Politik | 13.11.2023

Bürgermeister Frank Becker gedenkt in der Ratssitzung der Pogrome von 1938

„Die Terrorherrschaft der Nazis war der Zivilisationsbruch“

Linz. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Linz am Rhein, Frank Becker, hat unmittelbar vor Eintritt in die Tagesordnung der VG-Ratssitzung am 9. November der Juden-Pogrome des Jahres 1938 gedacht. Eine „normale Ratssitzung an diesem 9. November“, so Becker, sei nicht möglich, ohne an die Judenverfolgung zu erinnern.

Bedauern und Entsetzen reichten nicht aus angesichts des Leids dieser Tage. Der 7. Oktober dieses Jahres habe nicht nur Israel verändert. Er stelle „auch jeden Einzelnen von uns vor die Frage: Wie halten wir es mit Israel, mit den Juden, mit dem Antisemitismus?“ Becker beantwortet die Frage selbst: „Wir Deutsche haben eine Verpflichtung gegenüber dem Staat Israel“, erklärte er und verwies auf die ehemalige Linzer Synagoge, „die sich keine fünf Minuten von hier (dem Ratssaal, d.Red.) befand.“

„Jüdische Mitbürger sind entrechtet und auch vernichtet worden“

Dort, so der Bürgermeister weiter, „sind jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft überfallen, geschlagen, verjagt, entrechtet – und später umgebracht und vernichtet worden.“ Becker bezeichnete die Terrorherrschaft der Nazis als „Zivilisationsbruch“.

Schweigeminute als Zeichen gegen jede Form des Judenhasses

Aller Opfer dieser Auseinandersetzung müsse man gedenken, betonte der Bürgermeister.

Aber: „Heute und hier gedenken wir der Opfer des Massakers durch die Terrororganisation Hamas, die Menschen vieler unterschiedlicher Nationen, unterschiedlicher Religionen, unterschiedlichen Alters abgeschlachtet hat – so viele an einem Tag wie seit der Shoa nicht mehr.“

Er bat den Rat der Verbandsgemeinde, sich zu einer Schweigeminute zu erheben und damit ein Zeichen zu setzen gegen „jede Form des Judenhasses und des Antisemitismus“.

Pressemitteilung VG Linz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
14.11.202322:40 Uhr
K. Schmidt

Es wird in der nächsten Zeit vieles davon abhängen, wieviel "aber" man zulässt. Heute kam in den Nachrichten, es wären im Gaza-Streifen inzwischen schon über 100 UN-Mitarbeiter durch israelische Kampfhandlungen getötet worden. Ist das auch Teil der Verpflichtung gegenüber dem Staat Israel? Und wie weit geht diese Verpflichtung gegenüber den Zivilopfern unter den Palästinensern? Und wenn man solche Fragen stellt, muss man dann irgendeinen Kontext zu Antisemitismus zulassen, oder darf man da auch als Deutscher differenzierter denken?

14.11.202308:15 Uhr
Amir Samed

Auschwitz, Majdanek und Treblinka sind Geschichte. Die Kibbuzim und Grenzdörfer Beeri, Nachal Oz und Kfar Aza sind Gegenwart, aktuell un dzeugen von brutalster Gewalt. Und während, vor allem aus der Bundesregierung, Lippenbekenntnisse zu Israel immer mit einem "aber" verbunden sind, toben tausende auf unseren Straßen, beschimpfen Israel, faseln von Völkermord. Nun ist ersichtlich, dass all das Gerede von "Nie wieder" nichts Wert ist.

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Holz Loth-Entsorgung
Kreishandwerkerschaft
Container Anzeige
First Friday Anzeige März
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Titelanzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
21

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2281

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
133

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titel
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Anlagenmechaniker
Ostergruß
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige
Osteraktion
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in