Politik | 06.02.2026

Bürgerinitiative sieht eigene Berechnungen durch VRM-Stellungnahme nicht widerlegt

Kastanienstraße, Umweg über Hermann-Doneth-Straße und Braubacherstraße Richtung Koblenz.

Lahnstein. In einer Pressemitteilung vom 5. Januar 2026 hatte die Bürgerinitiative (BI) „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ zu den Auswirkungen der sogenannten Ringlösung erklärt: „24.000 zusätzliche Buskilometer, mehr Emissionen, neue Gefahren.“ Diese Aussagen wurden in der regionalen Presse mit einer Stellungnahme des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) konfrontiert, der der Hochrechnung der Bürgerinitiative widersprochen hat.

Ulrich Barwinski vom Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) sagt: „Seit gut einem Jahr fahren die Busse auf den neuen Routen. Dabei haben sich auf einigen Linien Mehrleistungen ergeben. Auf anderen Linien ist es zu Minderleistungen gekommen. Den Mehrverbrauch von Diesel-Kraftstoffen in der von der BI benannten Menge können wir deshalb nicht bestätigen. Die Kilometerleistung im Linienbündel Lahnstein habe sich um rund 3 Prozent verändert“, konkretisiert Barwinski.

Die Bürgerinitiative (BI) sieht in der Stellungnahme ihre Angaben zum Verbrauch etc… als nicht widerlegt. In der Pressemitteilung war ausdrücklich nicht beabsichtigt, den Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) als Verantwortlichen oder gar Gegner darzustellen. Gegenstand der Kritik sind ausschließlich die durch die Ringlösung verursachten Mängel. Die Zuständigkeit hierfür liegt bei den Straßenverkehrsbehörden – und nicht beim VRM.

Fakt ist: Durch die Umleitung in die Kastanienstraße und weiterer Straßen in Oberlahnstein verlängert sich die Fahrtstrecke für Linienbusse um 1.4 km gegenüber der früheren direkten Strecke durch die Adolfstraße zwischen den Haltestellen Helmestal und evangelischer Kirche. Diese Mehrkilometer wurden von der Bürgerinitiative mit 24.000 Kilometer, zusätzlich 14.000 Liter Diesel und 38t CO2 Emissionen berechnet, bezogen auf die genannte Teilstrecke im Stadtteil Oberlahnstein.

Der VRM hat in seiner Kritik nicht diese Teilstrecke bewertet, sondern die Gesamtstrecke im Linienbündel Koblenz – Lahnstein zu Grunde gelegt, wobei die Kilometerleistung im Linienbündel Lahnstein sich um rund 3% verändert habe. Eine andere Sichtweise, die unserer Auffassung nach zu Irritationen geführt hat.

Der VRM hat eine inhaltliche Prüfung oder Bewertung der von der BI genannten Mehrverbrauchsmenge gerade nicht vorgenommen. Der VRM erklärt: „In unserer Antwort haben wir lediglich die Aussage getroffen, dass wir zu den Verbräuchen keine Angaben machen können, insofern auch keine anderen Aussagen hierzu bestätigen können. Dies ist auch vor dem Hintergrund schwierig, dass unterschiedliche Fahrzeuggrößen mit unterschiedlichen Verbräuchen im Einsatz sind. Auch bei der CO2-Thematik ist eine Berechnung schwierig, da einige Betreiber XTL (z.B. HVO 100) tanken.“

Damit wurden die Aussagen der Bürgerinitiative zum Teilbereich Oberlahnstein weder bestätigt noch widerlegt.

Auch das von der BI benannte Problem der sogenannten Leerfahrten ist real und täglich beobachtbar. Darunter versteht die BI keine betrieblichen Überstellungsfahrten, sondern reguläre Linienfahrten mit sehr geringer oder fehlender Fahrgastnachfrage (z. B. Fahrten mit nur wenigen Fahrgästen trotz hoher Sitzplatzkapazität) - etwa bei groß dimensionierten Gelenkbussen. Eine hohe Fahrgastnachfrage sieht die BI nur zu Verkehrsspitzenzeiten.

Gerade vor dem Hintergrund von Klimaschutzzielen und begrenzten kommunalen Haushalten ist diese Form des Busverkehrs in Frage zu stellen wegen Ökologie und Wirtschaftlichkeit. Die Verantwortung hierfür liegt bei den Straßenverkehrsbehörden – und nicht beim VRM.

Zutreffend ist wohl, dass der Busverkehr in den Hauptverkehrszeiten zwischen Koblenz und Lahnstein teilweise im 15 Minuten Takt geführt wird. Das ist sicherlich positiv zu bewerten. Allerdings ist nach Auffassung der BI diese Taktfrequenz auch nach der alten Verkehrsführung der Busse zu erreichen. Weshalb ausgerechnet die Ringlösung hierfür ursächlich sein soll, erschließt sich uns nicht.

