Politik | 28.05.2024

Grüne diskutieren mit Förstern über den Wald

Die Fichte stirbt, die Buche kränkel

Konzentrierte Gesichter beim Vortrag von Jens Marx über den Privatwald. Vorne Jürgen Wagner Förster a.D. Foto: Claudia Schmitz

Adenau.Die Grünen haben eingeladen zum Thema: Die Zukunft und die Wirtschaft des Waldes. „Vor 200 Jahren war die Eifel kahl,“ so begann Jürgen Wagner Förster a.D. seinen Vortrag, „heute ist Rheinland-Pfalz 42 Prozent bewaldet, die Regionen um Adenau und Altenahr haben einem Waldanteil von 60 bis 70 Prozent, davon etwa 40 Prozent Privatwald, oft kleinparzelliert und hier liegt das Problem.

Die wirtschaftliche Bedeutung: Der Cluster Holz ist nach der Chemie der zweitgrößte Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz mit rund 50.000 Arbeitsplätzen. Jens Marx, der zweite Referent, ist Geschäftsführer des Waldbauverein Ahrweiler und ebenfalls Förster und Berater für Privatwaldbesitzer im Forstamt Adenau. „Es gibt vier größere Sägewerke in der Region, die meist nur Nadelholz verarbeiten. Der Borkenkäfer hat das Angebot an Fichtenholz erhöht, das drückte zeitweise stark die Preise.“ Andernorts ist die Fichte weitestgehend „ausverkauft“, deshalb kaufen Sägewerke z.B. aus dem Westerwald jetzt in der Eifel ein, wie lange noch?

Um die Gesundheit der Wälder steht es schlecht, 85 Prozent sind geschädigt, die Klimaerwärmung verstärkt das noch. Die Fichtenwälder sind anfällig für den Borkenkäfer. Gesunde Wälder haben eine Mischung verschiedener Baumarten und Altersklassen. „Das Gesetz sagt: es besteht die Verpflichtung zur nachhaltigen Bewirtschaftung und Wiederaufforstung,“ so Jens Marx. Verjüngung ist die Maxime, aber Schalenwild (vor allem Rot- und Rehwild) verursacht große Schäden an den jungen Laubbäumen. Es muss mehr gejagt werden, um die natürliche Waldverjüngung zu fördern und Anpflanzungen zu sichern. „Eine Lösung: Die Waldbesitzer (Jagdgenossenschaften) können die Jagdpachtverträge entsprechend anpassen oder kündigen, um waldverträgliche Wilddichte zu erreichen. Dazu bräuchte es nicht unbedingt eine Änderung des Jagdgesetzes, sondern eine konsequente Umsetzung des bestehenden Gesetzes“, so Claudia Schmitz, Geschäftsführerin der Grünen in Adenau, „der Wald muss sich wehren, wo bleiben die Waldbauern?“

Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen

Ortsverband Adenau

Konzentrierte Gesichter beim Vortrag von Jens Marx über den Privatwald. Vorne Jürgen Wagner Förster a.D. Foto: Claudia Schmitz

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