Arbeitskreises Umwelt der SPD Grafschaft
Bienchen und Co. müssen leider warten
Grafschaft. Auf die lange Bank wurde die ökologische Aufwertung der Grafschaft geschoben und dies vom Umweltausschuss, der seinem Namen keine Ehre machte. Dabei hatte die Gemeindeverwaltung sich sogar die Expertise einer promovierten und erfahrenen Diplom Biologin eingekauft. Mit einem Antrag der CDU, der noch nicht einmal schriftlich vorlag, wurde die Vorarbeit der Gemeindeverwaltung zur ökologischen Aufwertung der Grafschaft hinweggefegt. Stattdessen soll ab sofort alles auf einen Naturschutzbeirat warten.
Gibt es denn einen Naturschutzbeirat? Nein. Weiß jemand, welche Aufgaben er haben soll? Nein. Weiß jemand, wer dort Mitglied sein soll? Nein. Gibt es überhaupt einen eindeutigen Beschluss, dass solch ein Beirat etabliert werden soll? Nein.
Die Landwirtschaft ist bereits jetzt mit drei von zwölf Mitgliedern im Umweltausschuss gut vertreten und kann sich sachlich einbringen, sodass es allenfalls Bedarf für die Expertise von Umweltverbänden gäbe.
Es ist selbstverständlich, dass Ökologie am besten im Zusammenklang mit der Landwirtschaft funktionieren kann, deren sachkundige und praktische Erfahrungen einfließen. Weiterhin ist klar, dass einerseits die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft zu berücksichtigen sind; andererseits sollte die Landwirtschaft bei EU-Agrarsubventionen in Höhe eines mittleren zweistelligen Milliardenbetrages (in Deutschland) auch zum Schutz der natürlichen Grundlagen unseres Lebens ihren Beitrag leisten. Allgemeiner Konsens ist, dass die Landwirtschaft gerade in der Grafschaft wichtig ist. Doch es geht zu weit, wenn eine CDU-Ratsfrau sich öffentlich als Agrar-Lobbyistin bezeichnet. Die Bürger wählen keine Lobbyisten, sondern Vertreter, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Und das Gemeinwohl bedarf in dieser Zeit einer stärkeren ökologischen Ausrichtung. Erinnert werden soll an dieser Stelle an die Ratsbeschlüsse vom 27. September 2018 mit dem Titel „Bienenland Grafschaft“, worin festgelegt wurde, dass die Grafschaft eine bienen- und insektenfreundliche Gemeinde werden soll. Neben der ökologischen Aufwertung von bereits gemeindeeigenen Flächen solle die Gemeinde geeignete private Flächen ankaufen oder anpachten. Bereits im Beschluss von 2018 wird auf die Bedeutung von Magerwiesen hingewiesen, also Wiesen, wo das Mähgut abgefahren wird. Festgelegt wurde das Anpflanzen von Blumen und Stauden, von blühenden Hecken und von Bäumen. Als Flächen, die hierfür in Frage kommen, wurden angeführt: Feldraine an Wirtschaftswegen, Grünstreifen entlang von Gräben und Bächen, Ausgleichsflächen, Hangflächen, Flächen rund um Regenrückhaltebecken, öffentliche Flächen auf Friedhöfen usw. Die Gemeinde verpflichtete sich, auf ihren Flächen auf bienenschädliche Insektizide und Pestizide zu verzichten. Es gibt viel zu tun! Aber: Der CDU-Antrag in der letzten Umweltausschusssitzung hat ein zügiges und zielführendes Arbeiten der Verwaltung zunichte gemacht.
Pressemitteilung
Arbeitskreis Umwelt der
SPD Grafschaft
