Politik | 11.03.2014

Rheinbach muss neue Kindergartengruppen bauen

„Da kommt eine Riesenwelle auf uns zu, der werden wir kaum Herr“

Für das kommende Kindergartenjahr fehlen 59 Plätze für Kinder über drei Jahren

Rheinbach. „Da kommt eine Riesenwelle auf uns zu, der werden wir nicht Herr“, befürchtete Rösner angesichts der bevorstehenden Umsetzung des Kinderbildungsgesetzes für das Kindergartenjahr 2014/15. Nach den bislang bekannten Zahlen fehlen nämlich schon jetzt 59 Plätze für die Betreuung von Kindern über drei Jahren, erläuterte er in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Mit anderen Worten: Mindestens zwei komplette Gruppen müssten auf die Schnelle gebaut und organisiert werden. Daher beauftragte der Ausschuss einstimmig die Verwaltung, eine neue Kindertageseinrichtung für die Betreuung von Kindern über drei Jahren in städtischer Trägerschaft zu errichten und den Betrieb möglichst zu Beginn des Kindergartenjahres 2014/15 herzustellen. Bislang seien bereits 41 Kinder angemeldet, informierte Rösner, sechs davon könne man eventuell noch in Hilberath unterbringen, wo noch ein bisschen Platz sei. Somit seien zum heutigen Zeitpunkt rein rechnerisch mindestens 35 Kinder ohne Betreuungsplatz. Nicht eingerechnet die Minis, die erst nach dem 1. November 2014 ihr drittes Lebensjahr vollenden und dann ebenfalls einen Rechtsanspruch haben.

Probleme waren vorhersehbar

Die Probleme bei der Unterbringung der ü3-Kinder seien zwar vorhersehbar gewesen, nicht aber in dieser Größenordnung, argumentierte Rösner. Zur derzeitigen misslichen Situation habe nicht zuletzt auch die 2013 beschlossene Umwandlung von ü3-Plätzen in u3-Plätze in einigen Kindertageseinrichtungen beigetragen, womit insgesamt 30 Plätze für Kinder über drei Jahren entfallen seien. Das habe allerdings die Landesregierung so gefordert. In der Folge hätte in einigen Kindergärten schon eine Vielzahl von Kindern über drei Jahren nicht mehr aufgenommen werden können. Abgesehen davon trage auch der Erfolg der Neubaugebiete in und um Rheinbach dazu bei, dass immer mehr Kinder in der Stadt geboren würden, die dann auch in die örtlichen Kindertagesstätten gehen wollten. Die bisher vorhandene Hoffnung, dass trotz Ausweisung neuer Baugebiete wegen des demografischen Faktors auf neue Einrichtungen verzichtet werden könne, sei nach derzeitigem Kenntnisstand nicht mehr realistisch. Mit dem Landesverband Rheinland sei über die anstehende Neuerrichtung eines Kindergartens bereits Gespräche geführt wurden, dort habe man dem Verfahren mittlerweile zugestimmt.

Nachfrage an Plätzen steigt weiter

Erschwerend komme hinzu, dass auch bei der U3-Betreuung noch Verbesserungspotenzial vorhanden sei. Derzeit stünden in diversen Kindertageseinrichtungen 124 und in der Tagespflege weitere 141 Plätze für Kinder unter drei Jahren zu Verfügung. Somit könne insgesamt eine Betreuung von 265 Kleinkindern angeboten werden, was einer Deckungsquote von etwa 45 Prozent entspreche. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Nachfrage an Plätzen für Kinder ab dem ersten Lebensjahr weiter steigen werde. Um möglichen Klageverfahren vorzubeugen, sollten nach Ansicht Rösners in den nächsten Jahren weitere Plätze für Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen eingerichtet werden, denn die Tagespflege solle nach dem Willen des Landesgesetzgebers eigentlich eher die Ausnahme als die Regel sein. In den bestehenden Rheinbacher Einrichtungen sei dies allerdings schwer möglich, weil der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab drei Jahren ebenfalls gewährleistet werden müsse und eine Umwandlung zu einer Verringerung der Plätze für diese Kinder führe. Immerhin habe die Lebenshilfe Bonn bereits ihr Interesse an der Errichtung einer zusätzlichen Gruppe mit der Betreuungsform II bekundet.

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