Politik | 14.02.2025

Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach am 6. April

Bürgermeister-Kandidaten stellen sich vor

V.l.n.r.: Tim-Jonas Löbeth, Pierre Fischer, Holger Klein, Achim Braasch.  Foto: Gunter Jung/FDP Rengsdorf-Waldbreitbach

Rengsdorf-Waldbreitbach. Großer Andrang beim Bürgermeister-Casting: Auf Einladung der FDP Rengsdorf-Waldbreitbach stellten sich kürzlich Pierre Fischer, Holger Klein und Achim Braasch als Kandidaten für die am 6. April 2025 anstehende Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach der Öffentlichkeit vor. Rund 60 Interessierte waren der Einladung der Liberalen in das Hotel Restaurant Waldterrasse nach Rengsdorf gefolgt.

„Als neutrale Kraft im Rennen um das Rathaus möchten wir allen Bürgerinnen und Bürgern die Chance bieten, die Kandidaten persönlich kennenzulernen“, erläuterte Tim-Jonas Löbeth, Vorsitzender der FDP Rengsdorf-Waldbreitbach zu Beginn die Beweggründe der Veranstaltung. „Im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern werden wir immer gefragt, wer denn die drei Kandidaten eigentlich seien. Da dachten wir uns: Bevor wir die Kandidaten vorstellen, geben wir ihnen lieber eine Bühne. Denn wer die Kandidaten nicht kennt, geht vielleicht am 6. April nicht wählen und jede nicht abgegebene Stimme ist eine verlorene Stimme für unsere Demokratie. Obwohl wir als Freie Demokraten keinen eigenen Kandidaten zur Wahl aufstellen, möchten wir mit dieser Veranstaltung im Sinne unserer Demokratie einen Beitrag leisten, um die Bürgerinnen und Bürger für die Wahl zu mobilisieren.“

Den Anfang der Vorstellungsrunde machte Pierre Fischer (CDU), der die Themen medizinische Versorgung, Wirtschaftsförderung und Ehrenamt in den Fokus rückte. Gemeinsam mit Landrat Hallerbach, so Fischer, setze er sich derzeit für die Ansiedlung eines Kinderarztes in der Verbandsgemeinde ein. „Darüber hinaus werbe ich dafür, die Verwaltungsgebühren für Veranstaltungen von Vereinen abzuschaffen, um die Ehrenamtler, die ohnehin seit Jahren mit steigender Bürokratie zu kämpfen haben, auf diese Weise zu entlasten“, stellt Fischer klar. Ferner will er die Bürgernähe stärken, indem er als Bürgermeister eine Bürgersprechstunde einrichten wolle, die nach und nach in allen 20 Ortsgemeinden stattfindet. Darüber hinaus wolle er sich als Bürgermeister dafür einsetzen, dass die Realschule Plus in Waldbreitbach perspektivisch zu einer IGS weiterentwickelt und das Bildungsangebot in der Verbandsgemeinde damit ausgebaut wird. Fischer verwies auf sein Zukunftsprogramm für die Verbandsgemeinde, das viele weitere Punkte umfasse und auf seiner Website abrufbar sei. Als Stellvertreter des Verbandsbürgermeisters sowie als 2. Kreisbeigeordneter kenne er nicht nur die Arbeitsprozesse und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rengsdorf und Waldbreitbach, sondern bringe auch ein großes Netzwerk mit. Gleichzeitig wolle er als junger Mensch aber auch für einen Aufbruch sorgen und sich für eine moderne, digitale Verwaltung stark machen.

Holger Klein (FWG) betonte anschließend, Brückenbauer zwischen allen Fraktionen im Verbandsgemeinderat, den verschiedenen Institutionen, Vereinen und den 20 Ortsgemeinden sein zu wollen. Für die Verbesserung der Bürgernähe schweben Klein etwa die Durchführung von Bürgerworkshops, die Einführung einer VG-App und regelmäßige Bürgersprechstunden in den Ortsgemeinden vor. Darüber hinaus wolle er sich für die Einrichtung eines Förderscouts in der Verwaltung einsetzen, damit die Verbandsgemeinde und die Ortsgemeinden die tausenden Fördertöpfe im Land bestmöglich anzapfen könnten. Angesprochen auf die Verkehrssicherheit meinte der Melsbacher Ortsbürgermeister, dass in der Verwaltung eine weitere Kraft für die Überwachung des ruhenden Verkehrs benötigt werde. „Es geht nicht darum, die Bürgerinnen und Bürger zu gängeln“, so Klein, „sondern sicherzustellen, dass die Einsatzfahrzeuge, etwa von Feuerwehr und Rettungsdienst, im Notfall unsere Straßen passieren und zum Einsatzort gelangen können.“ In Melsbach sei es nach langem Ringen mit dem Landesbetrieb für Mobilität gelungen, rund um die Grundschule sowie in der Rengsdorfer Straße Verbesserungen zu erwirken. Auf die Frage, was ihn von den beiden anderen Kandidaten unterscheide, meint der Maschinenbauingenieur und Berufsschullehrer, dass er über 10 Jahre mit Personalverantwortung in der „freien Wirtschaft“ gearbeitet habe und diese Erfahrungen - gerade auch im Bereich des Zwischenmenschlichen - sowie den Blick von außen mit in die Verwaltungsstrukturen bringen will.

