Politik | 01.05.2020

Corona-Krise zeigt ernste Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote steigt auf 5,4 Prozent

2.649 Unternehmen melden Kurzarbeit an - 36.936 Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen

Neuwied. Dort, wo um diese Zeit eigentlich Hochkonjunktur im positiven Sinne herrscht, ist der Ausnahmezustand durch die Corona-Pandemie eingetreten. Die Zahlen des Statistik-Service der Agentur für Arbeit für den Monat April belegen: Der regionale Arbeitsmarkt hat in den vergangenen Wochen schwer gelitten. 9.196 Menschen im Agenturbezirk der Neuwieder Arbeitsagentur sind arbeitslos. Das bedeutet einen Anstieg um 1.250 Personen oder 15,7 Prozent zum Monat März. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,8 Punkte auf 5,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr handelt es sich um einen Anstieg um einen vollen Prozentpunkt.

1.158 Personen der Neuzugänge kommen aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt, ein Anstieg von 77,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ungewöhnlich ist, dass die Personengruppe der jüngeren Menschen (15 bis 25 Jahre) verhältnismäßig stark betroffen ist. 188 der Zugänge fallen in diese Altersgruppe, was einen Anstieg um 25 Prozent bedeutet. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass fast die Hälfte der neuen Arbeitslosen aus einer Helfertätigkeit stammen (609). „Junge Leute jobben oftmals vorübergehend in Bereichen, wo sie keine abgeschlossene Ausbildung benötigen, sei es, weil sie keine passende Ausbildungsstelle gefunden haben oder die Zeit bis zu einem Studium überbrücken“, sagt Karl-Ernst Starfeld, Leiter der Arbeitsagentur Neuwied. Weitere 465 Personen der Neuzugänge haben zuvor als Fachkraft gearbeitet, 128 auf dem Qualifikationsniveau „Spezialist“ oder „Experte“.

Die fünf Branchen, in denen die höchste Anzahl an Entlassungen zu verzeichnen sind, sind das Verarbeitende Gewerbe (229), darunter insbesondere die Metall- und Elektroindustrie (141), dann folgen Arbeitnehmerüberlassung (216), der Handel (138), Gastgewerbe (97) und Verkehr und Lagerwirtschaft (81).

„Im April befinden wir uns üblicherweise in der Frühjahrsbelebung, in der die Wirtschaft wieder richtig Fahrt aufnimmt und die Zahl der Arbeitslosen sinkt.“, sagt Karl-Ernst Starfeld. Der jetzige Stand macht deutlich, wie schwerwiegend die Auswirkungen der Pandemie sind. Wir haben befürchtet, dass die Zahl der Arbeitslosen steigen wird. Das bisherige Ausmaß entspricht in etwa unseren Erwartungen.“

Kurzarbeit haben 2.649 Unternehmen seit März im Bezirk der Neuwieder Arbeitsagentur angezeigt. In den Anzeigen enthalten sind insgesamt 36.936 Arbeitnehmer. „Das ist ein absolut historischer Wert, der zeigt, wie bedrohlich und fragil die Situation auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich ist „, sagt Karl-Ernst Starfeld. „Dennoch bewerten wir es positiv, dass die Unternehmen die Kurzarbeit so intensiv nutzen. Wir hoffen, dass sowohl die zugelassenen und hoffentlich künftig möglichen Lockerungen für das Wirtschaftsleben als auch die beschlossenen Leistungsverbesserungen beim Kurzarbeitergeld den Unternehmen ermöglichen, auch mittelfristig auf Kurzarbeit zu setzen und damit letztlich Arbeitslosigkeit zu vermeiden.“

Im Landkreis Neuwied liegt die Arbeitslosenquote mit 5,4 Prozent um 0,7 Punkte über dem März-Wert und 0,9 Punkte über dem Vorjahreswert. 5.327 Personen sind ohne Arbeit, somit ein Anstieg um 700 Personen zum Monat März. 1.603 Unternehmen haben hier seit März Kurzarbeit angezeigt, 21.404 Personen sind davon betroffen.

Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Ralf Schweiss
Dauerauftrag 2026
Heimat aktiv AW
Heimat aktiv erleben
Grillsaison Filiale Mühlheim-Kärlich
Stellenanzeige Servicekräfte
Empfohlene Artikel
Die Straße „Am Gartenschwimmbad“ wird für 2,1 Millionen Euro fit für den Verkehr zum Are-Gymnasium und zum neuen Hallen- und Freizeitbad gemacht.  Foto: GS
246

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Rat der Kreisstadt hat die Vorplanung zur flutbedingten Wiederherstellung der Straße „Am Gartenschwimmbad“ freigegeben und die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) mit der weiteren Umsetzung beauftragt. Bestandteil der Maßnahme ist die Wiederherstellung der Verkehrsanlagen einschließlich einzelner Entwässerungseinrichtungen.

Weiterlesen

: Blick auf den trockengelegten Mühlenteich mit dem Mühlrad am Herderweg.  Foto: GS
65

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Kein Stadtrat in Bad Neuenahr-Ahrweiler ohne das Thema Wiederaufbau. So wurde in der jüngsten Sitzung am Montagabend erneut die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) einstimmig mit entsprechenden Maßnahmen beauftragt. Ein Blick in die Details.

Weiterlesen

Noch ist der Ahrradweg in Sinzig ein Provisorium – temporär eben.  Foto:GS
179

Sinzig. Eigentlich ist beim Ahrradweg in Sinzig noch alles in der Schwebe. Der Weg erstreckt sich im Bereich der Barbarossastadt von der Ahrmündungsbrücke bis hin nach Bad Bodendorf zur Ehlinger Ley. Derzeit wurde der Ahrradweg im Bereich Eisenbahnbrücke bis Spessartsteg und vom Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf bis zur Ehlinger Ley temporär hergestellt. Temporär deshalb, da zum Zeitpunkt der Planung noch nicht festlag, wo die endgültige Trasse verlaufen soll.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Aufgrund fehlender finanzieller Mittel muss das Taschenlampenkonzert in Koblenz entfallen.
1168

Finanzielle Mittel reichen nicht aus

Taschenlampenkonzert in Koblenz muss abgesagt werden

Bonn/Koblenz. Der Bunter Kreis Rheinland freut sich sehr, dass das diesjährige Benefizkonzert in Bonn am 12. September 2026 wieder wie geplant stattfinden kann. Dank der großartigen Unterstützung zahlreicher Sponsoren, engagierter Helferinnen und Helfer sowie vieler treuer Unterstützerinnen und Unterstützer ist die Durchführung dieser besonderen Veranstaltung gesichert. Der Verein spricht allen Beteiligten dafür seinen herzlichen Dank aus.

Weiterlesen

Die B267 in Rech.  Foto: ROB
2700

Der Grund: Die Deutsche Bahn saniert

Ahrtal: Vollsperrung der B267 und Zugausfall ab 29.06.

Rech/Mayschoß. Die Bundesstraße 267 zwischen Rech und Mayschoß wird von Montag, 29. Juni, bis einschließlich Montag, 13. Juli 2026, für den Verkehr voll gesperrt. Grund hierfür sind Sanierungs- und Böschungsarbeiten der Deutschen Bahn. Die Vollsperrung ist notwendig, da die eingesetzten Arbeitsmaschinen beide Fahrstreifen in Anspruch nehmen und eine sichere Vorbeifahrt für Verkehrsteilnehmende nicht gewährleistet werden kann.

Weiterlesen