument, der die Gefahr eines „Seniorenspätnachmittagsparlaments“ sah, denn bei der geplanten Verkleinerung des Rates um 25 Prozent würde die Arbeit für die verbliebenen Mitglieder nicht weniger. Am Ende der rund einstündigen Diskussion stand die UWG komplett alleine mit ihrem Antrag da, denn alle anderen Ratsmitglieder lehnten diesen fraktionsübergreifend ab.

STF

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Carmen Busch: Das Foto wurde am Linzer Fähranleger aufgenommen. Die Fähre liegt gerade in Kripp
  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2025
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Minijob
Innovatives rund um Andernach
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Nachruf Karl-Heinz Knops
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
62

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS
212

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Rund 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen am 29. April 2026 an einer Informationsveranstaltung der Bezirksregierung Köln und der Stadt Rheinbach in der Mensa der Gesamtschule Rheinbach teil.Foto: Stadt Rheinbach
1

Großes Interesse am Hochwasserschutz in Rheinbach

Neue Berechnungen zum Swistbach vorgestellt

Rheinbach. Rund 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen am 29. April 2026 an einer Informationsveranstaltung der Bezirksregierung Köln und der Stadt Rheinbach in der Mensa der Gesamtschule Rheinbach teil. Neben der breiten Öffentlichkeit waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Unteren Wasserbehörde des Rhein-Sieg-Kreises, der Stadt Meckenheim sowie der Gemeinden Swisttal und Weilerswist und der Politik anwesend.

Weiterlesen

Symnbolbild.
47

Boppard / Spay. Am Montag, den 20.04.2026 gegen 07:35 Uhr kam es auf derB9 zwischen Spay und Boppard etwa auf Höhe des Campingsplatzes zu einem riskanten und verkehrsgefährdenden Überholvorgang. Ein weißer PKW, vermutlich SUV, überholte mehrere Fahrzeuge ohne Rücksicht auf den entgegenkommenden Verkehr. Ein PKW musste aufgrund des Überholvorganges eine Gefahrenbremsung einleiten und nach rechts in den Grünstreifen ausweichen, um eine Kollision zu verhindern.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
6

Allgemeine Berichte

EIN-Spruch: Pflegen und Bewahren

Nur wenigen ist bewusst, dass am 6. Mai der Tag der Pflege(berufe) begangen wird. Wie bedeutsam die Pflege ist, wird uns angesichts des Mangels derselben immer wieder bewusst. Viele Familien sehen sich sehr herausgefordert, angesichts ihrer alternden und schwer kranken Familienangehörigen, für eine angemessene Pflege zu sorgen.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Imageanzeige
Kreishandwerkerschaft
Werksverkauf Anhausen
Anzeige Uhren Vintage
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
Maikirmes Franken
Outdoormöbel
Titelanzeige
10 Jahre Nowi
Gebrauchtwagenanzeige
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Image
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß
Anzeige KW 18
Stellenanzeige Servicekräfte