Politik | 21.08.2023, 08:44 Uhr

„Müssen Hundehalter genauer geprüft werden?“ in BLICK aktuell 33/23

Bringt den Tierheimen nichts!

Die Forderung nach einem sogenannten Hundeführerschein wirft erhebliche Fragen auf, die zunächst zu beantworten wären:

1. Wer nimmt die Prüfung ab ?

2. Muss die Prüfung nicht auf eine bestimmte Hunderasse abgestimmt sein (es ist ein Unterschied, ob ich einen Rauhaardackel oder eine Deutsche Dogge halten will) ?

3. Wer kontrolliert den Führerschein, der ja zwangsläufig mitgeführt werden müsste ?

4. Muss jedes Familienmitglied eine Prüfung machen, oder reicht einer in der Familie aus (was ziemlich unsinnig wäre) ?

5. Was bringt das Ganze, außer unnötige Kosten für Tierhalter ?

6. Wieviel Zeit geht ins Land, bis eine solche Vorschrift umgesetzt werden kann ?

7. Ist nach realistischer Beantwortung der o.g. Fragen ein solches Vorhaben überhaupt in der Praxis durchsetzbar und sinnvoll ?

Aber die entscheidende Frage ist doch: Was bringt es den Tierheimen ?

Die Antwort ist nach meiner Meinung : Nichts!

Sinn der Sache soll doch sein, die Tierheime zu entlasten. Dann ist der Gedanke an einen Hundeführerschein erheblich zu kurz gedacht.

Vermutlich hält es viele Menschen davon ab, einen Hund zu erwerben, der dann später evtl. im Tierheim landet. Es hält aber auch diejenigen, die vielleicht einen Hund aus dem Tierheim holen wollen, davon ab, dies zu tun.

Das heißt im Umkehrschluss, dass man es attraktiver machen muss, einen Hund aus dem Tierheim zu holen, als woanders.

Man könnte beispielsweise - wie u.a. in der Stadt Wiesbaden praktiziert - bei Hunden aus dem Tierheim auf die Hundesteuer, oder auch einen Teil davon, verzichten. Hier sind natürlich die ohnehin gebeutelten Kommunen gefragt.

Ein weiterer Ansatz wäre es, die Einfuhr von Strassenhunden aus dem Ausland zu verbieten oder extrem unattraktiv zu machen. Was sind das für Leute, die Hunde aus ausländischen Tierheimen nach Deutschland bringen, wo doch hier die Tierheime mehr als voll sind. Das hat mit Tierschutz nichts zu tun. Das Schlimme ist, dass diese „Retter“ dann auch noch öffentlich in den Medien gelobt werden. In meinen Augen sind sie ein Teil des Problems. Wieviele dieser Hunde landen in Tierheimen ? Darüber spricht niemand und keiner will es wissen. Schade.

Da wird im Ausland angeblich Tierschutz praktiziert und ab der deutschen Grenze werden die Augen für die Situation in Deutschland geschlossen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.

Jochem Stein,

Mayen

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