Wettbewerb zur Namensfindung der neuen Energiegesellschaft an der Rheinschiene
Bürger-Mission: Wie soll sie heißen?
Bürger sollen Namen bestimmen - Anteilseigner sind sieben Kommunen und die EVM
Koblenz. „Streng vertraulich“ steht auf einer Postwurfsendung, die Bürger in Remagen, Sinzig, Bad Breisig, Grafschaft, Burgbrohl, Gönnersdorf und Brohl-Lützing in diesen Tagen in ihren Briefkästen finden. Der Inhalt: Ein Wettbewerb zur Namensfindung der neuen Energiegesellschaft, die die Kommunen gemeinsam mit der Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM) gründen. „Wir wollen die Energiezukunft unserer Kommunen selbst gestalten - mit intensiver Bürgerbeteiligung. Und wir wollen vom Netzbetrieb auch profitieren. Deshalb haben wir im vergangenen November die Neuvergabe unserer Konzessionen für Strom an entsprechende Bedingungen geknüpft“, sagt Achim Juchem, Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft stellvertretend für seine Kollegen aller beteiligten Städte und Gemeinden.
Das Modell der EVM, eine gemeinsame Gesellschaft aus der Taufe zu heben, hat überzeugt. In diese bringt die EVM ihr Know-how in Sachen Energie ein. Dass die Kooperationspartner es ernst meinen mit der Bürgerbeteiligung, beweisen sie bereits jetzt bei der Namensfindung der neuen Gesellschaft. Mitmachen ist ganz einfach: Postkarte ausfüllen, bis 11. Juni 2014 an die EVM zurückschicken und mit etwas Glück gewinnen. Eine Fach-Jury wählt aus den Vorschlägen aus. Für den ersten Platz gibt es 750 Euro, der zweite ist mit 250 Euro dotiert und der dritte mit 100 Euro. Die schnellsten 100 Einsendungen werden zudem mit je zwei Eintrittskarten zur Vorstellung des „Zirkus Knie“ am Sonntag, 6. Juli, in Grafschaft belohnt.
„Es ist uns wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger Einfluss darauf haben, wie der Energieversorger ihrer Städte und Gemeinden heißen soll. Sie müssen sich mit dem Namen identifizieren können“, betont Achim Juchem als Sprecher der Verbündeten. Josef Rönz, Vorsitzender der EVM-Geschäftsführung, freut sich auf viele kreative Vorschläge und die neue Partnerschaft: „Diese Kooperation ist für mich zukunftsweisend. Als EVM sind wir seit Jahrzehnten tief mit der Region verwurzelt und fühlen uns für die Lebensqualität mitverantwortlich“, betont er und ergänzt: „Die Herausforderungen der Energiewende und eine langfristig sichere, bezahlbare Versorgung erfordern aber künftig eine deutlich intensivere Zusammenarbeit von Kommunen, Bürgern und Energiedienstleistern.“ An der Rheinschiene werde man zeigen, wie schlagkräftig solche Partnerschaften sein können. Auch Achim Juchem ist überzeugt, dass die sieben Kommunen die richtige Wahl getroffen haben: „Mit der EVM haben wir einen Partner gefunden, mit dem wir unsere Vorstellungen von Rekommunalisierung realisieren können.“ Man brauche das Wissen und die Erfahrung eines erfahrenen Energieversorgers, um die Herausforderungen der Zukunft technisch wie wirtschaftlich meistern zu können, betont er weiter.
Das Vorhaben
Ein Konsortialvertrag regelt die künftige Zusammenarbeit und das Vorgehen: Die sieben Kommunen am Rhein und die EVM gründen zunächst eine neue gemeinsame Versorgungsgesellschaft, die auch über die EVM Strom anbieten wird. Parallel dazu kauft die EVM die Stromnetze von der RWE und bringt diese in die neue Gesellschaft ein. Ab diesem Zeitpunkt können sich die Kommunen dann an der neuen Gesellschaft beteiligen bis zu einem Anteil von insgesamt 74,9 Prozent. Den Betrieb der Netze wird die EVM Netz GmbH übernehmen. An sie sollen die Stromnetze verpachtet werden.
Die neue Gesellschaft wird rund 60.000 Menschen mit Strom versorgen. Ihr Leitungsnetz verzweigt sich auf einer Fläche von über 117 Quadratkilometer. Die EVM ist zwar bereits im Besitz der Stromkonzession. Bis zum Verkauf der Stromnetze ist aber noch die RWE für den Betrieb der Stromnetze verantwortlich.
Die EVM versorgt im nördlichen Rheinland-Pfalz über 151.000 Kunden mit Erdgas, Ökostrom und Wärme sowie rund 186.000 Einwohner mit Trinkwasser. Faire Preise sowie ein umfassender und persönlicher Service stehen dabei im Mittelpunkt. Die EVM engagiert sich konsequent für den Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung und die Erhöhung der Energieeffizienz, um die Energiewende in der Region voranzutreiben. Durch ihre Aktivitäten werden jährlich 162.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Die EVM betreibt das Stromnetz in Cochem und gemeinsam mit ihrer Unternehmenstochter Gasversorgung Westerwald GmbH Erdgasnetze in 255 Kommunen. Die EVM ist zudem Betriebsführerin dreier Wasserwerke und des Abwasserwerks in Remagen.
Pressemitteilung
der Energieversorgung Mittelrhein GmbH Koblenz
