Politik | 13.01.2017

CDU-Ortsverband Bad Neuenahr

Bundesvorsitzender Carsten Linnemann zu Gast beim MIT-Neujahrsempfang

Brisante Statements läuten Bundestagswahlkampf ein – Spannende Podiumsdiskussion

Gastgeber und Gäste lieferten sich eine angeregte, kontroverse Diskussion (v. li. Mechthild Heil, Dr. Carsten Linnemann, Heinz Detlef Odenkirchen, Dr. Karl Tack, Gereon Haumann. privat

Der MIT Kreisverband hatte zum alljährlichen Neujahrsempfang mit neuem Konzept geladen. Anstelle der traditionellen Karnevalsdarbietungen wollte man in diesem Jahr auf eine spannende Podiumsdiskussion setzen. Das ist den Gastgebern, den beiden stellvertretenden Kreisvorsitzenden Detlef Odenkirchen und Werner Jung durchaus gelungen. Waren es doch die kniffligen Fragen zur Wirtschaft und zur aktuellen politischen Lage der Bundespolitik, die zu einer interessanten Diskussion beitrugen. Moderator des Abends war Detlef Odenkirchen, der zunächst die Teilnehmer vorstellte. Die Diskutanten waren der Unternehmer Dr. Karl Tack aus dem Brohltal, Gereon Haumann, Landesvorsitzender der MIT Rheinland-Pfalz und selber Besitzer und Betreiber einer Hotelimmobilie in Bad Münster am Stein, die Bundestagsabgeordnete aus dem hiesigen Wahlkreis für die CDU, Mechthild Heil und natürlich der Gastredner des Abends und Ehrengast, Dr. Carsten Linnemann, Bundesvorsitzender der MIT Deutschland. Mit einer jeweiligen Ansprache der beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Detlef Odenkirchen und Werner Jung, wurde der Abend eröffnet. Jung ging auf die politischen Themen des zurückliegenden Jahres ein - TTIP, Brexit, Terror - und beleuchtete das allgemeine Weltgeschehen. Odenkirchen berichtete von lokalen Ereignissen. Davon, dass der Kreis Ahrweiler gut aufgestellt und mit einer sehr guten Kreiswirtschaftsförderung ausgestattet sei. Die interkommunale Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Grafschaft und dem Landkreis Ahrweiler sei beispielhaft und könne Schule machen. Sie stehe für eine gute und gesunde Wirtschaftspolitik und dafür, dass Unternehmer gerne im Kreis Ahrweiler gesehen sind. Schließlich hätte diese hervorragende Zusammenarbeit zur Ansiedlung des Bonner Großkonzerns Haribo geführt. Drei wichtige Voraussetzungen sind entscheidend bei der Gründung eines Unternehmens. Erstens, eine gute Geschäftsidee, zweitens Selbstbewusstsein und drittens Mut. „Denn ohne Selbstbewusstsein und Mut gibt es nicht den ersten Schritt. Und ohne den ersten Schritt gibt es nicht den Weg zum Erfolg“, ist sich Odenkirchen sicher. Danach folgt die Neujahrsansprache von Dr. Carsten Linnemann. Er ging nach den vorausgehenden Grußworten einiger Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker und der Dernauer Weinmajestät auf die Ängste und die Verunsicherung der Bürger ein. „Wir müssen die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen und versuchen ihre Bedenken und Nöte zu verstehen. Jedoch sollte es die Politik in der CDU auch verstehen, die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen und mit Sachargumenten nüchtern und ehrlich den Menschen zu begegnen. Protestwahl und Populismus sind die falschen Signale und spielen denen in die Karten, die eine für Deutschland schlechte Entwicklung und eine Gefahr für Frieden und Freiheit bedeuten würden. Die Welt verändert sich. Die Sicherheitspolitik steht hier in Frage. Klare Konzepte, klare und deutliche Angebote müssen für die Menschen im Land formuliert werden. Diese werden nicht durch die Rechtspopulisten gegeben, sondern doch nur durch demokratisch gesinnte Parteien, wie die der CDU. Eine stabile Freiheit in unserem Land zu genießen und diese so zu leben, wie wir es in der Vergangenheit gewohnt waren, das fehlt den Menschen. Gute Ausbildungsmöglichkeiten, eine gerechte Umverteilung von Benachteiligten, wie beispielsweise bei chronisch erkrankten