Ortstermin mit Pecher Bürgern
Brücke über die Hauptstraße soll Ende August fertig werden
Christian Pohl von der Gemeindeverwaltung hatte einen schweren Stand bei der Informationsveranstaltung
Pech. Christian Pohl von der Wachtberger Gemeindeverwaltung hatte einen schweren Stand. Er versuchte auf der Behelfsfußgängerbrücke in der Pecher Hauptstraße gut 50 entnervten Bürgern aus dem Ort zu erklären, wieso es auf den beiden Brückenbaustellen im Dorf einfach nicht vorangeht. Denn neben der weiterhin in Bau befindlichen Hauptstraßen-Brücke ist mittlerweile auch die ebenfalls beim Starkregen vom 4. Juni 2016 weggespülte und vom THW provisorisch wieder aufgebaute Brücke am „Grünen Weg“ komplett für den Verkehr gesperrt.
Pohl konnte die Gemüter aber wenigstens ein kleines Bisschen beruhigen, denn aller Voraussicht nach werde die Brücke in der Hauptstraße, wie zuletzt geplant, tatsächlich Ende August fertiggestellt und für den Verkehr wieder freigegeben werden. Eine Garantie dafür wollte er aber nicht abgeben, dafür gebe es noch zu viele Unwägbarkeiten. Und die Brücke am „Grünen Weg“ bleibe ohnehin zunächst nur für zwei bis drei Wochen gesperrt – solange nämlich, bis die Versorgungsleitungen von den zuständigen Versorgungsunternehmen verlegt seien.
Auch die Gemeinde wurde überrascht
Dass diese ausgerechnet jetzt diese Arbeiten durchzögen, darauf habe die Gemeindeverwaltung keinerlei Einfluss, machte Pohl klar. Zum einen sei für diese Brücke ohnehin der Rhein-Sieg-Kreis als Baulastträger zuständig, zum anderen sei auch die Gemeinde von der Leitungsverlegung etwas überrascht worden. Eigentlich hätte die „Grüne Brücke“ nämlich erst dann gesperrt werden sollen, wenn die Hauptstraßen-Brücke fertiggestellt ist.
Die beiden Anwohner Friedhelm Kolzem und Götz Sperling schilderten unter dem Beifall der Zuhörer in anschaulichen Worten, mit welchen Problemen die Bewohner des „Grünen Wegs“ derzeit zu kämpfen hätten. Über die Brücke kann man nämlich nur außerhalb der Arbeitszeiten, also vor 7 Uhr und nach 17 Uhr, gehen, was vor allem ältere Menschen vor schwere Herausforderungen stelle, die beispielsweise zu ihrem Arzt nach Bad Godesberg wollten. Wenn die zur Bushaltestelle auf der anderen Seite der Brücke wollten, müssten sie für ein paar Meter nämlich einen Umweg von drei Kilometern zu Fuß in Kauf nehmen – „das ist unzumutbar, aber das interessiert ja die Verantwortlichen nicht“, hieß es.
Verkehrssituation soll sich auch wieder normalisieren
Immerhin konnte Pohl insoweit beruhigen, dass diese problematische Situation nur noch kurze Zeit dauere. Die eigentlichen Arbeiten für den Neubau der Brücke sollen aber plangemäß erst dann beginnen, wenn die Arbeiten an der Brücke in der Pecher Hauptstraße abgeschlossen seien. Damit werde sich wahrscheinlich auch die Verkehrssituation zu den Berufspendlerzeiten morgens und abends wieder normalisieren. Denn derzeit stünden mitunter bis zu drei Dutzend Fahrzeuge hintereinander an der Ausfahrt am Huppenberg und warteten, bis sie endlich vorankämen. Schließlich müsse jetzt das gesamte Dorf durch dieses Nadelöhr.
Beengte Verhältnisse, eine schwierige Topographie und komplizierte technische Anforderungen hätten dazu geführt, dass der Neubau der Brücke in der Pecher Hauptstraße so lange dauere, so Pohl. Damit reagierte er auf Vorhaltungen von Kolzem, man könne eigentlich erwarten, dass so eine Baustelle nach zwei Jahren längst abgeschlossen wäre. Dafür gab dieser nicht zuletzt der ausführenden Baufirma die Hauptschuld: „Jeder weiß, wenn die Kreissäge am Kran hängt, wird hier nicht gearbeitet – und die hängt hier andauernd.“ Das Bauunternehmen hätte man viel stärker zur Eile antreiben müssen, war er überzeugt. Aber anscheinend sei der Wille nicht vorhanden, die Baumaßnahme zügig abzuschließen. Wogegen Pohl sich verwahrte und klarstellte, für eine solch komplizierte Baustelle seien zwei Jahre Bauzeit einschließlich Planung und diverser Genehmigungsverfahren absolut im Rahmen.
Brücke erhält einen viel größeren Querschnitt
Vor dem verheerenden Starkregenereignis am 4. Juni 2016 knickte der Godesberger Bach an der alten Brücke im rechten Winkel nach rechts und direkt hinter der Brücke wieder im rechten Winkel nach links ab. Zudem war auch noch der Durchflussquerschnitt lediglich 3,5 Quadratmeter klein, was für „normale“ Regenereignisse zwar ausreiche, nicht aber für Jahrhundertfluten. Deshalb habe man den Durchfluss jetzt auf 13 Quadratmeter vergrößert, womit künftig 29 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abfließen können – exakt so viel, wie ein „100-jähriges Ereignis“ rechnerisch verursacht. Außerdem wurden die Winkel deutlich verkleinert auf lediglich zweimal 36 Grad, damit staue sich bei einem künftigen Starkregenereignis deutlich weniger Wasser an dieser Stelle.
Derzeit wird der Godesberger Bach durch ein Kanalrohr von 1,60 Metern Durchmesser um die Baustelle herum geführt, so Pohl, im Anschluss an die Baumaßnahme müsse man dies wieder zurückbauen. Die Brückenkappen seien in den letzten Tagen betoniert worden, jetzt fehlen nur noch das Geländer und einige Anschlussarbeiten. Doch erst wenn die Brücke selbst fertig sei, könne man die Stützmauer an ihrem hinteren Ende errichten, die den Hang unter dem weißen Haus absichern soll. Alles in allem rechne man mit Baukosten von rund 1,1 Millionen Euro.
JOST
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