Stadt Meckenheim erhält Förderung aus Düsseldorf
Aufenthaltsqualität in der Altstadt und auf dem Neuen Markt steigern
Bürgermeister Holger Jung (CDU) und Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer freuen sich über 305.000 Euro aus dem Sofortprogramm Innenstadt NRW
Meckenheim.Eine frohe Botschaft erreichte Bürgermeister Holger Jung (CDU) aus Düsseldorf: die Stadt Meckenheim erhält 305.000 Euro aus dem Sofortprogramm Innenstadt NRW. Mit dem Geld soll die Aufenthaltsqualität in der Altstadt und am Neuen Markt gesteigert und so die beiden Zentren gestärkt werden.
Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer habe in einem enormen zeitlichen Kraftakt Fördermittel für die Innenstadt beworben und jetzt die Information erhalten, dass sämtliche beantragten Mittel auch tatsächlich vom Land bewilligt worden seien, freute sich Jung. Beantragt worden seien Mittel in Höhe von 305.000 Euro aus dem „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen 2021“, die förderfähigen Gesamtausgaben betrügen einschließlich eines Eigenanteils der Stadt 330.400 Euro.
Innenstadtzentren ergänzen sich
Mit der Altstadt und dem Neuen Markt existierten nach wie vor zwei räumlich voneinander getrennte und unterschiedlich ausgerichtete, aber sich ergänzende Innenstadtzentren, erläuterte Jung. Die Altstadt stehe für den inhabergeführten Einzelhandel mit traditionellen Geschäften und einem gastronomischen Schwerpunkt, sie sei eher kleinteilig strukturiert. Der Neue Markt hingegen sei geprägt von Lebensmitteleinzelhandel und von Filialisten mit größerer Verkaufsfläche. Wegen der unterschiedlichen Ausrichtung habe man für beide Zentren die Fördermittel erfolgreich beantragt. An den Ideen für die Umsetzung soll auch die Bevölkerung beteiligt werden, versprach der Bürgermeister. Schließlich sei es eines der Ziele, die Bürger wieder stärker zum lokalen Einkaufen zu bewegen.
„Durch die Zusage aus Düsseldorf erhalten wir finanzielle Spielräume, den Auswirkungen der Corona-Pandemie, aber auch den Herausforderungen des sich ändernden Einkaufsverhaltens entgegenzutreten“, freute sich Jung. Das Bestreben sei es, die Einzelhändler, die Gastronomen und Dienstleister zu unterstützen, um Geschäftsaufgaben und Leerstände zu vermeiden. Daher sei es von zentraler Bedeutung, Informationen über aktuelle oder sich abzeichnende Leerstände in den beiden Zentren frühzeitig zu erhalten. Darauf aufbauend könnten dann Konzepte und Maßnahmen erarbeitet werden, um Leerstände zu verhindern, wieder adäquat zu vermieten oder Nachnutzungskonzepte zu realisieren. „Dabei ist es wichtig, die Immobilien-Eigentümer zu informieren und mit ihnen gemeinsam Handlungskonzept zu erarbeiten“, ergänzte Schwindenhammer.
Nachnutzungsmöglichkeiten untersuchen
Untersucht werden sollen deshalb auch mögliche Nachnutzungsmöglichkeiten. So sei etwa angedacht, Beschäftigte, die in Meckenheim lebten, aber zur Arbeit pendelten, zu befragen, ob sie an Co-Working-Spaces und ähnlichen Konzepten Interesse hätten. Befragt werden sollen auch Arbeitgeber, ob der Bedarf an solchen neuen Arbeitsformen bestünde. Die gesammelten Informationen sollten elektronisch verarbeitet werden und teilweise auch in digitaler Form der Öffentlichkeit zugänglich sein. „Mit einem Online-Fragebogen sollen die Immobiliendaten erhoben und ausgewählte Daten öffentlich im Internet präsentiert werden“, stellt sich Schwindenhammer vor. Perspektivisch könnten dann weitere Daten zur Stadt ergänzt werden. So könne auf Dauer ein Online-Einkaufsführer, ein Online-Branchenbuch oder Online-Kompetenzatlas entstehen.
Flankierend sollen auch das City-Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit gefördert werden, um die Attraktivität der Innenstadt sowie Handel, Gastronomie und Dienstleistern wieder mehr in den Fokus der Bürger zu rücken. Zudem wolle man in das Blickfeld von Unternehmen geraten, die Interesse daran hätten, sich in der Innenstadt anzusiedeln. Um den gesamten Prozess begleiten und steuern zu können, möchte die Stadt einen „Zukunftsmanager Innenstadt“ einstellen, wobei die Personalkosten pauschal mit 75.000 Euro durch das Land gefördert werden.
Aufwertung der Innenstadt geplant
Zudem seien Fördermittel für die Aufwertung der Innenstadt in Aussicht gestellt worden. Ergänzend zu den Maßnahmen des integrierten Handlungskonzeptes sollen in der Altstadt mehr Grünelemente für eine weitere Attraktivitätssteigerung sorgen. Hier soll mit mobilen Pflanzkübeln gearbeitet werden, die mit heimischen, insektenfreundlichen und trockenheitsresistenten Pflanzen sowie mit Stadtbäumen bepflanzt werden sollen. Außerdem ist die Begrünung der Treppenanlage am Kirchplatz vorgesehen.
Auch die Fußgängerzone Neuer Markt soll aufgewertet werden, indem die Begrünung ergänzt wird. Hier sei vorstellbar, so Jung, die Aktion „Gießen und Genießen“, bei der Obstkisten mit Obstbäumen, Gemüse und Erdbeeren oder zuletzt mit Pflanzen aus der Forschung bestückt wurden, zu verstetigen. Ein kleines Budget sei außerdem für Straßenkunstprojekte angemeldet. Bis zum 31. Dezember 2023 müssen die Maßnahmen durchgeführt sein, erläuterte Schwindenhammer: „Wir dürfen schon jetzt mit dem Geldausgeben anfangen.“
Das Richtige für das Herz der Städte tun
Städte und Gemeinden würden mit diesen bundesweit einmaligen Landesprogramm in die Lage versetzt, den coronabedingten Folgen in den Innenstädten und Zentren aktives Handeln entgegenzusetzen“, hatte Kommunalministerin Ina Scharrenbach dazu mitgeteilt. Den Städten und Gemeinden werde viel Spielraum gelassen, das Richtige für das Herz ihrer Städte und Gemeinden zu tun. Ob die Anmietung von Ladenlokalen, der Erwerb von Gebäuden, die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern von Einzelhandelsgroßimmobilien, die Erarbeitung von gemeinsamen Perspektiven mit Handel, Eigentümern und Politik oder die Schaffung von Innenstadtqualitäten: Jede Kommune könne hier ihrer individuellen Herausforderung gerecht werden. Dafür habe das Land seit 2020 rund 94 Millionen Euro zur Stärkung der Innenstadt zur Verfügung gestellt. JOST
