Politik | 18.12.2017

23 TO Punkte - letzte Ratssitzung des Jahres hatte es in sich

Bürgermeister wurde vereidigt, jetzt ist der Stadtvorstand komplett

Mit Applaus begrüßen die Ratsmitglieder aller Fraktionen den neuen Bürgermeister im Amt. -FF-

Neuwied. Mit 23 Tagesordnungspunkten, alleine im öffentlichen Teil, hatten sich die Fraktionen in der letzten Stadtratssitzung ein großes Pensum auferlegt. Aufgrund der Vakanz im Stadtvorstand waren über die letzten Wochen einige Beschlüsse liegen geblieben. Dieser Rückstand ist nach der Wahl der ehrenamtlichen Beigeordneten (wir berichten gesondert) sowie der offiziellen Amtseinführung von Bürgermeister Michael Mang (SPD) nun abgearbeitet. Folglich begann die Ratssitzung mit der Ernennung, Vereidigung und Amtseinführung vom Michael Mang. Für den festlichen Teil blieb kurz vor Weihnachten keine Zeit. Der wird nachgeholt. In Anbetracht der großen Tagesordnung beließen es die Beteiligen auch bei wenigen Worten. Oberbürgermeister Jan Einig freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister. Seit anderthalb Jahren arbeite man bereits im Stadtvorstand gut zusammen. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Der OB-Wahlkampf habe nichts daran geändert, weil man sich eine engagierte aber faire Kandidatur geliefert hätte. Auch Michael Mang sprach von persönlicher Wertschätzung seines Kollegen. Gemeinsam wolle man nun die nächsten Herausforderungen angehen. Neben dem Alltagsgeschäft allem voran der Umbau der Stadtverwaltung. Im Verlauf der Ratssitzung beschlossen die Fraktionen am Förderprogramm „Starke Kommune-Starkes Land“ (SKSL) teilzunehmen. Der Stadtrat ermächtigte Oberbürgermeister Jan Einig, die Kooperationsvereinbarung zu unterzeichnen. Bei SKSL geht es um die Infrastruktur und die kommunalen Zusammenarbeit. Anfang 2014 gab die Landesregierung den Startschuss zur Strategie für eine Demografie feste Kommunalpolitik. Gemeinsam mit damals 13 Verbandsgemeinden erprobte das Innenministerium bis zum Sommer 2016, wie interkommunale Zusammenarbeit praktisch funktionieren kann und wie Akteure vor Ort verstärkt in Entwicklungsprojekte eingebunden werden können? Ziel war es, aus den Prozessabläufen vor Ort neue Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Förderpolitik und Instrumente einer Demografie festen Kommunalentwicklung zu gewinnen. Aufgrund der positiven Ergebnisse möchte das Innenministerium die Fortschreibung des Förderprogramms auf 11 weitere Kommunen entlang des Rheins.

SWN erwirtschaften 2 Mio. Euro

Äußerst zufrieden zeigten sich die Fraktionen mit dem Jahresergebnis der SWN in 2016. Die Bilanzsumme beträgt rund 131 Mio. Euro. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Jahresüberschuss in Höhe von 2,04 Mio. Euro aus. „Das ist ein hervorragendes Ergebnis“, sagte CDU Fraktionschef Martin Hahn und attestierte dem Management und den Mitarbeitern eine sehr gute Arbeit. Er sprach von einem tollen Marketing für und in der Stadt Neuwied. Mit 35,3% hat sich die Eigenkapital Quote der SWN nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden positiv entwickelt. Der Fraktionsvorsitzende nannte 7,2 Mio. Euro Investitionen, davon 3,4 Mio. Euro in die von der SÜWAG übernommenen Stromnetze. Dies sei gut investiertes Geld, wie die Versorgungssicherheit zeigt. In Sachen Stromausfälle stünde man vergleichsweise gut da. Eine gute Entwicklung sieht Martin Hahn in der Deichwelle und hier weiteres Potential in der Sauna. Das Ziel müsse sein, die Betriebszuschüsse zu reduzieren. Auch weil das Kerngeschäft schwieriger wird. Die Reglementierung wird größer und die Margen kleiner. Da kommen zusätzliche Erträge aus der Lieferung von 500.000 Kubikmetern Wasser nach Bendorf gerade richtig. Geschäftsfelder außerhalb der Stadt Neuwied zu erschließen forderte auch Sven Lefkowitz. Anstrengungen in die Zukunftsfähigkeit seien notwendig. Er lobte die Netzertüchtigung in Neuwied und Melsbach sowie den Breitbandausbau im Gewerbegebiet. Positiv hob der SPD Chef auch die Anstellung von 30 Auszubildenden hervor. Er erinnerte daran, dass Aufgaben der SWN im Querverbund liegen. Ohne diesen wäre die Deichwelle nicht möglich. Regine Wilke (Bündnis 90/Die Grünen) forderte die SWN auf, auf erneuerbare Energien einzugehen. Die würden eine Eigendynamik entwickeln. Sie lobte das kundenorientierte Werben der SWN ohne Drückerkultur. Dennoch werde es in Zukunft nicht ausreichen, Gas, Strom und Wasser zu liefern. Tobias Härtling (Die Linken) forderte das Management auf, Potentiale bei der Brennstoffzelle zu prüfen. In diesem Antrieb sieht er mehr Zukunftschancen als bei E-Motoren. Karl-Josef Heinrich (FWG) sieht einen Grund für das gute Geschäftsergebnis in der Positionierung als regionaler Versorger. Aktionen wir „Partner der Vereine“ unterstreichen dies. Karl-Josef Heinrichs sieht in 2 Mio. Euro Ertrag zwar das Potential der SWN, warnte aber davor, von einem Selbstläufer auszugehen. Zur Deichwelle äußerte auch er sich. Der Zuschussbedarf läge weit höher, als es der Politik seinerzeit bei der Zustimmung für den Neubau suggeriert wurde.

