Politik | 01.08.2024

Freie Wähler Mayen-Mittelrhein-Mosel zu Beschluss der GKM-Gesellschafterversammlung

Besorgniserregendes Sanierungskonzept des GKM beschlossen

Die Häuser des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein in Koblenz und Mayen.  Foto: FWM3

Kreis Mayen-Koblenz. Im Kommunalwahlkampf war für die meisten Parteien (Zweck- )Optimismus beim Thema Gesundheitsversorgung angesagt: Die Zukunft des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein (GKM) und des Standortes Mayen seien gesichert, lautete das vielstimmige Credo. Doch inzwischen hat die Gesellschafterversammlung des GKM mit einem „Schnellschuss“ Fakten geschaffen – ohne konkrete Einbindung der gerade neu gewählten Gremien und des neuen Landrats! Die beiden kommunalen Gesellschafter, der Landkreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz – vertreten durch Noch-Landrat Dr. Saftig und den Koblenzer OB -, haben „schmerzhafte Veränderungen“ (Originalton der Gesellschaftervertreter) für das Gesamtklinikum beschlossen, u. a. die Ein-Standort-Lösung in Koblenz, eine noch unklare Zukunft der Standorte Boppard und Nastätten sowie einen Abbau von Fachabteilungen im Mayener Elisabethkrankenhaus! Das heißt aber konkret: Noch-Landrat Dr. Saftig und der Koblenzer Oberbürgermeister sind ohne Bedenken den ausschließlich betriebswirtschaftlichen Vorgaben des Sanierungsgutachtens der Unternehmensberatung Roland Berger gefolgt. Das Patientenwohl und eine gute stationäre Gesundheitsversorgung in der Fläche waren für sie zweitrangig! Für die Freien Wähler Mayen-Mittelrhein-Mosel (FWM3) ist ein solches politisches Verhalten unverantwortlich gegenüber der betroffenen Bevölkerung. Gerade auf dem Hintergrund des jahrelangen Pokerns um eine Privatisierungslösung, ein viel zu langes Setzen auf den dafür favorisierten Kandidaten, den SANA-Konzern, dem man zeitweise sogar durch Geschäftsführer ermöglichte, das Klinikum für den Verkauf „zuzurichten“. Jetzt wird dreifach deutlich! Erstens: Ein kommunalpolitisches Drama endet nun als Trauerspiel. Zweitens: Die gewählten Protagonisten haben versagt. Drittes: Die Katastrophe für die „Zuschauer“ ist da! Was das für die Region Mayen und die stationäre Gesundheitsversorgung in der Fläche bedeutet, wird sich erst nach der Umsetzung des angekündigten Abbaus von Fachabteilungen in einem deutlich verringerten Leistungsspektrum des Mayener Krankenhauses zeigen. Dabei bleibt auch noch zu befürchten, dass die formelhafte Betonung der Beibehaltung der Geburtshilfe und „vollmundig formuliert“ der Kinder- und Jugendmedizin am Standort Mayen zunächst einmal nur als vorläufige Zusicherung gelten kann. Gerade die schleichende Verschlechterung der stationären Gesundheitsversorgung im Kreis Mayen-Koblenz in den letzten Jahren macht für die FWM3 deutlich: „Sicher ist nur, dass im Gesundheitswesen nichts sicher ist!“ Gerade angesichts der aktuellen Entscheidungen werden die Freien Wähler Mayen-MittelrheinMosel (FWM3) weiterhin politisch ihr Konzept vertreten, dass die medizinische Versorgung der Bevölkerung – gerade auch in ländlichen Gebieten – eine Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge sein muss: Demnach stehen hier also Kreis, Land und Bund weiterhin in der Pflicht. Und in einer der reichsten Industrienationen der Welt gibt es hierbei kein Finanzierungs-, sondern ausschließlich ein Verteilungsproblem. In den Gesprächen mit Vertretern anderer Parteien hören die Freien Wähler auch immer wieder einen gewissen Fatalismus, dass die Vorgaben von Bund und Land ein „Gesundschrumpfen“ der Kliniklandschaft auch in der Region 56 „alternativlos“ machen. Und: Früher sei die medizinische Versorgung auch nicht so gut gewesen wie heute. Deshalb sollten/könnten/müssten sich die Menschen auch wieder an die Verhältnisse der „alten Zeiten“ gewöhnen.

Solchen vertröstenden „Argumenten“ kommunalpolitischer Ohnmacht können die Freien Wähler der FWM3 explizit nicht zustimmen. Für sie beginnt alle am Gemeinwohl ausgerichtete Politik noch immer in der Kommune, also konkret vor Ort. Hier gilt es gezielt, den Bedürfnissen der Menschen zu dienen. Und dies wird nach Ansicht der FWM3 auch über die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft mitentscheiden. Gerade die Ergebnisse aktueller Wahlen (z. B. in Frankreich) belegen eindrücklich, die Bürgerinnen und Bürger wollen den Fortbestand bzw. den Ausbau einer guten medizinischen Versorgung als Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Zukunftsfähige (Kommunal-)Politik nimmt deshalb nach Ansicht der Freien Wähler diesen Bürgerwunsch ernst und setzt ihn in neuen, nicht am Profit ausgerichteten Strukturen des Gesundheitswesens zum Wohle der Bevölkerung um!

Pressemitteilung FWM3

Die Häuser des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein in Koblenz und Mayen. Foto: FWM3

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
01.08.202411:28 Uhr
Amir Samed

Zitat:"...ist ein solches politisches Verhalten unverantwortlich gegenüber der betroffenen Bevölkerung." - Die aktuelle Politiker-Generation ist ohne Bezug zur Realität, es ist ein Establishment, das nur Zensur, Bevormundung, wirtschaftlichen Niedergang und den Zerfall von Bildung, von Infrastruktur und von Sicherheit zu bieten vermag. Immer wieder ist die Finanzierung ein Problem, wobei es an Geld im System nicht mangelt. Das Geld kommt nur nicht an der richtigen Stelle an, dazu kommt, dass die Ampel-Regierung die Krankenkassen für das Bürgergeld "bluten" lässt, diese hohen Kosten und die der Einwanderung, belasten das System über Gebühr und haben dessen Grenzen längst überschritten. Das Kliniken schließen, die ärztliche Versorgung sich verschlechtert und auch die Zahl der Apotheken abnimmt, ist Ausdruck des Zusammenbruchs.

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2025
Koblenz blüht 2026
Anlagenmechaniker
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
First Friday Anzeige März
Anzeige KW 14
Unterstützeranzeige
Imageanzeige - Ostern
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
20

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

28

Sinzig. Der CDU Stadtverband Sinzig bietet in diesem Jahr wieder eine Bürgerreise an: vom 30. September (Mittwoch) bis 4. Oktober (Sonntag) fahren wir mit einem modernen Reisebus der Firma Welter-Reisen nach Berlin.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2265

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Schulze Klima -Image
Tag der offenen Tür
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Angebotsanzeige (April)
PR-Anzeige
Titelanzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige