Politik | 31.03.2021

Kreis Neuwied: Expertenkommission befasste sich mit möglichen zukünftigen Engpässen in der Gesundheitsversorgung

„Der Schlüssel liegt in der Vernetzung“

Landrat Hallerbach diskutierte digital unterstützte Patientenautonomie durch stärkeren intersektoralen Austausch im Gesundheitswesen

Der Landkreis Neuwied hat eine Expertenkommission einberufen, die sich mit möglichen zukünftigen Engpässen in der Gesundheitsversorgung befasst. Landrat Achim Hallerbach, Martina Thelen und Dr. Olaf Gaus sind sich einig darüber, dass man mit dem regionalen Forschungs- und Entwicklungsansatz „Digital unterstützte Patientenautonomie durch intersektorale Vernetzung“ einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Kreis Neuwied und darüber hinaus erreichen könnte.Foto: Kreis

Kreis Neuwied. Der Landkreis Neuwied hat eine Expertenkommission einberufen, die sich mit möglichen zukünftigen Engpässen in der Gesundheitsversorgung befasst. Auf Grundlage der demografischen Entwicklung sowie des anhaltenden urbanen Trends ist zu befürchten, dass in den kommenden Jahren die Hälfte der niedergelassenen Hausarztpraxen auf dem Land nicht erhalten bleiben können, ebenso wie kleinere Krankenhäuser. Durch eine Vernetzung der Gesundheitsakteure und mit Hilfe digitaler Unterstützungsmöglichkeiten sollen Lösungen entwickelt werden, die auf eine Optimierung des Einsatzes vorhandener Ressourcen abstellen. Anhand der Projektstudie „Patient -Focused Care – Digital unterstützte Patientenautonomie durch intersektorale Vernetzung“ im Rahmen der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen könnten Handlungsempfehlungen für die Region erarbeitet und anschließend in einem Entwicklungsprojekt umgesetzt werden.

„Der Schlüssel liegt in der Vernetzung“, sagte der Neuwieder Landrat Achim Hallerbach in dem gemeinsamen Gespräch mit Dr. Olaf Gaus, Projektleiter der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ (DMGD), und Martina Thelen, Geschäftsstellenleiterin des Gesundheitsregion KölnBonn e. V., die die Zusammenkunft des Kreises, der Universität und dem Gesundheitsnetzwerk forciert hatte. Aufgrund finanziell kritischer Lagen werden immer mehr ländliche Krankenhäuser, die der Grundversorgung dienen, geschlossen. Gerade die Pandemie habe aber gezeigt, dass der Erhalt dieser Einrichtungen wichtig ist, erklärte Hallerbach und ergänzte: „Krankenhäuser wie Linz, Dierdorf und Asbach bieten eine gute Grundversorgung und werden gebraucht. Hier müssen wir die Vernetzung stärken, gerade im Bezug zu Pflegeeinrichtungen“. Dr. Olaf Gaus stimmte dem zu und äußerte sich darüber, dass man der Initiative „Virtuelles Krankenhaus“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen entgegenkommen wolle. In dem von ihm vorgestellten Konzept geht es darum, die insgesamt ständig wachsenden Ressourcenbedarfe im Gesundheitswesen durch intelligente, digitale Kommunikations- und Informationsstrukturen effizient miteinander zu verbinden. Gerade in der häuslichen Versorgung stößt man schnell an Versorgungsgrenzen und daher sei es wichtig, digitale Kommunikations- und Informationsstrukturen intersektoral einzusetzen, um mit den zu Pflegenden, den Patienten und Bürgern eine hohe Akzeptanz des Ansatzes durch die Realisierung weiterer Versorgungsnutzen zu erreichen.

In einer einjährigen wissenschaftlichen Studie „Patient-Focused Care – Digital unterstützte Patientenautonomie durch intersektorale Vernetzung“ würde untersucht werden, wie Lösungswege zur optimierten Vernetzung auf der Grundlage eines „Care@Home-Prinzips“ aussehen könnten. Durch Interviews und Workshops mit verschiedenen Akteuren, wie z. B. Hausärzten, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen aber auch Patienten und Bürgern, sollen Akzeptanzfragen geklärt und fachliche sowie technische Bedarfe ermittelt werden. Möglichkeiten der Umsetzung würden auf Grundlage der Studie anschließend in einem Entwicklungsprojekt vor Ort erprobt werden.

„Die Wertschöpfung muss in der Region bleiben und auch Unternehmen können in einem solchen Projekt unterstützend mitwirken“, motivierte der Landrat eine weitere Perspektive der Gesundheitsentwicklung im Kreis. Er betonte die Bedeutung der Verknüpfung verschiedener Akteure, wodurch mehr Strahlkraft über die Grenzen des Kreises hinaus erzeugt würde. Vor diesem Hintergrund, so Hallerbach, wäre es aus seiner Sicht vorteilhaft, die Gemeinschaftsinitiative „Wir Westerwälder“, welche durch die Landkreise Altenkirchen, Westerwaldkreis und Neuwied getragen wird, einzubinden. Der Kreis Altenkirchen ist bereits Kooperationspartner der Modellregion und hat die Studie „NäPa – Digitale Unterstützung von Nichtärztlichen PraxisassistentInnen für Hausbesuche bei PatientInnen im Kreis Altenkirchen“ abgeschlossen und plant derzeit ein Entwicklungsprojekt.

Martina Thelen und Landrat Hallerbach möchten sich im nächsten Schritt mit der Expertenkommission Neuwied und der Initiative „Wir Westerwälder“ beraten. Die diskutierte Studie „Patient-Focused Care“ mit dem Kreis Neuwied könnte – so derzeitige Überlegungen – gut in das Modellvorhaben „Smarte.Land.Regionen“ passen, welches vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert wird. Entsprechende Mittel vom Ministerium wurden dem Kreis bereits in Aussicht gestellt. Das Programm fördert Entwicklungen und Umsetzungen digitaler Lösungen im ländlichen Raum.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Neuwied

Der Landkreis Neuwied hat eine Expertenkommission einberufen, die sich mit möglichen zukünftigen Engpässen in der Gesundheitsversorgung befasst. Landrat Achim Hallerbach, Martina Thelen und Dr. Olaf Gaus sind sich einig darüber, dass man mit dem regionalen Forschungs- und Entwicklungsansatz „Digital unterstützte Patientenautonomie durch intersektorale Vernetzung“ einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Kreis Neuwied und darüber hinaus erreichen könnte.Foto: Kreis

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