Politik | 04.08.2017

Saisonbedingt mehr Arbeitslose im Landkreis Ahrweiler

Der Arbeitsmarkt rutscht ins „kleine Sommerloch“

Kreis Ahrweiler. Wie erwartet ist der Arbeitsmarkt im Landkreis Ahrweiler im Juli ins „kleine Sommerloch“ gefallen. So steigt die Zahl der Arbeitslosen zum Monatsende um 121 auf 2.554 an. Die Arbeitslosenquote klettert von 3,6 auf 3,7 Prozent. Vor einem Jahr waren 104 Menschen weniger arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 3,8 Prozent. Vor allem Schul- und Ausbildungsende vieler junger Menschen sind Gründe für die im Sommer regelmäßig ansteigende Arbeitslosigkeit. Viele derer, die nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden, finden häufig erst nach der Sommerpause eine Anschlussbeschäftigung oder können erst im Herbst mit weiterführenden schulischen Ausbildungen beginnen und melden sich solange arbeitslos. „Deshalb steigen die Arbeitslosenzahlen in jedem Sommer saisonbedingt leicht an, gehen aber im September und Oktober wieder deutlich zurück“, erklärt Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. So sei es keine Überraschung, dass der größte Zuwachs an Arbeitslosen in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen zu finden sei, wo die Zahl um 80 auf 316 anstieg. Sorgen macht sich die Leiterin der Arbeitsagentur um diese jungen Leute allerdings nicht. „Sie sind gut ausgebildet und am Arbeitsmarkt deshalb gefragte Kräfte. Damit haben sie die besten Chancen, ihre berufliche Laufbahn, ohne größere Unterbrechung fortzusetzen.“ Die aktuelle Nachfrage am Stellenmarkt mit einem Zugang von 287 offenen Stellen in den vergangenen vier Wochen bestärkt Mohrs in dieser Einschätzung. Insgesamt registriert der Arbeitsgeberservice für den Ahrkreis damit derzeit 932 Stellenangebote – 206 mehr als im Jahr zuvor. Differenziert man nach den Rechtskreisen des Sozialgesetzbuches (SGB), schlägt der kurzfristige Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem in der Versichertengemeinschaft des SGB III zu Buche, also bei jenen Menschen, die in der Regel noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind. Dort stieg die Zahl seit Ende Juni um 103 auf nun 1.120. Vor einem Jahr wurden in diesem Rechtskreis 129 Arbeitslose weniger gezählt. In der Grundsicherung nach SGB II, also bei den so genannten Hartz IV-Empfängern, stiegen die Werte in den vergangenen vier Wochen dagegen nur um 18 auf nun 1.434 an. Im Jahr zuvor waren noch 25 Menschen mehr arbeitslos gemeldet.

Zwei wichtige Faktoren

Zwei Faktoren spielen bei der unterschiedlichen Entwicklung in den Rechtskreisen eine Rolle. Einerseits schlägt sich die vorübergehende Arbeitslosigkeit der jungen Leute überwiegend im SGB III nieder, andererseits wirkt aber auch immer noch eine rechtliche Änderung seit Jahresbeginn nach: Die sogenannten Aufstocker, deren Arbeitslosengeld I-Anspruch so niedrig ist, dass sie zusätzlich Grundsicherung beziehen, werden seit Januar nicht mehr dem SGB II, sondern dem SGB III zugeordnet. Dies führt zwar zu einer Verschiebung von einem in den anderen Rechtskreis, wirkt sich jedoch auf die Gesamtzahl der Arbeitslosen nicht aus. Die meisten neuen Ausbildungsverhältnisse starten ab September. Gut fünf Wochen vor dem offiziellen Beginn des Ausbildungsjahres registriert die Agentur-Statistik noch 278 unbesetzte Lehrstellen im Landkreis Ahrweiler. Ihnen stehen – zumindest theoretisch – 231 unversorgte Bewerber gegenüber. Tatsächlich melden sich in diesen Tagen aber noch viele junge Leute ab, die bislang einfach nicht daran gedacht hatten, der Arbeitsagentur mitzuteilen, dass sie längst einen Ausbildungs- oder Studienplatz gefunden haben. „So gehen wir auch in diesem Jahr davon aus, dass wir am Ende mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unversorgte Bewerber übrig haben werden“, glaubt Ulrike Mohrs. Noch gebe es allerdings für beide Seiten viele Chancen. „Wer einen Ausbildungsplatz oder Nachwuchskräfte sucht, sollte sich spätestens jetzt mit uns in Verbindung setzen. Wir bringen dann diejenigen zusammen, die zueinander passen.“

Pressemitteilung Bundesagentur

für Arbeit Koblenz-Mayen

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