Politik | 13.12.2022, 12:10 Uhr

Gemeinderat Wachtberg genehmigt Millionenausgabe

Containerdorf als Flüchtlingsunterkunft kostet mit Herrichtung eine Million Euro

Eilentscheidung war notwendig - Bis zu 52 Flüchtlinge können in den 40 Wohncontainern unterkommen - Zustimmung zum Bau einer Leichtathletikanlage

Wachtberg. Glatt eine Million Euro kostet eine Containeranlage, in der die Gemeinde Wachtberg im Gewerbepark Villip Flüchtlinge unterbringen will. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat diese überplanmäßige Ausgabe, die bereits am 7. Oktober von Bürgermeister Jörg Schmidt (CDU) und Ratsmitglied Andreas Wollmann (SPD) in einer Eil- und Dringlichkeitsentscheidung vorab gefällt worden war. Die schnelle Entscheidung sei notwendig gewesen, weil bis zu diesem Datum eine Kaufzusage für das „Containerdorf“ habe getroffen werden müssen, um angesichts der zunehmenden Zuweisung von Flüchtlingen kurzfristig weiteren Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Die bestehenden Unterkünfte seien bereits voll belegt, und die im Bau befindlichen Unterkünfte am Gereonshof, die zusätzlichen 17 Container an der Alten Schule in Berkum sowie die mögliche Anmietung des Pfarrheims in Oberbachem könnten den angekündigten Bedarf nicht decken, so Schmidt.

Die 40 Container umfassende Anlage stammt vom Wachtberger Landwirt Stefan Schneider, der diese auch auf einem gemeindeeigenen Grundstück im Erweiterungsbereich des Gewerbeparks Villip errichten soll. Die Örtlichkeit sei dafür bereits vorbereitet, hier könnten künftig bis zu 52 Flüchtlinge unterkommen. Die Container selbst kosten 500.000 Euro, die schlüsselfertige Herrichtung einschließlich einer Fassadenverkleidung, einem Dach und der Außenanlagen weitere 500.000 Euro. Eine Baugenehmigung liege bereits vor, bestätigte Schmidt auf Nachfrage von Andreas Löllgen („Unser Wachtberg“). Eine ähnliche Containeranlage hatte Schneider erst vor Kurzem in Holzem errichtet.

Kosten waren enorm angestiegen

Gegen elf Stimmen von „Unser Wachtberg“ und UWG genehmigte der Gemeinderat auch eine überplanmäßige Ausgabe von 170.000 Euro für den geplanten Bau einer Leichtathletikanlage in Berkum. Dort soll neben dem Schulzentrum eine 120 Meter lange Laufbahn mit Tartanbelag, eine Multifunktionsfläche mit Weit- und Hochsprunganlage samt der Vorbereitung für eine Stabhochsprunganlage entstehen. Außerdem sind ein Calisthenics-Workout-Gerüst und eine Bogenschießbahn geplant, die später hinzukommende Stabhochsprunganlage will der Verein Leichtathletik Wachtberg selber finanzieren. Joachim Mittweg (UWG) begründete die Ablehnung damit, seine Fraktion sei nicht grundsätzlich gegen eine Leichtathletik-Anlage, aber gegen den Standort. Denn damit werde die möglicherweise einmal notwendig werdende Erweiterung des Schulgebäudes blockiert.

Ursprünglich hatte die Gemeinde mit Kosten von 680.000 Euro gerechnet, doch aufgrund von Lieferengpässen und Materialknappheit waren die Preise stark gestiegen, mittlerweile rechnet Schmidt mit 850.000 Euro. Außerdem sollen noch 50.000 Euro aus der Sportpauschale in die Gesamtfinanzierung des Projektes einfließen, was der Gemeinderat mehrheitlich bei 14 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen beschloss.

JOST

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