Remagener Grünen-Fraktion möchte Ergebnisse einer Bürgerversammlung umsetzen
Bundesstraße 9 in Remagen entschärfen
Remagen. An einer Versammlung in der „Casa Antonio Lopez“ zum Thema „Lärm und Gefahren auf der B9, was tun?“ nahmen auf Einladung der Remagener Grünen am Sonntag 30 Bürgerinnen und Bürger mit Wohnsitz zwischen Rolandswerth und Remagen teil. In einer lebhaften, aber auch sehr konstruktiven Diskussion wurden alle Aspekte des Themas diskutiert. Dabei brachten die Anwesenden auch sehr deutlich ihren Unmut über die Politik und die beteiligten Verwaltungen zum Ausdruck. Obwohl nachts LKW trotz eines bestehenden Nachtfahrverbots mit teilweise über 100 km in der Stunde durch die Remagener Ortsteile brausen, würde seitens der zuständigen Behörden nichts unternommen. Die Polizei sei überlastet und könne an der B 9 kaum noch Kontrollen durchführen. Die Remagener Stadtverwaltung sei objektiv nicht zuständig und der Landesbetrieb Mobilität rühre sich nicht beziehungsweise lasse nicht einmal Querungshilfen als Geschwindigskeitsstopper auf der Bundesstraße zu. Eingaben von Anwohnern blieben unbeantwortet oder ohne Wirkung. Über seitens der Landesregierung den betroffenen Anwohnern versprochene Maßnahmen habe man nie wieder etwas gehört.
Zunehmende Raserei
Neben dem Thema Lärm wurde die immer mehr zunehmende Raserei auf der B 9 heftig diskutiert. In ihren Beiträgen konnten die Grünen-Ratsmitglieder Volker Thehos und Frank Bliss über eine Verkehrsmessung in Remagen mit höchst erschreckenden Ergebnissen berichten: So hätten an einem einzigen Tag mehr als zwei Drittel aller Fahrzeughalter die zulässige innerörtliche Geschwindigkeitsgrenze von Tempo 50 zum Teil deutlich überschritten. Rund 300 Fahrzeugführer hätten nur an einem Tag ihren Führerschein sogar verloren und der Rekordhalter sei mit 151 km in der Stunde am Remagener Bahnhof vorbeigerast, drei Mal so schnell wie erlaubt. Trotz der schwierigen Situation und der verweigerten Zuständigkeiten durch die verschiedenen Verantwortlichen wollen sich die Grünen-Stadträte wie auch die betroffenen Bürger und Bürgerinnen nicht mehr mit der Situation auf der B 9 abfinden.
So sollen verschiedene Vorschläge der Versammlung aufgegriffen werden: Neben einem Erinnerungsschreiben hinsichtlich des LKW-Nachtfahrverbots an den zuständigen Landesminister ist vor allem geplant, die Erfahrungen der B 9 - Beruhigung im Ortsbereich Bad Breisig auszuwerten. Hier zwängen zahlreiche Querungshilfen den Verkehr in eine engere Bahn, während für Abbieger eine eigene Spur eingerichtet wurde. Während die Querungshilfen die Geschwindigkeit deutlich reduzieren helfen, hielten die Abbiegespuren den Verkehrsfluss aufrecht. Aus Bad Neuenahr erhoffen sich die Grünen Informationen über eigene Verkehrskontrollen in städtischer Regie. Da die Polizei derzeit nicht über das Personal verfügt, um hinreichende Geschwindigkeitskontrollen auf der B 9 durchzuführen, stellt sich auch für Remagen die Frage, ob die Stadt neben dem ruhenden nicht auch den rollenden Verkehr im Zaun halten könnte. Zumindest in Bad Neuenahr erfolgt dies bekanntlich bereits seit mehreren Jahren.
Vorschlag Kreisel
Ein weiterer Vorschlag der Versammlung ist der Bau eines Kreisels auf der B 9 in Remagen an der Einmündung der Bergstraße. Hierdurch könnte sowohl der Verkehr beruhigt wie auch das Abbiegen in Richtung Bonn erleichtert werden. Auch machten die Versammlungsteilnehmer schon konkrete Vorschläge, wie durch Umgestaltungsmaßnahmen der zum Teil vorhandene Autobahncharakter der B9 entschärft werden könnte. Es wurde beschlossen, die Vertreter des Kreises im Landtag stärker auf das Problem aufmerksam zu machen und die Verantwortlichen endlich an die Versprechungen zum Rückbau der B 9, zumindest im südlichen Bereich von Remagen, zu erinnern. Hierzu soll es gemeinsame Aktionen und zeitnah eine weitere Veranstaltung geben.
Pressemitteilung Fraktion
Bündnis90/Die Grünen
im Rat der Stadt Remagen
