Politik | 13.01.2026

CDU-Fraktionen kritisieren: Landesregierung lässt Ahr-Kommunen mit Personalkosten im Regen stehen

Flut-Personal-Mehrkosten werden nur unzureichend erstattet und reißen große Löcher in kommunale Haushalte

V.li. Ute Gabriel, Fraktionsvorsitzende im Verbandsgemeinderat Altenahr; Julius Knieps, stellv. Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat Altenahr; Torsten Raths, Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat Adenau; Pascal Rowald, stellv. Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler; Natalie Baum, Mitglied im Fraktionsvorstand im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler. Foto: J.Knieps

Kreis Ahrweiler. Der Wiederaufbau der durch die Flut zerstörten Infrastruktur bleibt eine Mammutaufgabe für die Kommunen im Ahrtal.

Um diese bewältigen zu können, war ein erheblicher Personalaufwuchs in den Kernverwaltungen sowie die Beauftragung von Projektsteuerern notwendig.

Dieser zusätzliche Personalbedarf besteht bis heute fort, da der Wiederaufbau weiterhin mit unverändert hoher Intensität betrieben wird.

Während die Kosten für die Projektsteuerer wie Julius Berger International (VG Altenahr) oder die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler (Kreisstadt) durch den Wiederaufbaufonds vollumfänglich erstattet werden, wird der Personal-Mehrbedarf in den Kernverwaltungen anteilsmäßig durch den Landeshaushalt finanziert.

Doch nun lässt die rheinland-pfälzische Landesregierung die Ahr-Kommunen mit ihren erheblichen flutbedingten Personal-Mehrkosten im Regen stehen. Waren für das Jahr 2025 noch fünf Millionen Euro im Doppelhaushalt der Landesregierung für die Erstattung der Personalkosten vorgesehen, sind es für dieses Jahr nur noch drei Millionen Euro. Ob es im Jahr 2027 überhaupt noch Unterstützung bei den flutbedingten Personal-Mehrkosten gibt, ist aktuell noch offen. Dem gegenüber stehen flutbedingte Gesamt-Personal-Mehrkosten in Höhe von 12 Millionen Euro, die bei den Ahr-Kommunen anfallen. Diese Einsparungen machen sich direkt vor Ort bemerkbar.

So hat die Verbandsgemeinde Altenahr jährlich flutbedingte Personal-Mehrkosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro, bekommt dieses Jahr aber voraussichtlich nur noch 665.000 € davon erstattet. Bei der Verbandsgemeinde Adenau fallen Personal-Mehrkosten in Höhe von 300.000€ an, von denen dieses Jahr voraussichtlich nichts mehr durch das Land ersetzt wird. Auch in der Kreisstadt sieht es mit voraussichtlichen Erstattungen in Höhe von ca. 1,08 Millionen Euro, denen flutbedingte Personal-Mehrkosten in Höhe von rund 4 Millionen Euro gegenüberstehen, nicht besser aus.

„Der Wiederaufbau ist und bleibt ein enormer Kraftakt für die Kommunen. Dass die Erstattung für dringend benötigtes Personal nun so drastisch zurückgefahren wird, ist nicht hinnehmbar.“, erläutert Pascal Rowald, stellv. CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler, die gemeinsame Initiative der CDU-Fraktionen.

Torsten Raths, CDU-Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat Adenau, ergänzt: „Überall in Rheinland-Pfalz leiden die Kommunen unter der mangelhaften finanziellen Ausstattung durch das Land. Die unzureichende Erstattung flutbedingter Personal-Mehrkosten verstärkt diese Problematik bei uns noch einmal immens.“

Die Fraktionen der CDU in den Verbandsgemeinderäten Altenahr und Adenau sowie im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler fordern die Landesregierung auf hier dringend nachzusteuern, indem beispielsweise anfallende Haushaltsreste aktiviert und den Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Nur so kann die langfristige, finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen sichergestellt werden.

„Die Landesregierung muss eine ausreichende finanzielle Unterstützung für die kommenden Jahre sicherstellen. Nur so ist der Kraftakt Wiederaufbau für uns vor Ort zu stemmen.“, fordert die CDU-Fraktionsvorsitzende im Verbandsgemeinderat Altenahr, Ute Gabriel und ihr Stellvertreter Julius Knieps stellvertretend für die drei CDU-Fraktionen abschließend.

Pressemitteilung CDU-Fraktionen in den Verbandsgemeinderäten Altenahr und Adenau sowie im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler

V.li. Ute Gabriel, Fraktionsvorsitzende im Verbandsgemeinderat Altenahr; Julius Knieps, stellv. Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat Altenahr; Torsten Raths, Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat Adenau; Pascal Rowald, stellv. Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler; Natalie Baum, Mitglied im Fraktionsvorstand im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler. Foto: J.Knieps

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2026
MAYA 2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, März 2026
Innovatives rund um Andernach
Angebotsanzeige (März)
Innovatives rund um Andernach
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel

Täter hatte Seniorin vor ihrer Wohnung abgepasst

05.03.: Raubversuch in Köln: Unbekannter Mann verletzt 89-Jährige

Köln. Nach einem Raubversuch auf eine 89 Jahre alte Kölnerin sucht die Polizei Köln nach einem etwa 1,75 Meter großen und etwa 25 Jahre alten Mann mit kräftiger Statur und blonden kurzen Haaren. Der Tatverdächtige hatte zum Tatzeitpunkt graue Oberbekleidung sowie ein Tuch vor Mund und Nase getragen.

Weiterlesen

Meckenheim. Eine Ermittlungsgruppe der Kripo Köln hat am Mittwochmorgen (4. März) Haftbefehle gegen zwei 36- und 27-jährige mutmaßliche Räuber in deren Wohnungen in Meckenheim (Rhein-Sieg-Kreis) vollstreckt. Gleichzeitig durchsuchten die von Bereitschaftspolizisten und Finanzermittlern unterstützten Fahnder auf richterliche Anordnung die Wohnräume und stellten Beweismittel sicher. Bei dem Jüngeren beschlagnahmten sie einen sechsstelligen Bargeldbetrag.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Daueranzeige 2026
MAYA  - Mayener Ausbildungsmesse am 13. März 2026
Start in den Frühling
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Anzeige HEMS
Zukunft trifft Tradition KW 10
Zukunft trifft Tradition KW 10
Anzeige "Rund ums Haus"
Kreishandwerkerschaft
First Friday Anzeige Februar
Zukunft trifft Tradition KW 10
Stellenazeige ausgebildete Hauswirtschafter