VR Bank RheinAhrEifel investiert rund 21 Millionen Euro in das Bauprojekt in Mayen
„Die Entscheidung war nicht nur sinnvoll, sondern alternativlos“
In dem 4000 Quadratmeter großen Areal „Im Keutel“ und „Entenpfuhl“ entstehen ein Parkhaus mit 366 Stellplätzen und bis zu 47 Wohneinheiten
Mayen. Was lange währt, wird endlich gut: Nach zwölf langen Jahren könnte der Bau einer Hochgarage in der Mayener Innenstadt konkrete Gestalt annehmen. Die VR Bank RheinAhrEifel eG investiert rund 21 Millionen Euro in ein Bauprojekt zur Stärkung des städtischen Raums und der Wohnkultur. Es umfasst zwei Gebäude und deckt sowohl den Bedarf an Wohn- als auch an öffentlichem Parkraum in der Stadt ab. Dabei geht es um die Bebauung zentraler Grundstücke mit einer Fläche von 4000 Quadratmetern an den Straßen „Entenpfuhl“ und „Im Keutel“, auf denen sich derzeit eine öffentliche Parkfläche befindet. Das Konzept der Bank sieht vor, dort eine Wohnbebauung und ein öffentlich zugängliches Parkhaus mit 366 Stellplätzen zu errichten, das für Kurzzeit- und Dauerparker geeignet ist. Weiterhin entsteht in den nächsten zweieinhalb Jahren ein Wohnhaus mit bis zu 47 Einheiten auf 2200 Quadratmetern.
VR-Vorstand Markus Müller stellte am Mittwoch der vergangenen Woche zusammen mit Michael Hessel, dem Bereichsleiter Immobilien, die Entwurfsplanung in der Stadtratssitzung vor. Markante Elemente sind eine begrünte Fassade im „Entenpfuhl“ sowie eine Photovoltaik-Anlage auf dem obersten Parkdeck. Im Bereich „Im Keutel“ und damit in unmittelbarer Nähe zum künftigen Erholungsbereich „Wasserpförtchen“ entsteht ein sogenanntes Boardinghouse mit kleinen Appartements, die für Soldaten oder auch für Studierende geeignet sind. Mitten in der Stadt, ganz in der Nähe zur Nette, zur Brückenstraße und zur Marktstraße. „Das Projekt ist uns ein besonderes Anliegen. Hiermit für können wir den uns signalisierten Bedarf an Wohnraum sowie zentral gelegene Parkmöglichkeiten realisieren und somit zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt beitragen“, verdeutlichte Müller. „Wir wollen zeigen, dass E-Mobilität in der Innenstadt ihren Platz findet“, ergänzte Hessel. Gedacht ist daran, außen am Parkhaus eine Kurzparkerzone für zwölf Fahrzeuge einzurichten, an der E-Autos aufgeladen werden könnten. „Wir schauen nicht immer auf den Euro, sondern wir wollen, dass sich alles architektonisch harmonisch und ökologisch ins Stadtbild eingliedert.“
Die Stadt Mayen spart damit viele Millionen, die sie sonst selbst hätte investieren müssen. „Auch mit Fördergeldern aus dem Sanierungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz wäre das ein großer Betrag gewesen. Die eingesparten Fördergelder setzen wir an anderer Stelle im Sanierungsgebiet ein“, konnte Oberbürgermeister Dirk Meid (SPD) aufatmen. „Die Entscheidung war nicht nur sinnvoll, sondern alternativlos.“
Das sah der CDU-Fraktionschef ähnlich. „Seit zwölf Jahren doktern wir am Projekt Großgarage herum, dies hat jetzt wohl kaum einer mehr erwartet. Es ist ein tolles Objekt“, meinte Christoph Rosenbaum. Seine Skepsis habe er überwunden, so SPD-Fraktionschef Helmut Sondermann. „Das vorliegende Konzept bietet für viele Fragestellungen Lösungen, es belebt den Wohnungsmarkt und entlastet den städtischen Haushalt. Die Umsetzung ist beeindruckend.“
Auch von den Grünen gab es keinerlei Widerspruch. „Es ist an der Zeit, an dieser Ecke, die jahrzehntelang ein Schandfleck war, ein solches Projekt auf den Weg zu bringen“, so Matthias Kaißling. Ebenso überzeugt vom Entwurf zeigte sich Ekkehard Raab. Er als FDP-Fraktionschef müsse vor allem zustimmen, da die Stadt kein Kostenrisiko mehr hat. Für Walter Scharbach von der AfD ist das Projekt eine Bereicherung für die Innenstadt, dem „Leerstand in der Fußgängerzone“ könnte entgegengewirkt werden. Auch Suchfahrten zum Parkplatz würden entfallen. FWM-Fraktionschef Hans Georg Schönberg sah einen „riesengroßen Bauklotz“ auf die Stadt zukommen: „Diese Hochgarage rettet die Innenstadt nicht mehr.“ Außer Schönberg stimmte nur noch sein Fraktionskollege Michael Helsper mit Nein, Markus Esper (ebenfalls FWM) enthielt sich der Stimme. Die restlichen 28 anwesenden Stadträte stimmten mit Ja. Die Planung und die Umsetzung des Millionenprojekts kann von der VR RheinAhrEifel eG also fortgeführt werden.
In zweieinhalb Jahren soll dieser Schandfleck in der Straße „Im Keutel“ der Vergangenheit angehören.
Quelle: VR Bank RheinAhrEifel eG
