Stromberg: ÖPNV im Fokus
Das innerstädtische Nahverkehrsangebot wird verbessert
Verkehrslärm und Verkehrssicherheit bleiben weiterhin im Gespräch
Bendorf-Stromberg. Die Dorfmoderation im Bendorfer Höhenstadtteil Stromberg neigt sich dem Ende zu. Der Prozess hat in den Arbeitskreisen „Das soziale Dorf“ und „Das gebaute Dorf“ bereits viele fruchtbare Impulse hervorgebracht und Projekte angestoßen. Auch die Treffen für Kinder und Jugendliche wurden gut angenommen und bieten einige Anknüpfungspunkte.
Ein weiterer Schwerpunkt für die Dorfentwicklung, den die Strombergerinnen und Stromberger zum Auftakt der Dorfmoderation genannt hatten, ist das Thema ÖPNV/Verkehr.
Da die Möglichkeiten zur direkten Einflussnahme seitens der Bevölkerung in diesem Bereich sehr gering sind, haben die Stadtverwaltung Bendorf und das Planungsbüro Stadt-Land-Plus entschieden, dazu kein gesondertes Treffen bzw. Online-Meeting mehr durchzuführen.
Nichtsdestotrotz gehen die Anregungen und Wünsche der Strombergerinnen und Stromberger in Sachen ÖPNV und Verkehr nicht verloren: die Verwaltung nimmt sich vielen bei der Auftaktveranstaltung genannten Problemstellungen bereits an und leitet Maßnahmen in die Wege. So kritisierten viele der Teilnehmenden die schlechte Busverbindung von und nach Stromberg. Hier ist erfreulicherweise schon in wenigen Monaten eine Verbesserung in Sicht: Das innerstädtische Nahverkehrsangebot wird sich durch das sogenannte „Linienkonzept 2021“ des Landkreises Mayen-Koblenz, welches im Dezember 2021 starten soll, erheblich verbessern.
So soll neben den neuen innerstädtischen Linien 151 und 152 eine neue Stadtlinie 155 eingerichtet werden, welche eine stündliche Verbindung zwischen der Stadtmitte Bendorf und dem Stadtteil Stromberg ermöglicht. Die Linie 155 soll montags bis samstags zwischen 5:30 und 22:30 Uhr und sonntags zwischen 7:30 und 22:30 Uhr verkehren und garantiert somit auch am Wochenende eine gute Anbindung.
Nach Auskunft der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz werden alle Busse barrierefrei mit niedrigem Einstieg sein, damit auch ältere Fahrgäste mit Rollatoren, Rollstuhlfahrer oder Personen mit Kinderwagen bequemer ein- und aussteigen können.
Des Weiteren ist geplant, dass durch die Stadt Bendorf alle Bushaltestellen im Stadtgebiet barrierefrei ausgebaut werden (Baubeginn in 2021).
Ursprünglich war geplant, dass die Linie 155 innerhalb Strombergs über die Westerwaldstraße, Isenburger Straße, Waldstraße, Am Telegraphenberg und zurück über die Westerwaldstraße verläuft.
Aufgrund der geringen Fahrbahnquerschnitte und vorhandenen Kurvenradien ist eine Befahrung dieser Route jedoch nur mit Mini- oder Medi-Bussen möglich. Da die Linie 155 allerdings mit Standardbussen befahren werden soll, sind bauliche Maßnahmen nötig.
Neue Kreisverkehrsanlage
Im Juni 2020 beschloss der Stadtrat, die Planungen für eine neue Kreisverkehrsanlage im Bereich „Stromberg-Nord“ einzuleiten und parallel hierzu einen entsprechenden Förderantrag für die Herstellung derselben beim Landesbetrieb Mobilität einzureichen. Eine Kreisverkehrsanlage „Stromberg-Nord“ hat nicht nur Vorteile für den ÖPNV, sondern würde auch zu einer Geschwindigkeitsreduzierung des Fahrzeugverkehrs im Bereich des nördlichen Ortseinganges beitragen. Damit das verbesserte Nahverkehrsangebot auch preislich attraktiver wird, hat die Stadt Bendorf bei der Kreisverwaltung beantragt, das Gebiet der Stadt Bendorf mit dem Stadtteil Stromberg zu einer Tarifwabe zusammenzufassen.
Stromberg mit seinen zwei Haltestellen bildet derzeit noch eine eigene Tarifzone, sodass für Stromberger Bürger deutlich höhere Kosten anfallen, um ins Stadtzentrum zu gelangen als für den Rest der Bendorfer Bevölkerung, der nur für eine Tarifzone bezahlen muss.
Die Kreisverwaltung MYK ist derzeit dabei, die Angelegenheit zu prüfen, ein Ergebnis liegt noch nicht vor.
Anschaffung eines Elektro Dorfautos
Ein weiteres Projekt zum Thema Verkehr und Mobilität, das die Verwaltung und die städtischen Gremien derzeit beschäftigt, ist das „Elektro-Dorfauto“ des Landkreises Mayen Koblenz.
Im Rahmen dieses Projektes ist beabsichtigt, den drei Städten und sieben Verbandsgemeinden im Kreisgebiet jeweils ein Elektrofahrzeug für die Dauer von drei Jahren zur Verfügung zu stellen, welche in diesem Zeitraum von Bürgerinnen und Bürgern unentgeltlich genutzt werden können.
Da gemäß dem Projektaufruf der Standort des Elektroautos jährlich wechseln soll, würde die Verwaltung für die drei Projektjahre jeweils einen Standort in den Stadtteilen Mülhofen, Sayn und Stromberg errichten. Eine Entscheidung des Stadtrates zur Teilnahme am Projekt fällt Anfang Mai. Auch die Themen Verkehrslärm und Verkehrssicherheit wurden als Probleme von der Stromberger Bevölkerung genannt. Hier tauschen sich die Mitarbeitenden des Fachbereiches Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Kultur laufend mit den Kollegen des Fachbereichs Ordnung und Soziales aus, um Lösungen für vielbefahrene Straßen zu finden. Anregungen und Hinweise aus der Bevölkerung sind willkommen.
Pressemitteilung der
Stadtverwaltung Bendorf