Politik | 29.05.2019

GRÜNER Abgeordneter für Schutz des Waldes

Artenschutz vor Ort

Kaisersesch. Der Zustandsbericht zur Lage der Welt, der in den letzten Wochen nicht nur Anlass zu Optimismus gab, stellte ein Problem in den Mittelpunkt: Die Tiere und Pflanzen sterben aus. Das Artensterben hat dramatisch Fahrt aufgenommen. Häufig bedeutet der Tod einer Art gleichzeitig das Ende von anderen, die in ihren Ökosystemen aufeinander angewiesen sind. Der Verursacher ist identifiziert: der Mensch. Mehr Menschen, mehr Konsum, mehr Gewinn, mehr Flächenverbrauch.

Was können Gemeinden tun, um in diesem Prozess das Ruder herumzureißen?

Andreas Hartenfels, der Umweltpolitische Sprecher der GRÜNEN-Fraktion im Mainzer Landtag, besuchte auf Einladung des Kreisverbandes der GRÜNEN den Eppenberger Wald. Dort sind große Flächen von der Rodung bedroht, da der Kreis ein interkommunales Gewerbegebiet ansiedeln möchte. Hartenfels sieht in der Standortwahl große Probleme: „Jemand, der sich mit Planungsrecht auskennt, sieht sofort, dass hier ein solches Projekt unmöglich umgesetzt werden kann. Allein der Schutz der Quellgebiete ist technisch nicht zu lösen. Die Unterläufe der Bäche, die von dort gespeist werden, vor allem die Elz, würden ein deutlich erhöhtes Hochwasser-Risiko tragen müssen“.

In der anschließenden Diskussion mit interessierten Bürgern in der Brasserie Alt Esch in Kaisersesch stand im Fokus die Frage, wie insbesondere Kommunen zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen können. Hartenfels klärte auf, was Gemeinden, Städte und Kreise für den Artenschutz vor Ort tun können. „Es sind nicht mehr nur die spektakulären, seltenen Arten, die bedroht sind. Auch die Bestände der Wald-und-Wiesen-Arten gehen drastisch zurück.“ Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die Maßnahmen im Rahmen seiner Biodiversitäts-Strategie durch die Aktion Grün. Von der ökologischen Aufwertung von „Eh-Da“ -Flächen (also grüne Flächen, die eh da sind) über Wettbewerbe für artenreiche Gärten bis hin zur Vernetzung von Biotopen und anderen Renaturierungsmaßnahmen ist vieles möglich. Die in Mode gekommenen Steinwüsten in Gärten, bei kommunalen Gebäuden und Kreisverkehrinseln seien ein Beispiel dafür, wie es nicht gemacht werden sollte. Eine weitere Sensibilisierung der Menschen für Umwelt- und Naturschutz sei dringend nötig.

Seiner Ansicht nach liegt eine Schlüsselrolle beim Kampf gegen das Artensterben in den Händen der Kreise und Gemeinden. Hier wird über die Verwendung konkreter Flächen entschieden, auch über einen Großteil der Wälder. Die GRÜNEN im Kreistag Cochem-Zell fordern seit Langem etwa ein Kreisprogramm für eine effektive Vernetzung von Biotopen oder wirksamen Schutz sensibler Flächen durch Ankauf. In Rheinland-Pfalz gibt es zahlreiche Vorbild-Kommunen, die eigene Konzepte erarbeiten und durchführen. Wenn das kommunale Biodiversitäts-Netzwerk sich dichter knüpft, sagt Hartenfels, gibt es gute Chancen auf eine Umsteuerung zur Rettung von Bläuling, Zaunkönig, Mauereidechse und Co.

Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Cochem-Zell

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