Interview mit Michael Mahlert
„Das Schönste sind die vielfältigen Begegnungen“
Kreis Neuwied. Michael Mahlert wurde am 11. Dezember 2017 zum hauptamtlichen 1. Kreisbeigeordneten gewählt und für eine Amtszeit von acht Jahren ernannt. Nun ist aber bereits nach 6 Jahren als 1. Kreisbeigeordneter Schluss. Bei der letzten Kreistagssitzung wurde Mahlert feierlich in den Ruhestand verabschiedet. BLICK aktuell sprach zum Abschied vom Amt mit dem SPD-Politiker.
BLICK aktuell: Wie blicken Sie auf die Zeit als 1. Kreisbeigeordneter zurück?
Michael Mahlert: Sehr positiv. Es waren inhaltlich sehr fordernde Jahre. Die Corona-Pandemie, die Folgen des Angriffskrieges auf die Ukraine, die Herausforderungen durch die vielen geflüchteten Menschen, die bei uns Hilfe benötigen und noch einige andere Dinge mehr, stellten und stellen uns vor überaus große Herausforderungen. Die gute Zusammenarbeit mit Landrat Achim Hallerbach und unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren und sind der Garant dafür, dass wir viele Herausforderungen meistern konnten, z. B. im Schulbau, in der Schulunterhaltung und in der Digitalisierung unserer Kreisschulen haben wir große Fortschritte machen können. Das gute Arbeitsklima im Kreistag und in den Fachausschüssen trugen zu guten Lösungen bei. Von daher blicke ich mit Dank und mit Demut auf diese Jahre zurück.
BLICK aktuell: Gibt es besonders schöne Erlebnisse in Ihrer Amtszeit als Kreisbeigeordneter?
Michael Mahlert: Das Schönste sind die vielfältigen Begegnungen mit den Menschen in meinem Arbeitsumfeld und darüber hinaus. Gerade in meinem Geschäftsbereich habe ich mannigfaltige Berührungen mit ganz vielen engagierten Menschen. Viele haben in der Vergangenheit einen Rat gesucht. Auch wenn ich nicht immer helfen konnte, so sind es doch viele sehr konstruktive und zielführende Begegnungen gewesen. Wie gesagt, es war und ist eine Zeit, die durch die Herausforderungen durch diverse Krisen gekennzeichnet war und ist. Rückblickend ist es für mich sehr schön und zufriedenstellend, dass viele Kontakte und Beziehungen sich durch gegenseitigen Respekt und Wertschätzung auszeichnen. Dies ist aus meiner Lebenserfahrung heraus nicht selbstverständlich, sondern es muss im wahrsten Sinne des Wortes erarbeitet werden. Die vielen Rückmeldungen der letzten Tage zeigen, dass dies häufig gelungen ist.
BLICK aktuell: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Kreises Neuwied?
Michael Mahlert: Für mich ist Teamarbeit ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Ich habe die Arbeit in der Kreisspitze, in der Verwaltung und mit unseren Gremien immer als Teamarbeit begriffen. Teamarbeit verhindert auch in erster Linie Spaltung. Und dies ist es, was ich mir für unseren Landkreis wünsche, dass in diesen schwierigen Zeiten unnötige Spaltungen verhindert werden. Ich glaube, der Kitt in unserer Gesellschaft muss das Zusammenarbeiten sein, dies ist die Grundlage für sozialen Frieden und für eine prosperierende Region. Dafür müssen wir arbeiten und zunehmend auch kämpfen.
BLICK aktuell: Welche Pläne haben Sie für den Ruhestand?
Michael Mahlert: Nach 25 Jahren Hauptamtlichkeit mit in der Regel einer 7-Tage-Woche freue ich mich natürlich auf die Reisen mit meiner Frau, auf viel mehr Sport und überhaupt auf Freizeit. Aber natürlich werde ich meine Erfahrungen und meine Netzwerke in einige Bereiche einbringen. Hier bin ich mit den Verantwortlichen im Zoo Neuwied, in Schloss Arenfels, beim FV Rheinbrohl und beim FV Engers im Gespräch. Auch eine Mitarbeit im Betreuungsverein der Arbeiterwohlfahrt Neuwied ist geplant. Ich denke, so könnte es klappen, dass ein Mix aus ehrenamtlicher Tätigkeit und persönlichen Interessen meinen Ruhestand gelingen lässt. Aber ich bin mir auch sicher, dass mir meine Arbeit gerade am Anfang sehr fehlen wird. Sie hat mir Spaß gemacht und war neben meiner Familie das bestimmende Element in meinem Leben. ROB
