Leserbrief zu „Ratsverkleinerung – geht doch“ in Ausgabe 04/2021
Demokratie müssen wir uns etwas kosten lassen
Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilen
Gewundert habe ich mich über die Pressemitteilung der UWG in Meckenheim. Durch die Corona-Pandemie bedingte einmalige Verkleinerung der Ratssitzung mit nur 26 statt 46 gewählten Ratsmitgliedern in Meckenheim sei der Beweis erbracht worden, dass die Reduzierung der Anzahl der Ratsmitglieder dauerhaft möglich ist.
Ich habe mich mit einer Ratsfrau aus Meckenheim unterhalten und höre, dass es neben dem Rat noch 11 Ausschüsse und diverse „Arbeitskreise“ und regelmäßig tagende Fraktionssitzungen gibt. Auch höre ich, dass z.B. der vom Bürgermeister eingebrachte Haushalt, den jedes Ratsmitglied mit beraten soll, über 1.100 Seiten stark ist. Nun frage ich mich, wie sollen ehrenamtliche Kommunalpolitiker die Arbeit schaffen, ohne diese auf möglichst viele Schultern zu verteilen? Natürlich kommt es bei den Bürgern immer gut an, wenn Kosten eingespart werden. Aber Demokratie dürfen und müssen wir uns auch etwas kosten lassen. Laden wir noch mehr Arbeit auf noch weniger Ehrenamtliche ab, wird es sicherlich bald gar keine Menschen geben, die sich in den Dienst der Kommunalpolitik stellen. Rebecca Leben,
Meckenheim
