Keine Gülleattacke am Rhein:
Ausgebracht wurde pflanzliches Gär-Substrat
Landwirt beklagt, die „doppelte Moral“ einiger Wanderer, die die Wiesen am Rhein oft als „Hundetoilette“ beneutzen
Sinzig. „Wir starten doch keine Gülleattacke am Rhein“, das Landwirtsehepaar Wido und Sandra Ockenfels wehrt sich sowohl gegen die Berichterstattung in den Printmedien als auch gegen so manche Angriffe aus den Reihen von Spaziergängern und Fahrradfahrern entlang des Rheins.
Dies gilt auch für die umgangssprachliche Verwendung des Begriffes Gülle. „Gülle ist für Landwirte immer tierischer Abfall“, heißt es.
Bei dem Dünge-Produkt das jüngst auf den Rheinwiesen und den Feldern in Sinzig und Kripp ausgebracht wurde handelt sich aber keinesfalls um Tierexkremente. Es ist Gär-Substrat, das aus einer Biogasanlage in Nordrhein-Westfalen stammt und somit rein pflanzlich“, so Sandra Ockenfels im Gespräch mit Blick aktuell. Dass auch dieses Gär-Substrat eine erhebliche Geruchsbelästigung mit sich bringt, zählt für die Wido und Sandra Ockenfels zu den natürlichen Kreisläufen in der Landwirtschaft.
Es bleibt halt festzustellen: Es gibt halt keine Düngung mit den Duftnoten bekannter französischer Parfüm Hersteller. Die Ausbringung des Gär-Subtrates ist aber auch dem Ausbau der Biogasanalgen im Zug der Energiewende zuzuschreiben
Düngung auf Planzenbasis
Und es gibt noch einen Widerspruch, den es aufzulösen gilt. Denn im kollektiven Empfinden zahlreicher Wanderer und Radfahrer sind die Wiesen entlang des Rheins so etwas wie ein gefühltes Naherholungsgebiet. Dies sieht in der Realität wesentlich nüchterner aus: „Das sind landwirtschaftliche Nutzflächen, die wir gepachtet haben“, so Sandra Ockenfels, die darauf verweist dass diese Wiesen zur Futter und Heuproduktion genutzt werden. „Diese Düngung ist ein natürlicher landwirtschaftlicher Prozess auf Pflanzenbasis. Man sollte da etwas toleranter sein“, heißt es weiter. Denn die Landwirte störte schon seit Jahren durchaus etwas, dass ihre Wiesen als einziges großes Hundeklo benutzt werden. Bisher hat man aber in dieser Hinsicht kein Fass aufgemacht oder etwa Zäune geplant. „Beim Miteinander ist das immer schon ein Geben und nehmen, so Sandra Ockenfels, die die Verärgerung bei manchen Zeitgenossen durchaus verstehen kann, darin aber nun wirklich keinen Grund sieht, zum Beispiel Anzeige bei der Polizei zu erstatten. -BL-
