Ausschuss für Stadtentwicklung beschäftigt sich mit Ortsbild
Ausschuss hat Gestaltungsfibel verabschiedet
Zuschüsse bei Arbeiten an Fassaden und Gebäuden in der Altstadt
Meckenheim. „Irgendwie hängt alles mit allem zusammen.“ Was wie ein Spruch aus dem rheinischen Buch der Lebensweisheiten sich anhört, in Meckenheim bringt dieser es auf den Punkt. Während man gerade den Kirchplatz fertiggestellt hat und die Hauptstraße in den letzten Zügen liegt, wurde einem auf der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses mal wieder klar, dass es ein integriertes Handlungskonzept für die Altstadt gibt. Dort waren diese Maßnahmen definiert und die Verwaltung hatte sich Gedanken gemacht, wie man denn zukünftig das Ortsbild gestalten will.
Fachbereichsleiterin Waltraud Leersch gab zunächst einen Überblick über die bisherigen Beratungen, wo in zahlreichen Workshops und Sitzungen auch die Anlieger sowie der Meckenheimer Verbund ihre Vorstellungen mit einbringen konnten. Bewusst hat man sich dann für die Erarbeitung einer Gestaltungsfibel und nicht für eine Gestaltungssatzung entschieden, denn eine Satzung hätte ungleich massive Auswirkungen auf zahlreiche baurechtliche Vorgänge und würde die notwendige Flexibilität erschweren. Diese Fibel hat man in einem Handbuch zusammengefasst und weil man das Rad nicht doppelt erfinden wollte, hat man auch bei anderen Kommunen fleißig abgeschrieben.
Das alles hat Auswirkungen auf zukünftige Bebauungspläne. Denn in einer Bestandsanalyse hat man zum einen eine Ableitung der Blockkonzepte vorgenommen und in einer weiteren Ableitung Gestaltungsvorgaben gesetzt, welche sich wowohl in der Gestaltungsfibel als auch in einem Fassadenprogramm wiederfinden. Die Inhalte der Gestaltungsfibel werden wiederum als Festsetzungen in die Bebauungspläne übertragen. Die Zustimmung zu dieser Maßnahme erfolgte denn auch einstimmig.
In einem nächsten Schritt galt es dann, das Fassaden- und Hofprogramm zu beschließen. Mit dieser Maßnahme will man eine ansprechende Gestaltung von Fassaden und Gebäuden in der Altstadt erreichen. Auch private Eigentümer in der Altstadt, welche ihre Gebäude hier entsprechend renovieren und umgestalten, können einen Zuschuss erlangen. In der Kasse des Förderprogrammes sind zunächst 420.000 Euro, welche zu 60 Prozent aus Bundes- und Landesmitteln bereitgestellt werden. Die Höchstförderung beträgt jedoch 30 Euro je Quadratmeter. Hierzu hat die Stadt ein Rechenbeispiel den Stadtverordneten vorgestellt. Wer eine Außenfläche mit 300 Quadratmeter Größe und Kosten von je 200 Euro pro Quadratmeter saniert, hat einen Gesamtaufwand von 60.000 Euro. Zuschussfähig ist jedoch nur der halbe Betrag, in diesem Falle also 30.000 Euro. Gleichzeitig ist eine Grenze der zuwendungsfähigen Kosten bei 60 Euro eingezogen, in diesem Falle ein Gesamtbetrag von 18.000 Euro. Davon kann dann 30 Euro je Quadratmeter als Zuschuss beantragt werden, in diesem Falle also 9.000 Euro, was immerhin bei einem Gesamtvolumen von 60.000 Euro fast 20 Prozent der Kosten ausmacht.
Gefördert wird zunächst bis 2019 nach dem Windhundprinzip. Bedeutet: Wer als erster einen Antrag stellt, wird auch entsprechend bedient, so lange bis der Topf leer ist. Die Zustimmung zu diesem Tagesordnungspunkt erfolgte ebenfalls einstimmig. Interessenten können sich direkt an die Stadt Meckenheim wenden.
Überraschend nahm auch Bürgermeister Bert Spilles an der Sitzung teil und konnte im späteren Verlauf die erfreuliche Mitteilung machen, dass der Haushalt 2016 sowie das Haushaltssicherungskonzept von der Kommunalaufsicht bewilligt worden sind.
STF
