Neujahrsempfang der Rheinbacher FDP
„Chancengleichheit gibt es nicht“
Bildungspolitik im Land stand im Mittelpunkt des Interesses – Yvonne Gebauer erläuterte den freidemokratischen Standpunkt
Rheinbach. Die nordrhein-westfälische Bildungspolitik stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Rheinbacher Freidemokraten. Gut 80 Gäste hatten sich im Himmeroder Hof eingefunden, wo die Stadtverbandsvorsitzende Tamara Vogt neben der FDP-Bundestagskandidatin Nicole Westig auch zahlreiche Vertreter der SPD und der CDU begrüßte. Vizelandrätin Silke Josten-Schneider repräsentierte den Rhein-Sieg-Kreis und Vizebürgermeister Claus Wehage die Stadt Rheinbach.
Bei der bevorstehenden Bundestagswahl werden ebenso wie bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen die Themen Innere Sicherheit, Bildung und Bürgerrechte im Mittelpunkt stehen, war Vogt in ihrem Ausblick auf das Doppelwahljahr 2017 überzeugt. Das Thema Bildung beleuchtete an diesem Abend die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Yvonne Gebauer aus Köln. Dabei arbeitete sie besonders den Unterschied zwischen Chancengerechtigkeit und Chancengleichheit heraus.
Chancengleichheit ist keine Chancengerechtigkeit
Chancengleichheit gebe es nämlich grundsätzlich nicht, deshalb sei es notwendig, zumindest jedem die gleichen Bildungsmöglichkeiten und damit Chancengerechtigkeit zu eröffnen. Außerdem war sie der Ansicht, dass nicht jeder Schüler zum Abitur und Studium geleitet werden müsse, so mancher Handwerker sei erfolgreicher als viele Akademiker. „Wir brauchen nicht nur Häuptlinge, sondern auch Indianer“, machte sie klar. Das bedeute aber auch, dass die Schulformen in Zukunft wieder gleichbehandelt werden müssten und nicht, wie in den vergangenen Jahren, einige Schulformen bevorzugt werden dürften.
Die rot-grüne Landesregierung habe dies insbesondere bei der Sekundarschule und der Gesamtschule nicht beherzigt, so Gebauer. Doch es dürfe weder Schulen noch Schüler zweiter Klasse geben. „Bildung und Wissen sind unsere Ressourcen, diese gilt es schon früh zu fordern und mit einem lebendigen Lernen den Kindern den Schlüssel zum sozialen Aufstieg in die Hand zu geben.“ Wer immer nur Mittelmaß fördere, bekomme auch nur Mittelmaß. „Wir wollen aber die weltbeste Bildung für unsere Kinder“, machte sie den liberalen Standpunkt klar. Dafür müsse insbesondere der Lehrermangel in den MINT-Fächern behoben werden.
Integration und Inklusion
Das gelte auch für die Integrationspolitik. Bevor beispielsweise Kinder aus Flüchtlingsfamilien in der Regelschule unterrichtet werden könnten, müssten sie zuerst ausreichende Sprachkenntnisse in der deutschen Sprache erwerben. Das könne durchaus auch bereits im Kindergarten geschehen. Die berufsbildenden Schulen seien dafür jedenfalls der falsche Ort, zumal dort etwa 1400 Lehrerstellen fehlten, daher könne man dort nicht auch noch die Alphabetisierung vornehmen. Sie plädierte auch für einen Erhalt der Förderschule für Kinder mit Förderbedarf, denn oftmals sei das der einzig richtige Ort für benachteiligte Kinder. JOST