Menschen, die einen Lebensplan garantiert bekommen wollen. Hier insbesondere eine dauerhafte Vollbeschäftigung als Garant für eine sichere Lebensplanung, sind wichtige Signale einer sozialverantwortlichen Wirtschaftspolitik“, so Linnemann. "Die CDU muss ganz klar für die kommende Legislaturperiode ein Programm von Menschen für Menschen schaffen und eine sozial verträgliche Politik gestalten. Zum Profil einer Partei gehört auch ein für die Menschen nachvollziehbares, gerechtes und aufrichtiges Programm. Wir müssen Parteien, die uns die Wähler wegnehmen, durch gute Sachargumente überflüssig machen. Wir sollten eigeninitiativ auf die Wähler zugehen und sie ansprechen," ist Linnemann überzeugt. In der darauffolgenden Podiumsdiskussion wurde allerdings deutlich, dass in der CDU-Basis auch unterschiedliche Meinungen vorhanden sind. Der Unternehmer Dr. Karl Tack riet seinerseits dazu, bei den Argumenten mehr zu Emotionalisierung und nicht so oberlehrerhaft wie bislang aufzutreten: „Lassen Sie den Quatsch, sich mit der FDP zu fetzen, die sind nicht unser Hauptgegner“, spielte er auf die Äußerungen des CDU Generalsekretärs Peter Tauber an. Tack beklagte einen „eklatanten Fachkräftemangel im IT-Bereich“. Hier muss die Politik nachbessern. Und: „Lasst die Unternehmen arbeiten und selbstständig handeln und Finger weg von den Unternehmen“, war sein Credo. Haumann räumte ein, dass die CDU mit der AfD gesprächsbereit sein muss. „Die AfD ist schließlich zur Wahl zugelassen und in zahlreichen Landesparlamenten bereits demokratisch gewählt, deshalb sollte eine Gesprächsoption hier durchaus eine Alternative sein“. Dies hatte protestierende Stimmen aus dem Publikum mit einem Zwischenruf zur Folge: „Dann können wir ja gleich mit der NPD reden, denn die ist schließlich auch zur Wahl zugelassen“. Mechthild Heil entgegnete Haumanns Aussagen und konnte einer Annäherung nichts abgewinnen. „Ich bin froh, in einer Partei zu sein, die nicht am rechten Rand nach Stimmen fischt und ich will auch keinen homophoben Wahlkampf machen oder den Paragrafen 218 neu diskutieren“ argumentierte sie sehr überzeugend und lässt hier keinerlei Optionen offen. Alles in allem eine spannende Auseinandersetzung, die jedoch sachlich und argumentativ gut verlaufen ist. „In einer großen Volkspartei muss es auch möglich sein, verschiedene Sichtweisen zu besprechen, solange wir das tun, nehmen wir die Ängste der Menschen ernst und sind am Ball und solange wir miteinander reden, sind wir auch stark vor Ort. Genau das war auch der Ansatz den wir mit dem Projektversuch einer Talkrunde verbinden und anstoßen wollten. Eine aktive und mit der Zeit gehende Partei muss sich auch ab und an selber hinterfragen“, so Odenkirchen. Das bringe die Partei auch wieder auf Kurs, sind sich Odenkirchen und Linnemann im Gespräch nach der Talkrunde einig. Dr. Linnemann hatte Freude an der Runde und lobte die hervorragende Organisation der Veranstaltung. „Ich komme ja viel rum in Deutschland. Ich habe hier heute einen sehr schönen Abend in sehr guter Atmosphäre verbracht, der mir in guter Erinnerung bleiben wird. Kompliment!“, so Linnemann mit einem zufriedenen Lächeln. Die anschließende traditionelle Verlosung zu Gunsten der Hannelore-Kohl-Stiftung der ZNS hatte MIT-Urgestein Hermann-Josef Niethen aus Rech wieder in hervorragender Weise organisiert und durchgeführt. Der Hauptpreis war eine Reise in die Bundeshauptstadt Berlin. Werner Jung verabschiedete die Gäste, die sich im Anschluss der Veranstaltung mit einer heißen Suppe zur kalten Jahreszeit stärkten.

Pressemitteilung

CDU Bad Neuenahr

Gastgeber und Gäste lieferten sich eine angeregte, kontroverse Diskussion (v. li. Mechthild Heil, Dr. Carsten Linnemann, Heinz Detlef Odenkirchen, Dr. Karl Tack, Gereon Haumann. Foto: privat Foto: Martin Gausmann

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