Politik | 09.09.2020

Rübenacher Ortsbeirat gemeinsam gegen „Windkraftwahnsinn“

„Das Maß ist voll!“

Rübenach. In Rübenach brodelt es. An der Stadtverwaltung und den politischen Gremien vorbei, verhandelt ein Windkraftbetreiber mit Grundstückseigentümern mit dem Ziel, vor den Toren des Ortes mehr als 220 Meter hohe Windkrafträder (Nabenhöhe 166 Meter plus möglicher Rotordurchmesser von ca. 120m/2) zu bauen. Dagegen wehren sich die Rübenacher Ortsbeirats- und Stadtratsmitglieder gemeinsam.

„Für uns in Rübenach ist das Maß nun endgültig voll. Wir sind doch nicht der Schuttabladeplatz für ganz Koblenz. Eingekreist von den Autobahnen A48 und A61 mit der entsprechenden Lärmbelastung, die L98 mit 12.000 Fahrzeugen, die mitten durch den Ort geht und natürlich auch das immer weiter wachsende Industriegebiet/GVZ an der A61 - und jetzt noch 220 Meter hohe Windkraftanlagen. Das machen wir nicht mehr mit“, echauffieren sich die Rübenacher Kommunalpolitiker.

Neben der Monstrosität der geplanten Windkraftanlagen sorgt vor allem das Vorgehen des Windkraftbetreibers für Verärgerung. Weder die Planung, noch die Vorgehensweise sind mit der Stadtverwaltung abgestimmt. Die Fraktionssprecher von CDU (Martin Monjour), SPD (Christian Franké) und Grünen (Reinhard Alsbach) kritisieren daher auch eine Irreführung der Grundstückseigentümer, denen suggeriert werde, dass das Projekt von der Stadt gewollt sei und die Umsetzung quasi schon fest stehe: „Hier sollen vollendete Tatsachen geschaffen werden. Den Eigentümern wird vorenthalten, dass mit diesem Projekt bei Politik und Verwaltung eben nicht offene Türen eingerannt werden. Verschwiegen wird bspw., dass die Fortschreibung des Flächennutzungsplans noch aussteht. Sie werden mit sehr hohen Geldbeträgen geködert und über die wahre Dimension und Belastung für Rübenach im Unklaren gelassen.“

Genau so sehen es auch die Rübenacher Ratsmitglieder Monika Sauer und Andreas Biebricher von der CDU sowie Marion Lipinski-Naumann und Fritz Naumann von der SPD: „Vor 16 Jahren ist schon einmal fast der gesamte Ort gegen ähnliche Planungen aufgestanden. Damals konnten Politik und Bevölkerung den Wahnsinn vor der eigenen Haustür verhindern und wir werden auch diesmal entschlossen dagegen kämpfen. Niemand von uns hat etwas gegen Windkraft, aber 220 Meter hohe Anlagen in unmittelbarer Nähe machen uns die Lebensqualität in Rübenach kaputt!“ In Rübenach sei die Diskussion über das nahe gelegene Hochregallager und seine Auswirkungen auf Landschaftsbild und Klima noch sehr präsent. Dies sei aber mit seinen 38,5 Meter Höhe eine lächerliche Miniatur gegen die 220 Meter hohen Windkraftmonster, die selbst den 157 Meter hohen Kölner Dom noch mehr als 60 Meter überragten.

Die Rats- und Ortsbeiratsmitglieder warnen deutlich vor erheblichen negativen Auswirkungen für Rübenach: Lärmbelastung, Eiswurf, Schattenwurf, Lichtbelastung durch die Positionslichter, Verschandelung des Landschaftsbilds, Einschränkung der Frischluftzufuhr und damit auch negative klimatische Veränderungen. All das führe zu einer gravierenden Verschlechterung der Wohnqualität und somit auch zur Wertminderung der Immobilien und Vermarktungsschwierigkeiten bei Baugrundstücken. Die für die Umsetzung der Windkraftanlagen verpachtungswilligen Grundstückseigentümer müssten in ihre Gesamtrechnung einbeziehen, dass ihre Häuser und Grundstücke schlagartig ein Mehrfaches der jährlichen Pacht an Wert verlieren können. Auch für den Naturschutz könnten erhebliche Konsequenzen drohen, bspw. für die heimische Vogelwelt, die Zugvögel und das wichtige Naturschutzgebiet „Im Otter“. Und einmal mehr würde, wie auch schon durch das Industriegebiet, die landwirtschaftliche Nutzfläche reduziert. Hinzu käme die Beeinträchtigung des Flugverkehrs (Flughafen Winningen und BWZK) und die Gefährdung des Rübenacher Modellflugplatzes.

