Gemeinderat Swisttal war einer Meinung
Bezahlbarer Geschosswohnungsbau schon bald in Odendorf und Heimerzheim
Grundstücke am Bahnhof Odendorf und in der Kölner Str. (Heimerzheim) – SPD-Aktion hatte den Antrag gestellt
Swisttal. In der Gemeinde Swisttal soll es künftig mehr bezahlbaren Geschosswohnungsbau geben. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten sehen einen dringenden Bedarf, schon in naher Zukunft bezahlbare Wohnungen in Swisttal bereitzustellen. Seit Langem sei der Wohnungsbau ein drängendes Problem in der Gemeinde, viele Menschen fänden keine Wohnungen mit bezahlbaren Mieten mehr.
Die SPD hatte auch gleich drei mögliche Grundstücke ins Gespräch gebracht, die Tobias Leuning noch einmal vorstellte: zum einen die gemeindeeigenen Grundstücke am Bahnhof in Odendorf, dann ein Gelände in Heimerzheim neben dem geplanten neuen Kindergarten sowie das Grundstück im Gewerbegebiet von Odendorf gegenüber der Tankstelle, das auch für einen Dorfhaus-Neubau in Erwägung gezogen wird. Die Gemeindeverwaltung hatte diese Vorschläge überprüft und war zu der Ansicht gekommen, dass zumindest die vorgeschlagenen Flächen am Odendorfer Bahnhof und am Heimerzheimer Kindergarten durchaus für einen Geschosswohnungsbau infrage kämen. Darüber hinaus werde in jedem Gespräch mit künftigen Projektentwicklern auf dem Gebiet der Gemeinde darauf hingewirkt, möglichst die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in die Planungen mit einzubeziehen und besonders zu berücksichtigen, erläuterte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU).
In der Gemeinde fehlen Gewerbeflächen
Die von der SPD vorgeschlagene Fläche gegenüber der Tankstelle im Odendorfer Gewerbegebiet hingegen sei nicht dafür geeignet, laut Nutzungsverordnung sei ein Wohnungsbau auf gewerblichen Flächen unzulässig. Lediglich bei Betriebsinhabern sei dies in eingeschränktem Maße erlaubt. Außerdem fehlten in der Gemeinde ohnehin Gewerbeflächen, sodass man die wenigen noch zur Verfügung stehenden Grundstücke nicht ohne Not zweckentfremden dürfe. Das sahen auch Herbert Waskow (Die Swisttaler), Monika Wolf-Umhauer (FDP) und Hanns-Christian Wagner (CDU) so. „Wir benötigen dringend sozialen Wohnungsbau in Swisttal“, so Waskow. Allerdings sei „Geschosswohnungsbau in einem Gewerbegebiet direkt gegenüber der Tankstelle keine gute Idee“, ergänzte Wolf-Umhauer.
Keine voreiligen Entscheidungen treffen
Gertrud Klein (CDU) machte zudem darauf aufmerksam, dass das 1302 Quadratmeter große Grundstück in Heimerzheim an der Kölner Straße möglicherweise noch anderweitig gebraucht werde, wenn die Gemeinde wider Erwarten doch einen weiteren eigenen Kindergarten bauen müsse. Bevor nicht klar sei, dass die katholische Kirchengemeinde ihre Kindergarten-Erweiterungspläne auch tatsächlich umsetze, müsse man dieses Grundstück für den Fall der Fälle zurückhalten. Sven Kraatz (Grüne) plädierte für eine „Planung mit Weitsicht“, die man in ein paar Jahren nicht bereuen müsse, und Tanja Pleßer (CDU) sah überhaupt keine Notwendigkeit, eine solche Entscheidung ohne vorherige Diskussion im zuständigen Ausschuss zu treffen. Joachim Güttes (Bürger für Swisttal) wünschte sich, dass man bei der Umsetzung später einmal „Masse mit Klasse“ schaffe, denn das werde insbesondere von Leuten aus den Großstädten der Region gefragt.
So votierte der Rat letztlich einstimmig – bei Enthaltung von Manfred Lütz (CDU) – dafür, die Fläche am Odendorfer Bahnhof und das Grundstück in der Kölner Straße in Heimerzheim für den Geschosswohnungsbau vorzusehen und entspreche Planungen in absehbarer Zeit vorzulegen. Zudem soll die Bürgermeisterin bei der Kreisverwaltung nachhören, ob es für ein solches Vorhaben Fördermöglichkeiten gebe. Nicht durchsetzen konnten sich die Sozialdemokraten mit ihrer Idee, auch am Rande des Gewerbegebiets Odendorf Geschosswohnungsbau zu ermöglichen. Diesem Vorhaben erteilten alle anderen Fraktionen geschlossen eine Abfuhr.
JOST