Betrachtet man die Gesamtsituation, so ist festzustellen, dass die Nachteile der neu geschaffenen Buslinienführung ihre Vorteile bei weitem übertreffen:

1. Busse fahren durch Wohngebiete

2. Straßen sind nicht für den Busverkehr ausgelegt, vermehrte Straßenschäden (hierzu folgt noch eine eingehende Stellungnahme durch die BI)

3. Bushaltestellen sind für Ältere und gehbehinderte Einwohner schwer zu erreichen

4. Erhöhte Umweltbelastung mit Gesundheitsgefährdung

5. Erhöhte Verkehrsgefährdung bei schon stark angestiegenem PKW-Verkehr mit jetzt zusätzlichen Busverkehr (hierzu folgt noch eine eingehende Stellungnahme durch die BI)

6. Ungünstige Erreichbarkeit des Innenstadtbereichs, was zu Einnahmeverlusten bei dort ansässigen Geschäften führt.

Die Bürgerinitiative fordert daher die Berücksichtigung der vorgenannten Kritikpunkte bei der ÖPNV-Planung. Das wäre bei der Umdrehung zur ursprünglichen Verkehrsführung gegeben.

Die Ring“lösung“ ist keine Lösung, sondern das Problem.

Pressemitteilung Bürgerinitiative (BI) „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“

Busse imWohngebiet im Stau.

Busse imWohngebiet im Stau.

Kastanienstraße, Umweg über Hermann-Doneth-Straße und Braubacherstraße Richtung Koblenz. Foto: Bürgerinitiative

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Oliver Spielmann: Es sollte besser heißen, Neuwied zerstört Lebensraum. Spätestens jetzt müsste eigentlich dem Letzten Bürger ein Licht aufgehen, welcher Stellenwert unser Grossbaumbestand in den Quartieren hat. Möglicherweise...
  • Markus Witsch: Es kann ja sein, dass 66% der Merzbacher sich einen eingeschränkten Nahversorger wünschen, aber die Bewohner von Schlebach, Irlenbusch, Neukirchen, Kurtenberg, Berscheid und Loch/Queckenberg haben andere Einkaufsgewohnheiten.
  • Hink Heike: Hat die UWG, CDU und der Herr Meyer sich auch einmal überlegt,wie die Senioren vollgepackt mit ihrer Ware, die ganzen Berge wieder hochkommen sollen? Und die Todenfelder, Hilberather, Locher und Queckenberger...
  • *Katja* : Jede einzelne Zeile hier trifft den Kern dieser Gruppe wunderbarer verrückten Hühner ?? ?? ??. Großartig und weiter so??
Rund ums Haus
Geschäftspartner für Versandhandel
Anzeige SALE
Motivierte und engagierte  Nachwuchskräfte
Karneval in der Region
Karneval in der Grafschaft
Karneval in der VG Altenahr
Karneval im Brohltal
Karneval im Brohltal
Bad Neuenahr-Ahrweiler feiert Karneval
Empfohlene Artikel

Lahnstein. Wie in jedem Jahr war die SPD Lahnstein bei der ersten Trockensitzung des Carneval Comitée Oberlahnstein (CCO) in der Stadthalle vor Ort und feierte gemeinsam mit vielen Gästen die Proklamation der neuen Tollitäten.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Erste Stadtratssitzung des Jahres – VHS war Ausweichort

Neuwied: 3 Grundschulen ab 2027/28 ganztags in Angebotsform

Neuwied. Bereits im Vorfeld hatte die Stadtratssitzung Wellen geschlagen. CDU-Fraktionschef Martin Hahn hatte auf social media gepostet, dass die AfD der Einrichtung dreier Ganztagsschulen in Heimbach-Weis, Feldkirchen und Engers, im vorgelagerten Haushaltsausschuss nicht zugestimmt hatte.

Weiterlesen

Investitionsprogramm 2026 für Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz:

„Eigenlob der Landesregierung hilft Krankenhauslandschaft nicht“

Remagen. Anlässlich der Pressekonferenz von Gesundheitsminister Hoch zum Krankenhausinvestitionsprogramm 2026 fordert die CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz eine deutlich stärkere finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser im Land. Die aktuelle Lage zeige unmissverständlich, dass das bisherige Investitionsniveau nicht ausreiche, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern.

Weiterlesen

Im MakerSpace wurde intensiv über Lösungen diskutiert

Immobilien im Klimawandel

Bendorf. Auf Einladung der Bendorfer Grünen hatten sich zahlreiche interessierte Bürger im Bendorfer Makerspace eingefunden, um gemeinsam mit Experten und erfahrenen Bürgern nach Wegen zu suchen, wie man seine Immobilie fit für die Zukunft machen kann.

Weiterlesen

Helfende Hände gesucht
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Daueranzeige
Rückseite o. B. Vorauskasse
Stellenanzeige Kundendiensttechniker
Gegengeschäft
Karneval in Oberbreisig
Remagen feiert Karneval
Heimersheimer Karnevalsumzug, 14.02.26
Heimersheimer Karnevalsumzug, 14.02.26Heimersheimer Weihnachtsmärktchen, 29. – 30.11.25
Heimersheimer Karnevalsumzug, 14.02.26
Karneval im Brohltal
Karneval in Oberbreisig
Heimersheimer Karnevalsumzug, 14.02.26
Kreishandwerkerschaft