Politik | 07.10.2016

Integration von Migranten ohne Wenn und Aber!

Das heiße Eisen der Integrationsproblematik angepackt

Die bekannte Frauenrechtlerin Necla Kelek trat in Remagen für eine Rückkehr zur Verantwortungsethik ein

Necla Kelek (r.) mit dem AeB-Vorsitzenden Frank Bliss (l.) bei ihrem Vortrag über die Integrationspolitik in Deutschland

Remagen. „Gebt Euren Kindern Freiheit – und sie kehren zu Euch zurück“. Mit diesem Rat insbesondere an muslimische Eltern beendete Necla Kelek am Dienstag Abend ihren engagierten Beitrag im Remagener Jugendbahnhof. Eingeladen hatte die prominente Buchautorin und engagierte Frauenrechtlerin der Arbeitskreis für entwicklungspolitische Bildung (AeB) und Necia Kelek war extra für diese Veranstaltung von Berlin in die Römerstadt gekommen.

Und die Erwartungen des Publikums im Jugendbahnhof wurden voll erfüllt. In einem Vortrag und anschließender Diskussion wurden selbst die heißesten Eisen der Intregrationsproblematik in Deutschland angepackt. So plädierte Frau Kelek für einen bedingungslosen Kampf gegen eine Parallelgesellschaft in der Bundesrepublik.

„Wir dürfen ein Ausklinken aus der demokratischen, offenen deutschen Gesellschaft nicht länger erlauben. Weil wir bisher nicht genau hingeschaut haben, haben wir die dritte und vierte Generation muslimischer Migranten in Deutschland teilweise für den demokratischen Staat verloren.

So hat das deutsche Rechtssystem zum Beispiel kaum etwas gegen Kinderehen unter Migranten unternommen. Wenn 15-jährige Mädchen aber verheirat werden, ohne einen Beruf erlernt oder jemals ein eigenes Einkommen erzielt zu haben, dann ist für sie die Freiheit lebenslang vorbei“. Etwas weiter holte die Referentin, die selbst mit zehn Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen ist, aus bei der Erläuterung der Hintergründe für diese Entwicklung, die nun auch Deutschland zunehmend zu beobachten sei. So werde in vielen Herkunftsländern der Migranten die islamische Religion missbraucht, um Diktaturen abzusichern.

Für einen bedingungslosen Kampf gegen eine Parallelgesellschaft in Deutschland plädiert

Dort werde etwa die Kinderheirat gefördert, damit einerseits die jungen Mädchen durch das Kinderkriegen von jeglichem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden könnten. Schule, Ausbildung oder gar Beruf seien mit einem Baby undenkbar. Andererseits würden die jungen Väter auf ihre Rolle als Ernährer der Familie verpflichtet, sodass auch sie an nichts anderes mehr als die Da-seinvorsorge denken könnten. Vor allem könne keine junge Mutter aus dem Ehekäfig ausbrechen, da sie selbst im kaum möglichen Fall einer Scheidung nach islamischen Scharia-Recht ihre Kinder verlieren würde. Diese gehörten traditionell nach der Geburt zur Familie des Mannes und daher würde kaum eine Mutter diesen Weg gehen. Tausendfacher Selbstmord junger Mütter sei leider die Konsequenz dieses patriarchalischen Rechtsverständnisses.

Kämen Migranten mit einem solchen Rechts- und Rollenverständnis nach Deutschland, entwickele sich hier eine Parallelgesellschaft, die Integration absolut unmöglich mache. Geradezu unerträglich sei es, wenn Politiker aus den Herkunftsländern dann auch noch die Migranten dazu ermutigen würden, sich einer Integration zu verweigern.

„Wir und unsere Politiker müssen aufhören damit, Verständnis für ‚kulturelle Eigenheiten‘ wie eben die Kinderheirat, aufzubringen.“ Necla Kelek

Aufgrund einer leider üblichen Gesinnungsethik in breiten Kreisen in Deutschland würde eine solche Integrationsverweigerung auch noch toleriert oder sogar akzeptiert. „Wir müssen endlich wieder zu einer Verantwortungsethik zurückfinden“, hielt die Autorin entgegen. „Konkret bedeutet dies, die Kinderheirat vollständig zu unterbinden, das Heiratsalter auf 18 Jahre festzulegen und auch keine Ausnahmen außer im Sonderfall der Schwangerschaft zuzulassen. Wir müssen in Kindergarten, Schule und auch später alles dafür tun, dass vor allem Mädchen und Frauen eine Chance erhalten, sich aus den patriarchalischen Familien- und Verwandtschaftsstrukturen befreien zu können. Wir und unsere Politiker müssen aufhören damit, Verständnis für ‚kulturelle Eigenheiten‘ wie eben die Kinderheirat, aufzubringen. Wir müssen stattdessen Forderungen stellen und sie auch umsetzen, etwa, dass Menschen, die schon 20 Jahre oder länger in Deutschland leben, endlich die Sprache des Landes sprechen können. Dass Eltern sich also mit Lehrern über ihre Kinder unterhalten können“.

Nach sehr intensiver und hochkarätiger Diskussion und deutlicher Überziehung der eingeplanten Vortragszeit bedankte sich AeB-Vorsitzender Frank Bliss bei der Referentin für die offenen und wichtigen Ausführungen.

Zugleich wies er auf die Zusammenarbeit mit dem Remagener Jugendbahnhof, der Kulturförderung des Kreises Ahrweiler und dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ hin, die diese Veranstaltung erst ermöglicht habe. Viel Lob gab es dann noch seitens der Gastrednerin für die Stadt Remagen. Frau Kelek hatte vor der Veranstaltung einen Rundgang durch die Römerstadt machen können und in der Abendsonne auch die Rheinpromenade von ihrer besten Seite kennengelernt. „Wer hier lebt – gerade auch als Migrant – muss sich geradezu aufgefordert fühlen, die Geschichte der Stadt von der Römerzeit über den Zweiten Weltkrieg bis heute aktiv zu erkunden“, so ihr auch in diesem Punkt noch voll und ganz integrationsbezogenes Schlusswort.

Arbeitskreis für entwicklungspolitische Bildung e.V. (AeB) Remagen

Necla Kelek (r.) mit dem AeB-Vorsitzenden Frank Bliss (l.) bei ihrem Vortrag über die Integrationspolitik in Deutschland Foto:

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Anlagenmechaniker
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
First Friday Anzeige März
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
21

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2296

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Dauerauftrag
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Doppelseite PR/Anzeigen
Titel
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Osterangebot
Tag der offenen Tür
Rund ums Haus
Container Anzeige
Innovatives rund um Andernach
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Unterstützeranzeige