Politik | 24.03.2016

Keine Gülleattacke am Rhein:

Ausgebracht wurde pflanzliches Gär-Substrat

Landwirt beklagt, die „doppelte Moral“ einiger Wanderer, die die Wiesen am Rhein oft als „Hundetoilette“ beneutzen

Die Wiesen in der Nähe des Rhein sind landwirtschaftliche Flächen, die zur Futter- und Heuproduktion.von den Landwirten genutzt werden dürfen.CL.

Sinzig. „Wir starten doch keine Gülleattacke am Rhein“, das Landwirtsehepaar Wido und Sandra Ockenfels wehrt sich sowohl gegen die Berichterstattung in den Printmedien als auch gegen so manche Angriffe aus den Reihen von Spaziergängern und Fahrradfahrern entlang des Rheins.

Dies gilt auch für die umgangssprachliche Verwendung des Begriffes Gülle. „Gülle ist für Landwirte immer tierischer Abfall“, heißt es.

Bei dem Dünge-Produkt das jüngst auf den Rheinwiesen und den Feldern in Sinzig und Kripp ausgebracht wurde handelt sich aber keinesfalls um Tierexkremente. Es ist Gär-Substrat, das aus einer Biogasanlage in Nordrhein-Westfalen stammt und somit rein pflanzlich“, so Sandra Ockenfels im Gespräch mit Blick aktuell. Dass auch dieses Gär-Substrat eine erhebliche Geruchsbelästigung mit sich bringt, zählt für die Wido und Sandra Ockenfels zu den natürlichen Kreisläufen in der Landwirtschaft.

Es bleibt halt festzustellen: Es gibt halt keine Düngung mit den Duftnoten bekannter französischer Parfüm Hersteller. Die Ausbringung des Gär-Subtrates ist aber auch dem Ausbau der Biogasanalgen im Zug der Energiewende zuzuschreiben

Düngung auf Planzenbasis

Und es gibt noch einen Widerspruch, den es aufzulösen gilt. Denn im kollektiven Empfinden zahlreicher Wanderer und Radfahrer sind die Wiesen entlang des Rheins so etwas wie ein gefühltes Naherholungsgebiet. Dies sieht in der Realität wesentlich nüchterner aus: „Das sind landwirtschaftliche Nutzflächen, die wir gepachtet haben“, so Sandra Ockenfels, die darauf verweist dass diese Wiesen zur Futter und Heuproduktion genutzt werden. „Diese Düngung ist ein natürlicher landwirtschaftlicher Prozess auf Pflanzenbasis. Man sollte da etwas toleranter sein“, heißt es weiter. Denn die Landwirte störte schon seit Jahren durchaus etwas, dass ihre Wiesen als einziges großes Hundeklo benutzt werden. Bisher hat man aber in dieser Hinsicht kein Fass aufgemacht oder etwa Zäune geplant. „Beim Miteinander ist das immer schon ein Geben und nehmen, so Sandra Ockenfels, die die Verärgerung bei manchen Zeitgenossen durchaus verstehen kann, darin aber nun wirklich keinen Grund sieht, zum Beispiel Anzeige bei der Polizei zu erstatten. -BL-

Die Wiesen in der Nähe des Rhein sind landwirtschaftliche Flächen, die zur Futter- und Heuproduktion. von den Landwirten genutzt werden dürfen.Foto: CL.

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Imageanzeige
Nacht der Vulkane
2+1 Aktion
150 Jahre Zeitungstradition
150 Jahre Zeitungsgeschichte
Sonderpreis 150 Jahre
150 Jahre Zeitungstradition
150 Jahre Blick aktuell
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die TuS Koblenz freut sich auf Euren Besuch
430

Koblenz. Die TuS Koblenz lädt am Samstag, 25. Juli 2026, zum großen Sommerfest ins Stadion Oberwerth ein. Von 13 bis 22 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Neben der offiziellen Mannschaftsvorstellung steht ein bunter Mix aus Unterhaltung, Musik und Mitmachaktionen auf dem Programm.

Von Marcel Günther aus Koblenz

Weiterlesen

Bundestrainer Efthimios Karamitsos inmitten der Mitglieder vom KDMM
231

Mendig. Am Samstag, den 27. Juni, fand in Mendig der traditionelle Kata-Lehrgang mit Bundestrainer Efthimios Karamitsos statt. Trotz hochsommerlicher Temperaturen von nahezu 40 Grad ließen es sich rund 50 Karateka nicht nehmen, an diesem besonderen Training teilzunehmen – sehr zur Freude des Vereinsvorsitzenden Gunar Weichert und des Organisationsteams.

Von Manuela Klaas aus Dürrholz

Weiterlesen