Gedenken auf dem jüdischen Friedhof an die Opfer des Nationalsozialismus
„Die Erinnerung darf nicht enden“
Swisttal-Heimerzheim. Nur noch wenige Gräber erinnern daran, dass einst auch in Swisttal, insbesondere in den früheren selbstständigen Gemeinden Dünstekoven und Heimerzheim, jüdische Familien gelebt haben. Deportiert, zum größten Teil getötet, ermordet. Auf Anregung der Landtagsabgeordneten Ilka von Boeselager versammeln sich seit Jahren Vertreter des öffentlichen Lebens und Swisttaler Bürgerinnen und Bürger auf diesem alten Friedhof, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. An diesem Tag vor nunmehr 69 Jahren, 1945 im letzten Jahr des 2. Weltkrieges, befreiten Truppen der Roten Armee auf ihrem Vormarsch nach Berlin die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Das KZ Auschwitz-Birkenau steht symbolhaft für den Völkermord und die Millionen Opfer des Nazi-Regimes. Altbundespräsident Roman Herzog hat in seiner Amtszeit den 27. Januar als Tag des nationalen Gedenkens festgelegt. „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen“, führte er in seiner Proklamation aus. An öffentlichen Gebäuden wird halbmast geflaggt und so wie im Deutschen Bundestag wird landesweit auf diese Verbrechen hingewiesen. Bürgermeister Eckhard Maack konnte zu der Gedenkstunde neben Ilka von Boeselager auch die Kreistagsabgeordnete Brigitte Donie, Vizebürgermeister Manfred Lütz, Pfarrerin Claudia Müller-Bück sowie die Ortsvorsteher Hermann Leuning und Elisabeth Kümpel begrüßen. Besonders freute den Bürgermeister, dass von der Georg-von-Boeselager-Schule wieder Schülerinnen aus der Klasse 10a Realschule mit ihrem Lehrer Zeljko Kostadinovic an der Gedenkfeier teilnahmen. „Der Tag erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus“, so Bürgermeister Eckhard Maack, „Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.“ Auch Ilka von Boeselager erinnerte daran, zu was Menschen in besonderen Situationen fähig sind, die Nachrichten zeigen auch heute noch täglich grausame Bilder misshandelter und getöteter Menschen. „Umso wichtiger ist es, die Erinnerung an das Geschehene wach zu halten.“ Mit dem Gedicht „Ich setze auf die Liebe“ von Hanns Dieter Hüsch drückten die Schülerinnen Alexa, Lisa und Celina ihre Gefühle zu dem Gedenktag aus. Ihre Klassenkameradin Kathi trug einen selbst verfassten Text vor, indem sie darauf einging, dass Freiheit und Leben in Frieden nicht selbstverständlich sind, dass jeder dazu beitragen muss, diese kostbaren Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft, in der die Menschenwürde geachtet wird, zu bewahren. Wenn der Gedenktag am 27. Januar dazu beträgt, sei schon viel gewonnen. Zum Ende der Gedenkstunde legten die Schülerinnen rote und weiße Rosen auf die Gräber.
Am Ende der Veranstaltung legten Schülerinnen Rosen auf die Gräber.
