Leserbrief zum Artikel „CDU stiftet zehn Hundekotbehälter“ aus Blick aktuell, Ausgabe Nr. 18/2014
Denkbar schlechtes Thema für den Wahlkampf
In den Zeiten des Wahlkampfs verbindet sich die Liebe zum Tier mit der Sauberkeitsliebe in wunderbarer Weise. Als Besitzerin von zwei Hunden sollte ich mich natürlich freuen, dass urplötzlich zehn Hundekotbehälter gespendet wurden. Nur: Der Bravour, mit welcher die CDU das Ergebnis präsentiert, muss man doch mit großer Skepsis begegnen.
In Ausflugszentren und Parks halte ich Hundekotbehälter für absolut sinnvoll. Aber in der Rheinbacher Innenstadt? Hat es denn einen verbindlichen Ratsbeschluss dazu gegeben? Ist durchgerechnet worden, wie hoch die Kosten für die Leerung der Behälter sind?
Nichts wäre ekliger und kontraproduktiver, als wenn die Behälter bei wärmerem Wetter für Hygiene-Mängel und Ärgernis sorgten. Fraglich erscheint mir auch, ob die Nicht-Hundebesitzer einfach bereit dazu sind, die Entsorgung der Hundehaufen-Behälter mit ihren kommunalen Steuern mitzufinanzieren.
Für mich persönlich gilt: Jeder Hundehalter ist dazu verpflichtet, den Kot selbst zu entsorgen. Mit Plastiktüten klappt dies mit gutem Willen, in puncto Sauberkeit der Bürgersteige und Wege, durchaus.
Die Spendenaktion könnte diese Pflicht unterstützen, mehr auch nicht. Optimal ist es, wenn die Tüten dann privat in der eigenen Restmülltonne landen. Man bedenke doch: das Thema „Hund in der Stadt“ ist mit sehr viel Emotion besetzt und wird es auch immer bleiben. Für einen Wahlkampf eignet es sich denkbar schlecht.
Ingrid Schormann,
Rheinbach
