Politik | 22.02.2022

Hoffnung in Nierendorf und Birresdorf

Baubeginn für die Brücke über den Leimersdorfer Bach vielleicht noch in diesem Jahr

Bürgermeister Achim Juchem (CDU) informierte im Gemeinderat über den Stand der Dinge beim Brückenbau und bei der Auenrenaturierung

Grafschaft. Angesichts der Flutkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 droht das Starkregenereignis, das am 4. Juni 2016 die untere Grafschaft traf, fast in Vergessenheit zu geraten. Doch auch damals gab es Schäden in Millionenhöhe, vor allem in Nierendorf. Außerdem rissen die Fluten die Brücke über den Leimersdorfer Bach weg, die Leimersdorf mit Birresdorf verbindet. Schon die Herstellung eines Provisoriums dauerte dort ein halbes Jahr, und noch heute – mehr als fünf Jahre später – quälen sich die Verkehrsteilnehmer im Kriechtempo über die Behelfsbrücke, die wegen ihrer Enge keinen Gegenverkehr zulässt. Günter Bach (SPD) wollte deshalb bei der jüngsten Sitzung des Grafschafter Gemeinderates von Bürgermeister Achim Juchem (CDU) wissen, wie es dort weitergeht.

Warum der Prozess so lange dauert, wollte Bach wissen, wie die Arbeitsschritte der Verwaltung aussehen und wann mit einem Baubeginn zu rechnen sei. Die gleichen Fragen stellte Bach zum Großprojekt der Auenrenaturierung in Niedernierendorf sowie dem damit einhergehende Ausbau der K80 vom „Deutschen Eck“ bis Nierendorf. Zwar sind die Rodungsarbeiten schon weit vorangeschritten, doch seit einiger Zeit scheinen die Arbeiten stillzustehen.

Viele Planungsschritte vonnöten

Juchem wies in seiner Antwort auf die Vielzahl der zu unternehmenden Planungsschritte für beide Projekte hin. Beim Brückenbau zwischen Birresdorf und Leimmersdorf gehe es nicht nur um die Wiederherstellung des Bachübergangs, sondern es soll zugleich ein Rückhaltebecken errichtet werden, dazu die unfallträchtige Straße begradigt, ein Rad- und Fußgängerweg gebaut und am Ortseingang Birresdorf ein Kreisel entstehen.

„Neben den Fach- und Ingenieurbüros sind mittlerweile zehn Dienststellen in diesem Verfahren involviert“, berichtete Juchem. Die Maßnahme ziehe jede Menge Abstimmungsbedarf nach sich, zudem verlangsame die Corona-Pandemie die Prozesse. Schließlich habe es gleich mehrere Planungsphasen gegeben bezüglich der Platzierung des Kreisverkehrs und des Bachdurchlasses. Darüber hinaus hätten sich die Verhandlungen zum Erwerb der dafür notwendigen Grundstücks in die Länge gezogen, weil man Enteignungsverfahren vermeiden wollte.

Es folgten zahlreiche Bohrsondierungen zur Berechnung der Statik sowie Abstimmungen mit der Wasserwirtschaft und den Naturschutzbehörden. Weiter ging es mit den Genehmigungsverfahren, und nicht zuletzt musste auch noch die Finanzierung geregelt werden. Immerhin sei nun ein Beginn der Baumaßnahmen in Sicht, so Juchem. Aktuell prüfe der Landesbetrieb Mobilität (LBM) die Straßenplanung, anschließend folgen die Ausführungsplanungen und das Erstellen der Leistungsverzeichnisse, bevor die Arbeiten ausgeschrieben werden könnten. „Mit ein wenig Glück wird es zu einem Baubeginn Ende 2022 kommen“, gab der Bürgermeister seiner Hoffnung Ausdruck.

Maßnahmen geschehen im Schulterschluss

Die Maßnahmen für den Brückenneubau einschließlich Regenrückhaltebecken an der L79 geschieht im Schulterschluss mit der Auenrenaturierung und dem Ausbau der L80 bei Nierendorf. Die überflüssige Erde, die dort anfällt, wird beim Dammbau an der L79 verwendet. Zwar seien Auen und Straße zwei getrennte Verfahren, doch die Büros stimmten sich untereinander ab. Den Straßenbau plane der LBM selbst, erst bei der Frage nach dem Aufbau des Radwegs und dem Schutz der Straße käme die Gemeinde ins Spiel, betonte Juchem.

Immerhin seien die Landesmittel bereits genehmigt, der Bewilligungsbescheid bereits überreicht. Möglicher Baubeginn für dieses Vorhaben sei das zweite Halbjahr 2022, nur die Frage der örtlichen Umleitung sei noch nicht final geklärt. JOST

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