„Hier ist also gar nichts klar und schon gar nicht gewollt. Die Windkraftbetreiber sollen sich lieber Flächen suchen, die weniger konfliktreich sind und nicht einem ganzen, ohnehin schon belasteten Stadtteil und seinen Bürgerinnen und Bürgern die Lebensqualität nehmen. Wir bitten auch die betroffenen Grundstückseigentümer über die Aussicht auf schnelles Geld hinaus, all dies mitzubedenken. Nicht zuletzt bitten wir den gesamten Stadtrat und die Stadtverwaltung um Hilfe und Solidarität, um eine wahre Katastrophe für unseren Ort abzuwenden“, so der einträchtige Appell der Rübenacher Kommunalpolitiker.

Pressemitteilung der

Rübenacher Rats-

und Ortsbeiratsmitglieder

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Kommentare
10.09.202002:26 Uhr
juergen mueller

Ergänzung:
Die LANDESREGIERUNG hält es für unabdingbar, gerade bei der Planung von WINDKRAFTANLAGEN,wenn sie es schon nicht kommunalpolitisch frühzeitig bei GEWERBE/INDUSTRIE für angemessen erachtet hat, dass eine frühzeitige Information der Bevölkerung erfolgt in Form umfassender Informationen.
Kommunalpolitisch kann man sich nicht darauf verlassen.Hier erfährt man nichts,man erfährt nur das,was einem die STADT-/ORTSPOLITIK zum Fraß vorwirft.
Das "Maß ist voll" - eine politisch hochstilisierte Äußerung,die nichts zu bedeuten hat,ausser dass man hochzufrieden ob seiner künstlerischen Redegewandheit ist (die nicht jedem eigen ist,wie man z.B. an Beispielen der örtlichen SPD erkennen kann,wo man besser den Mund halten sollte).

09.09.202019:41 Uhr
S. Schmidt

Es ist doch Politisch gewollt! Angeblich hat die "Energiewende" (ein Wort das jeder physikalischen Beschreibung spottet, nur die dümmsten denken sich sowas aus) eine großen Rückhalt in der Bevölkerung. Nun, da diese Vogel- und Insektenschredder ´, auch bei uns "Ankommen" regt sich Widerstand. Ich sag dazu nur:"Geliefert wie bestellt!" Ihr habt selbst Schuld, falschen Propheten hinterherlaufen und dann das durch diese hervorgerufene Unglück beweinen oder erklärt sich euer Unmut daher, dass ihr nicht ebenfalls gefragt wurdet um Gelder abzugreifen? Schämt euch!

09.09.202016:54 Uhr
juergen mueller

Seit wann interessiert die Ortspolitik wirklich,was RÜBENACH betrifft?Rats-/Ortsbeiratsmitglieder warnen ausdrücklich.WOVOR denn auf einmal?Herr Biebricher u.Co.ergehen sich mal wieder in einer mehr als weit hergeholten schwülstigen Sprach-Theorie,geben sich ahnungslos, wollen das auch noch als glaubhaft verkaufen.Im derzeit noch gültigen Flächennutzungsplan ist eine 33 ha große Fläche in der Gemarkung RÜBENACH als POTENTIAL- u.SONDERBAUFLÄCHE für WINDENERGIE vorgesehen.Seit 1998 beschäftigt das Thema WINDENERGIE die Stadt,mit ihr den STADT- u.ORTSBEIRAT.RÜBENACH gilt von jeher als TOP-FAVORIT.Alles vergessen?Die ORTSPOLITIK faselt von einer Einschränkung der FRISCHLUFTZUFUHR,die bereits durch das von ihr fokussierte GVZ so gut wie nicht mehr existiert.Und LEBENSQUALITÄT?Wovon redet IHR da?Herr Biebricher,bevor Sie an Grundstückseigentümer appellieren,zuerst informieren.Fragen Sie mal nach,WER bereits verkauft hat bzw.in Verhandlung steht.SIE werden sich wundern,wer da involviert ist!

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