Politik | 17.03.2020

Kreis- und Umweltausschuss ließ sich informieren

Auf der Ahrtalbahn wird sich in den kommenden Jahren einiges tun

SPNV-Verbandsdirektor Thorsten Müller berichtete über den Stand der Dinge bei der Elektrifizierung und über geplanten Test mit Batteriezug

Kreis Ahrweiler. Auf der Ahrtalbahn wird sich in den nächsten Jahren einiges tun, das versprach Thorsten Müller, Verbandsdirektor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Nord (SPNV), dem Kreis- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Nicht nur soll die Bahnlinie zwischen Remagen und Ahrbrück als Versuchsstrecke dienen für die Praxiserprobung von batteriebetriebenen Elektrozügen, und sogar eine Elektrifizierung der Strecke ist nicht ganz ausgeschlossen. Darüber hinaus soll zur Landesgartenschau 2022 die Strecke sogar versuchsweise im 20-Minuten-Takt bedient werden. Sollte dieses Angebot stark genutzt werden, könne er sich sogar eine Beibehaltung über die Landesgartenschau hinaus vorstellen, so Müller. Unklar sei derzeit nur noch, ob die 20-Minuten-Taktung bis Ahrbrück oder nur bis Dernau umgesetzt werde, hier sei man noch in der Prüfphase.

Machbarkeitsstudie soll vergeben werden

Der SPNV, in dem auch der Kreis Ahrweiler vertreten ist, setze sich jedenfalls für die Elektrifizierung der Ahrtalbahn ein. Der Zweckverband habe mittlerweile die Ausschreibung für eine schon 2018 beschlossene Machbarkeitsstudie zur Durchführung von zwei Pilotprojekten mit einem Batteriefahrzeug sowie einem Brennstoffzellenfahrzug gestartet. Wobei Landrat Dr. Jürgen Pföhler (CDU) absolut kein Verständnis dafür hatte, dass das Land es bis heute nicht geschafft habe, die vor zwei Jahren beschlossene Studie zu vergeben. Verbandsdirektor Müller zeigte sich hingegen dennoch zuversichtlich, dass die Ergebnisse der Studie bereits in diesem Sommer den Gremien des SPNV vorgestellt werden könnten.

Weiter führte Müller aus, dass erst nach Abschluss der Studie ein Batteriefahrzeug auf der Strecke der Ahrtalbahn zwischen Remagen und Ahrbrück zum Einsatz kommen könne.

Die notwendigen Voraussetzungen auf der gesamten Strecke sollen zuvor anhand der Studie erst einmal umfassend geprüft werden. „Nach Abschluss der Studie werden in einem zweiten Schritt die Pilotprojekte schrittweise umgesetzt und ausgewertet, bevor eine Vergabe von Verkehrsverträgen mit alternativen Antriebstechnologien erfolgen kann“, so Müller weiter. Schließlich wolle man erst die Praxistauglichkeit dieses Konzeptes ausprobieren, bevor man zig Millionen Euro für neue Fahrzeuge ausgebe.

Dem Ziel der Elektrifizierung näher kommen

Pföhler begrüßt die Elektrifizierung-Initiative des SPNV, „denn mit dem Vorhaben kommen wir dem Ziel der Elektrifizierung der Ahrtalbahn ein Stück näher.“ Es sei wichtig, auf Basis der Machbarkeitsstudie die Kosten für eine Vollelektrifizierung der heutigen Dieselstrecke abschätzen zu können, um mögliche Finanzierungsmodelle erarbeiten und belastbare Umsetzungsschritte definieren zu können. Unklar ist laut Müller nach wie vor die Finanzierung einer möglichen Elektrifizierung. Trotz vollmundiger Ankündigungen habe der Bund bislang kein Programm für Schienenpersonennahverkehr-Strecken aufgelegt.

„Zwar bietet das neue Gemeindeverkehrswegefinanzierungsgesetz (GVFG) Möglichkeiten, mehr Mittel für den Öffentlichen Personennahverkehr zu generieren“, so Müller. Das GVFG sehe nämlich vor, schnell und unbürokratisch dringende Investitionen in den Neu- und Ausbau des Nahverkehrs zu ermöglichen. Ob aber zukünftig, wie vorgesehen, tatsächlich auch Mittel für Sanierungsprojekte zum Einsatz kommen könnten, bleibe abzuwarten. „In Rheinland-Pfalz werden Bus und Bahn nahezu ausschließlich aus Mitteln des Bundes finanziert, nennenswerte eigene Haushaltsmittel des Landes stehen nicht zur Verfügung“, gab Müller zu Bedenken.

Tunnel sind ein Problem für die Elektrifizierung

Ohnehin sieht er eine Vollelektrifizierung der Ahrtalbahn eher skeptisch, wie er noch einmal klar machte. „Die zahlreichen Tunnel entlang der Strecke sind ein schwerwiegendes Problem für die Elektrifizierung“, wusste er.

Es sei fraglich, ob die alle überhaupt zu halbwegs vernünftigen Kosten elektrifizierbar seien. Darüber hinaus bedeute eine Elektrifizierung auch starke Belastungen für die Anwohner, und die Umsetzung dauere auch noch einige Zeit. Auch deshalb habe man sich auf die Suche nach Alternativen gemacht und sei dabei auf den „Batteriezug“ gestoßen, der nun hier ausprobiert werden solle. Deshalb werde man den Test auch mit Fahrzeugen machen, die die Industrie schon jetzt liefern könne.

Da passe es hervorragend in die Szenerie, dass die Regionalbahn RB 48 von Wuppertal nach Bonn bis zur Ahrtalbahn weitergezogen werden solle.

Denn so könne dann der „Batteriezug“ von Bonn bis nach Ahrbrück eingesetzt werden und dabei auf der Strecke zwischen Bonn und Remagen seine Batterien an der Oberleitung bis oben hin aufladen, um sie dann auf der eigentlichen Ahrtalstrecke zwischen Remagen und Ahrbrück und zurück wieder aufzubrauchen. Mit der Testphase sei allerdings noch keine Entscheidung gefallen über die künftige Antriebsart auf dieser Strecke, denn es könne sich ja durchaus herausstellen, dass sich der Batteriezug im Praxisbetrieb gar nicht bewähre. Letztlich geht es aber dennoch darum, den Abschied vom Dieselantrieb auf der Ahrtalbahn einzuläuten.

JOST

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