Politik | 26.06.2018

Dr. Norbert Röttgen im Gespräch mit jungen Stipendiaten aus den Vereinigten Staaten

Die USA – das ist viel mehr als Trump

Austauschschüler nahmen am Parlamentarischen Patenschafts-Programm teil

Dr. Norbert Röttgen traf sich mit drei amerikanischen ppp-Stipendiaten.Norbert Röttgen

Königswinter. „Die USA, die deutsch-amerikanische Freundschaft – das ist viel mehr als Trump und seine Politik.“ Dies deutlich zu machen, war Norbert Röttgen ebenso wichtig wie den drei jungen Stipendiaten aus den Vereinigten Staaten, die im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms ein Jahr in Deutschland verbracht haben.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses hatte Lauryn aus Georgia, Florencio aus Washington und Dalton aus Kentucky kurz vor ihrem Rückflug noch zu einem Gespräch eingeladen. „Wir hatten bei einem Besuch der jungen Amerikaner in Berlin Gelegenheit, miteinander zu sprechen“, so Röttgen. „Das Gespräch war so interessant, dass es mir wichtig war, es fortzusetzen.“

Einige Überraschungen erlebt

Darüber freuten sich auch die drei Austauschschüler, die ein erlebnisreiches Jahr hinter sich haben, in dem sie die deutsche Sprache gelernt, viel über Deutschland erfahren und auch einige Überraschungen erlebt haben.

Die größten Überraschungen für die drei: „Dass die Deutschen so viele Kartoffeln essen. Und dass es so viele Ferien gibt.“

Dalton, der völlig ohne Deutschkenntnisse in das Jahr startete und sich heute wie auch die beiden anderen fließend unterhalten kann, war in seiner Heimat mit der Überzeugung abgereist, er habe eine Idee von Deutschland. Heute stellt er fest: „Das stimmte nicht. Was ich im Kopf hatte, waren nur Stereotype.“

In Amerika spielt Deutschland kaum eine Rolle

Welche das waren, darüber ist er sich mit Lauryn und Florencio schnell einig: Deutschland, das waren für die jungen Amerikaner vor ihrer Ankunft in ihren Gastfamilien eine starke Wirtschaft und viele Regeln, die man einhalten muss. In Amerika spiele Deutschland in den Medien und in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle, sodass man wenig Gelegenheit habe, sich ein differenziertes Bild zu machen. Das Fazit nach einem Jahr: „Die Deutschen sind viel lockerer, als wir dachten.“ Dazu beigetragen hat sicher auch der rheinische Karneval, der für alle drei neben Weihnachten ein Höhepunkt des Jahres war.

Politische Unterschiede

Welche Unterschiede sie politisch zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland sähen, wollte Norbert Röttgen wissen. Als Antwort erhielt er überraschend klare Statements: Die Politik in Amerika sei viel stärker polarisierend als in Deutschland, diskutiert werde – auch in der Gesellschaft – viel konfrontativer. Das Lagerdenken sei wesentlich ausgeprägter. Und es sei viel schwieriger, „in der Mitte zu bleiben, beide Seiten zu sehen“. Dies werde auch in den Medien deutlich. In Deutschland hätten sie ihre politische Meinung nicht geändert, aber gelernt, toleranter zu sein, andere Meinungen stärker zu respektieren, waren sich die drei einig.

Während Lauryn ihre berufliche Zukunft im Bereich von Kunst und Kultur sieht, könnten sich Dalton und Florencio (der zunächst zum Militär gehen möchte) vorstellen, Politiker zu werden. Worin sie ihre Aufgabe dann sehen, macht Hoffnung und Mut: „Wir müssen unsere Probleme in Amerika lösen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir Partner in der Welt haben.“

Als Abschluss des Gesprächs möchte Norbert Röttgen noch wissen, was für sie persönlich das Jahr in Deutschland gebracht hat und ob sie das Parlamentarische Patenschafts-Programm weiterempfehlen würden. Die Antwort darauf ist ein überzeugtes Ja. Und das Fazit: „Das Jahr in Deutschland hat uns Antwort gegeben auf die Fragen, woher wir kommen, wo wir sind und wo wir hinwollen. Wir wissen jetzt mehr über Deutschland, mehr über die USA und mehr über uns selbst.“ Schöner kann man es nicht ausdrücken. Pressemitteilung

Dr. Norbert Röttgen

Dr. Norbert Röttgen traf sich mit drei amerikanischen ppp-Stipendiaten. Foto: Norbert Röttgen

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