SBN ebenfalls positiv

Ebenfalls positiv kommentierten und verabschiedeten die Fraktionen das Jahresergebnis 2016 der Servicebetriebe SBN. Unter dem Strich stehen hier 488.000 Euro, die in die Rücklagen eingestellt werden. Die Fraktionen sprachen den Mitarbeitern und der Geschäftsführung ihren Dank aus. Nicht nur für die guten Zahlen, sondern auch für die Blumen und das viele Grün im Stadtbild. Die „Grünunterhaltung“ zählt wie die Verkehrssicherung, die Friedhöfe, die Straßenreinigung sowie die Straßenunterhaltung zu den öffentlichen Dienstleistungen. Daneben sind die SBN für die Abwasserbeseitigung und das Deichamt zuständig. Pascal Badziong (CDU) erwähnte positiv, dass die SBN bei den Straßensanierungen mit der Stadt zusammen arbeiten. Dadurch entstünden Behinderungen durch Baustellen nur einmal. Er erwähnte, dass die SBN seit 2013 jährlich 2 Mio. Euro in die Kanalisation investieren und dies auch so fortsetzen werden. Bislang entsorgen die SBN den Klärschlamm in der Landwirtschaft. Pascal Badziong wies darauf hin, dass die thermische Verwertung demnächst gesetzlich vorgeschrieben wird. Diesbezüglich seien in der SBN bereits die Planungen angelaufen.

Zuschüsse für Kita´s

Mehrheitlich stimmte der Stadtrat für die Beschlussvorlage, der Kindertagesstätte „In der Lach“ in Niederbieber einen Zuschuss von max. 60.000 Euro zu gewähren. In der Kita herrscht akuter Platzmangel, der aus verschiedenen Gründen aber nicht durch Erweiterungen oder die Nutzung des Obergeschosses behoben werden kann. Also bleibt nicht anders übrig, als das Angebot zu verringern. Es wird der Betrieb einer dreigruppigen Kita mit Ganztagsplätzen angestrebt. Die Gesamtkosten für den notwendigen Umbau liegen bei rund 120.000 Euro. Mit dem Geld soll die Küche für die tägliche Essensausgabe erweitert werden, sowie ein Personalraum, einen Schlafraum und ein Ruheraum geschaffen werden. Das neue Angebot soll nach den Sommerferien starten. Mängel beim Brandschutz sind in der Katholischen Kita „Heilige Familie“ Block zutage getreten, die demnächst für 50.000 Euro behoben werden. Der Stadtrat bewilligte einen Zuschuss in Höhe von ebenfalls max. 50 Prozent. Mit dem Geld soll ein Fluchtweg aus dem Mehrzweckraum geschaffen werden. Außerdem werden die elektrischen Sonnenmarkisen erneuert, weil die vorhandenen die Fluchtwege versperren. FF

Michael Mang (SPD) wird als neuer Bürgermeister von Neuwied von Jan Einig vereidigt.

Michael Mang (SPD) wird als neuer Bürgermeister von Neuwied von Jan Einig vereidigt.

Ex-Stadtrat Werner Hammes wandte sich als Bürger in der Einwohnerfragestunde an den Stadtvorstand.

Ex-Stadtrat Werner Hammes wandte sich als Bürger in der Einwohnerfragestunde an den Stadtvorstand.

Mit Applaus begrüßen die Ratsmitglieder aller Fraktionen den neuen Bürgermeister im Amt. Fotos: -FF-

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Monatliche Anzeige
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Container Anzeige
First Friday Anzeige März
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
23

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
24

Aufgrund von Wartungsarbeiten muss´die Stromversorgung zeitweise eingestellt werden

Kein Strom in Sinzig-Westum und Löhndorf

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
11

Allgemeine Berichte

EIN-Spruch: Fest(e) der Befreiung

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
286

Leserbrief zu „HeimatCheck: Bad Neuenahr: Zu viele unangeleinte Hunde im Stadtgebiet?“

Leserbrief: „Das ist keine Tierliebe, das ist Egoismus!“

Ich bin fast 75 Jahre alt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich Hunde. Zwei dieser Hunde wurden von unangeleinten Hunden angefallen, und so schwer verletzt, dass sie nur durch hohe tierärztliche Kunst gerettet werden konnten. Beide hatten ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Holz Loth-Entsorgung
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Anzeige "Rund ums Haus"
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Titel
Schulze Klima -Image
Tag der offenen Tür
fit für`s Alter?
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Osteraktion
Anzeige Lange Samstage