Politik | 15.04.2021

Stellungnahme der Naturschutzinitative e. V. (NI):

Der Wolf ist zurück, um zu bleiben

MdB Erwin Rüddel ist auf der falschen Fährte und schießt über das Ziel hinaus

Der Wolf ist in sein angestammtes Territorium zurückgekehrt. Foto: NI

Region. „Die Rückkehr des Wolfes ist ein Gewinn für die biologische Vielfalt und das gesamte Ökosystem. Daher heißen wir den Wolf willkommen. Er ist, nachdem er im 19. Jahrhundert wie Luchs, Wildkatze, Fischotter und Biber gezielt ausgerottet wurde, wieder zurückgekommen, um zu bleiben“, erklärte Gabriele Neumann, Naturwissenschaftlerin und Projektleiterin Großkarnivoren des Umweltverbandes Naturschutzinitiative (NI).

„Das hat MdB Erwin Rüddel leider noch nicht verstanden. Anstatt sich an einer sachlichen Aufklärung zu beteiligen, schürt er weiter Angst und Panik. Das ist völlig unverantwortlich“, betonte Biologe Günter Hahn, Sprecher der Naturschutzinitiative e.V. (NI) und Wissenschaftlicher Beirat des Umweltverbandes.

Der Umweltverband NI kritisiert scharf die ständigen Forderungen des Abgeordneten zu einer „Regulierung“ des sogenannten Wolfsbestandes im Westerwald.

Seine ständigen Forderungen, den Westerwald oder einen der örtlichen Landkreise von Wölfen freizuhalten, ist bei einer weit wandernden Art wie dem Wolf gar nicht möglich. Im Grunde genommen fordert Herr Rüddel damit die erneute Ausrottung einer Wildtierart, was aufgrund des Schutzstatus des Wolfes rechtswidrig wäre. „Das erachten wir als ungeheuerlich, handelt es sich beim Wolf doch um eine nach bundesdeutschem und vor allem nach europäischem Recht streng geschützte FFH-Art, deren Erhaltungszustand sogar zu verbessern ist“, so Gabriele Neumann und Günter Hahn.

Erst Ende 2019 hat der Europäische Gerichtshof eindeutig klargestellt, unter welchen Voraussetzungen einzelne Wölfe überhaupt geschossen werden dürfen. Alle diese Voraussetzungen sind im ganzen Land Rheinland-Pfalz nicht erfüllt.

Rheinland-Pfalz verfügt über einen guten Wolf-Managementplan, der unter Einbeziehung vieler Akteure und auch der Weidetierhalter entwickelt wurde. Damit werden von Wolfsrissen betroffene Weidetierhalter unbürokratisch und schnell entschädigt.

Die erforderlichen Präventionsmaßnahmen müssten von den Tierhaltern natürlich auch umgesetzt werden, so der Umweltverband. „Eine ungeschützte Schafherde ist für den Wolf wie ein ‚Drive In‘: Einfacher geht es für ihn nicht“, erklärte Gabriele Neumann.

„Wir müssen uns als Menschen wieder daran gewöhnen, auch mit größeren Tieren zu leben, wie das in den meisten Ländern der Erde der Fall ist, und auf den heimischen Weiden Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wie es früher üblich war. Denn die Natur gehört nicht uns, wir sollten wieder neu lernen, mit der Natur und nicht gegen sie zu leben“, so Gabriele Neumann.

Auch die immer wiederkehrenden „Hochrechnungen“ von MdB Rüddel zur Entwicklung der Wolfsbestände in Deutschland sind völlig unrealistisch und zeugen von wenig wildbiologischer Sachkenntnis. Bei der Populationsstruktur des Wolfes und seiner beanspruchten Reviergröße von 200-250 km² je Rudel sind die von ihm genannten Zahlen überhaupt nicht möglich und rein populistisch motiviert, so der Verband.

„Die Forderungen nach Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht lehnen wir strikt ab und würden wir auch nicht akzeptieren. Denn der Wolf müsste als streng geschützte und FFH-Art mit einer ganzjährigen Schonzeit belegt werden, was alles noch komplizierter machen würde“, betonte Biologe Günter Hahn.

Dringender denn je ist es die Aufgabe der politisch Verantwortlichen, einen funktionierenden Biotopverbund zu schaffen, um die Lebensräume und Habitate miteinander zu vernetzen. Deutschland ist hierzu durch die Berner Konvention, die Natura 2000-Richtlinien und die Biodiversitätskonvention von Rio 1992 verpflichtet. Erst vor Kurzem hatte die EU Deutschland vor dem EuGH verklagt, weil es zu wenig für den Naturschutz tut.

Für dieses wichtige Ziel zum Erhalt und zur Förderung der Biologischen Vielfalt sollte sich Herr Rüddel engagieren und nicht die Ausrottung einer streng geschützten Art fordern.

„Die Rückkehr der Wölfe stellt sicher eine Herausforderung dar, aber wir werden lernen, mit dieser Facette der wilden Natur zu leben, so wie es auch in den anderen europäischen Ländern mit Wolfsvorkommen gelungen ist. Der Wolf ist nicht zurückgekommen, um erschossen zu werden, sondern um zu bleiben“, so Gabriele Neumann und Günter Hahn.

Pressemitteilung der

Naturschutzinitiative e. V.

Der Wolf ist in sein angestammtes Territorium zurückgekehrt. Foto: NI

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Kreishandwerkerschaft
Oster-Anzeige
Osterangebot
Stellenanzeige mehrere Stellen
Dauerauftrag 2026
Anzeige Lange Samstage
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
21

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2285

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
133

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Doppelseite PR/Anzeigen
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Ostergruß
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
First Friday Anzeige März
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Ostergrußanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Osteraktion
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige