Frank Bender, Bürgermeister der VG Linz, zu Gast im Sinziger Stadtrat
„Den Geist der Zusammenarbeit weitertragen“
Sinzig. Seit 2019 ist eine liebgewonnene Tradition ins Sinziger Rathaus eingezogen. Jeweils in der ersten Stadtratssitzung eines neuen Jahres ist ein Bürgermeister einer Nachbarkommune zu Gast. Diesmal begrüßte Stadtchef Andreas Geron als Initiator der Aktion seinen Amtskollegen Frank Bender, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Linz.
Dieser unterstrich in seinem Grußwort, dass der Rhein die Kommunen zwar trenne, aber auch verbinde - historisch, kulturell und menschlich. Bender: „Als direkte Anrainer dieses großen Stroms tragen wir auch gemeinsam Verantwortung für unsere Region. Diese Verantwortung nehmen wir unter anderem in der LEADER-Region Rhein-Ahr wahr, die den treffenden Slogan trägt: ‚Komm rüber‘.“ Die LEADER-Region Rhein-Ahr umfasse die vier Verbandsgemeinden Bad Hönningen, Bad Breisig, Unkel und Linz sowie die beiden Städte Remagen und natürlich Sinzig.
Bender: „Gemeinsam engagieren wir uns in einer Lokalen Aktionsgruppe – einer Partnerschaft aus öffentlichen und privaten Akteuren, die sich zum Ziel gesetzt hat, unsere Region nachhaltig weiterzuentwickeln und die ländlichen Räume zu stärken. LEADER bedeutet dabei vor allem: Beteiligung ermöglichen und Gemeinsamkeiten entdecken. Lokale Akteure und insbesondere unsere Bürger, organisiert in losen Zusammenschlüssen oder in Vereinen erhalten die Chance, ihre Region aktiv mitzugestalten – von der gemeinsamen Erarbeitung einer Entwicklungsstrategie bis hin zur konkreten Umsetzung ausgewählter Projekte. Menschen aus unserer Region können eigene Ideen einbringen und Vorhaben realisieren, die das Leben vor Ort verbessern und unsere Heimat zukunftsfähig machen. Und genau hier schließt sich der Kreis zu einem weiteren gemeinsamen Projekt, das zeigt, wie interkommunale Zusammenarbeit ganz praktisch aussehen kann.“
Böse Tage, gute Nachbarn
Frank Bender erinnerte aber auch an böse Tage und die aktive Nachbarschaftshilfe nach der Flut 2021: „Wir alle waren erschüttert darüber, welche zerstörerische Kraft ein vermeintlich kleiner Fluss wie die Ahr entfalten kann. Die Verbandsgemeinde Linz stellte finanzielle Soforthilfe bereit und mobilisierte weitere Geldmittel über einem Hilfsfonds, die gemeinsam mit Spenden der Verbandsgemeinde Unkel übergeben wurden. Darüber hinaus wurden Ferienwohnungen vermittelt, um Menschen über die kalte Jahreszeit hinweg unterzubringen. Wir boten die Aufnahme von Schülern sowie von Kita-Kindern an und standen logistisch und organisatorisch zur Seite, wo dies gewünscht und machbar war. Diese Solidarität war für uns selbstverständlich – weil wir Nachbarn sind. Und weil wir wissen: Der Rhein trennt nicht, er verbindet. Ich wünsche mir, dass wir diesen Geist der Zusammenarbeit weitertragen.“ – Beifall und Weinpräsent. GS