Achim Braasch (Einzelbewerber) stellte neben der Wirtschaftsförderung und dem Ehrenamt auch den Wohnwert in den Mittelpunkt seines Vortrags. Er sprach sich zur Erhaltung der Naturlandschaften dafür aus, für die Erschließung neuen Wohnraums zunächst die Ortskerne in den Fokus zu nehmen. Mit Blick auf die Straßeninfrastruktur betonte der Oberradener Ortschef, dass das Netz zwar gut sei, der Ausbau aber oftmals zu wünschen übrig lasse. „Ich bin jedoch positiv gestimmt,“, so Braasch, „dass die L257 zwischen Niederbreitbach und Kurtscheid zukünftig in das Ausbauprogramm des Landes aufgenommen werden kann“. Schrittweise will Verwaltungsprofi Braasch, der seit über 30 Jahren im öffentlichen Dienst tätig ist und zurzeit das Bauamt der VG Bad Hönningen leitet, zudem die Kapazität der Klärwerke ausweiten. Angesprochen auf die steigenden Personalkosten der Verwaltung stellte Braasch klar, dass sich der Personalkörper seiner Meinung nach am Umfang des Aufgabenspektrums der Verbandsgemeinde und den Bedarfen aus den Ortsgemeinden orientieren müsse und er sich deshalb gegen pauschale Stellenkürzungen ausspreche, wie sie aktuell von anderen gefordert würden.

Moderator Tim-Jonas Löbeth resümierte anschließend, dass man mit Fug und Recht behaupten könne, qualifizierte Kandidaten zu haben. Gleichzeitig habe das Casting aber auch gezeigt, dass sich die Kandidaten - etwa hinsichtlich ihres Lebenswegs oder ihres Programms - unterscheiden. Diese Unterschiede seien nun sichtbar geworden, sodass man zuversichtlich sei, dass sich alle Gäste ein eigenes Bild über die Kandidaten machen konnten und die Veranstaltung damit gerade für jene, die noch unentschlossen sind, aufschlussreich war.

Pressemitteilung

FDP Rengsdorf-Waldbreitbach

V.l.n.r.: Tim-Jonas Löbeth, Pierre Fischer, Holger Klein, Achim Braasch. Foto: Gunter Jung/FDP Rengsdorf-Waldbreitbach

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Ralf Schweiss
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
Heimat aktiv erleben
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606  /AZ Commodity Mayen KW 25
Peter und Paul Kirmes
Empfohlene Artikel
Noch ist der Ahrradweg in Sinzig ein Provisorium – temporär eben.  Foto:GS
100

Sinzig. Eigentlich ist beim Ahrradweg in Sinzig noch alles in der Schwebe. Der Weg erstreckt sich im Bereich der Barbarossastadt von der Ahrmündungsbrücke bis hin nach Bad Bodendorf zur Ehlinger Ley. Derzeit wurde der Ahrradweg im Bereich Eisenbahnbrücke bis Spessartsteg und vom Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf bis zur Ehlinger Ley temporär hergestellt. Temporär deshalb, da zum Zeitpunkt der Planung noch nicht festlag, wo die endgültige Trasse verlaufen soll.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Polizei
5607

Die Gesuchten sollen einen 24-Jährigen bewusstlos geprügelt haben:

22.06.: Fahndung: Wer kennt diese Männer?

Köln. Die Kriminalpolizei Köln fahndet mit Bildern von Zeugen nach zwei Männern, die am 12. Februar (Weiberfastnacht) einen 24-Jährigen angegriffen und schwer am Kopf verletzt haben sollen.

Weiterlesen

Die Zufahrtstraße für die künftige Kläranlage Untere Ahr wird an der B266 zwischen B9-Hochkreisel und Ortseingang Kripp gebaut.
415

Remagen/Kripp. Der Neubau der Kläranlage Untere Ahr macht weitere Fortschritte: Mit dem Bau der neuen Zufahrtsstraße wurde jetzt begonnen. Damit wird eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des Gesamtprojekts geschaffen.

Von Reiner Friedsam aus Sinzig

Weiterlesen