Politik | 19.12.2016

Preiswerte Bauplätze in Ramersbach für junge Familien

Bis zu neun Baugrund- stücke sollen entstehen

Stadtrat will neues Baugebiet „Ober den Gärten“ ausweisen - erstes Projekt nach dem kommunalen Baulandmanagement

Ramersbach. Am Ortsrand von Ramersbach soll „Ober den Gärten“ ein kleines Baugebiet entstehen. Dieses brachte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung bei vier Gegenstimmen von Grünen und Linken auf den Weg. Es sei das erste Baugebiet, das nach den 2011 beschlossenen Regeln des kommunalen Baulandmanagements entwickelt werde, so Bürgermeister Guido Orthen (CDU). Bei diesem Verfahren werden die Grundstückseigentümer an den Kosten der Baulandentwicklung beteiligt und müssen außerdem eine Verpflichtung unterzeichnen, dass innerhalb eines bestimmten Zeitfensters das Grundstück auch tatsächlich bebaut wird. Damit solle verhindert werden, dass Baulücken entstehen, indem Grundstücke auf unabsehbare Zeit in privater Hand verbleiben und somit dem Markt mit seiner stetig hohen Nachfrage nach Wohnraum nicht zur Verfügung stünden. Die Stadt habe bei Nichterfüllung der Bauverpflichtung ein grundbuchlich gesichertes Ankaufsrecht der Baugrundstücke zum Verkehrswert.

Eingeschossige Häuser sollen gebaut werden

Doch da alle betroffenen Grundstückseigentümer mit der Bebauung einverstanden seien und auch einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet haben, rechnet die Stadtverwaltung mit einer zügigen Bebauung der bis zu neun Bauplätze mit Größen zwischen 500 und 700 Quadratmetern. Dort sollen preiswerte Bauplätze im ländlichen Raum für junge Familien entstehen und zugleich der Ortsrand von Ramersbach besser definiert werden. In dem leicht nach Süden abfallenden Gelände sollen eingeschossige Häuser entstehen. Ein wesentliches städtebauliches Ziel sei es, dass sich die neue Bebauung entlang der Straße „Ober den Gärten“ der vorhandenen Bebauung anpasse und einen städtebaulichen Abschluss des Siedlungsrandes bilde. Aus diesem Grund sollen sich die neuen Häuser an der umgebenden Wohnbebauung orientieren und das vorhandene Straßenbild harmonisch ergänzen, zugleich soll ein harmonischer Übergang zu den angrenzenden Freiflächen geschaffen werden. „Mit diesem Baugebiet geben wir jungen Familie die Möglichkeit, preiswerten Wohnraum stadtnah zu erwerben“, freute sich Andreas Geschier (CDU). Für die Kinder biete sich zudem die immer seltener werdende Gelegenheit, in der Natur aufzuwachsen. Zudem sei das Baugebiet gut in die gewachsene Dorfgemeinschaft integriert, und die Erschließungskosten hielten sich in Grenzen. Allerdings sprach sich Geschier dafür aus, die Grundstücksgröße nicht vorab festzulegen, sondern das konkrete Interesse abzuwarten. Schließlich brauche eine Familie mit vier Kindern mehr Platz, auch im Freien, als eine Familie mit einem Kind.

Sinnvolle Erweiterung der vorhandenen Bebauung

Der Ramersbacher Ortsvorsteher Fritz Langenhorst (SPD) sah in dem Vorhaben eine sinnvolle Erweiterung der vorhandenen Bebauung. „Dem Erhalt und der Entwicklung der Funktionsfähigkeit örtlich geprägte Stadtteile durch angemessene Ausweisung von Wohnbauflächen ist hier voll Rechnung getragen worden.“ Grünen-Fraktionschef Wolfgang Schlagwein sah das ein wenig anders, denn laut Dorferneuerungskonzept sei es in Ramersbach eher angebracht, den innerdörflichen Leerstand und Baulücken zu schließen. Viele Gebäude seien „untergenutzt“, würden von alleinstehenden Senioren über 85 Jahren bewohnt und hätten zudem auch noch sichtbare Mängel oder seien sanierungsbedürftig. Laut Konzept sei eine Reaktivierung der untergenutzten Bausubstanz ein wichtiger Schritt zur Belebung des gewachsenen Altortbereichs. Doch genau das Gegenteil werde jetzt gemacht mit einem Neubaugebiet im Außenbereich. Auch Wolfgang Huster (Linke) wandte sich gegen eine zunehmende Zersiedelung der Landschaft und plädierte für eine verdichtete Bauweise, wenn man schon am Ortsrand baue. Zumal er angesichts der Prognose des Statistischen Landesamtes bezüglich eines Einwohnerrückgangs bezweifelte, dass überhaupt ein neues Baugebiet notwendig sei. „Wir sollten nicht die Statistiker die Politik bestimmen lassen, sondern sie selbst machen, zumal die bisher immer falsch gelegen haben mit ihren Prognosen“, konterte Bürgermeister Guido Orthen (CDU). Außerdem gebe es in Ramersbach keinen nennenswerten Leerstand, was auch Werner Kasel (SPD) bestätigte und zudem lobte, dass einige Gebäude im Dorf hervorragend renoviert worden seien. „Viele junge Familien warten sehnsüchtig darauf, dass sie im Neubaugebiet ein Haus bauen können“, wusste er. JOST

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