Politik | 08.10.2013

CDU Rheinbach

„Die politischen Lager lösen sich auf“

Stern-Journalist Jörges referierte beim Herbstempfang

Rheinbach. Mit Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des Magazins „Stern“ und bekannt für seine pointiert wie wortgewaltig vorgetragenen Analysen zum politischen Geschehen, hatte die CDU Rheinbach einen Vertreter aus der „Champions League des Politjournalismus“ (Silke Josten-Schneider) als Gastredner zu ihrem diesjährigen Herbstempfang anlässlich des Tages der Deutschen Einheit geladen.

Jörges enttäuschte die Erwartungen der 150 Besucher im Rheinbacher Ratssaal - darunter die CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen und Elisabeth Winkelmeier-Becker, Staatssekretär Jürgen Becker, Vizelandrat Rolf Bausch, die Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager und zahlreiche Kommunalpolitiker aus Rheinbach und den Nachbargemeinden – nicht und fesselte sie mit seinen Ausführungen zur aktuellen politischen Lage nach der Bundestagswahl und zur künftigen Entwicklung der Medienlandschaft in Deutschland.

„Die politischen Lager lösen sich auf“, war die Kernthese in Jörges Vortrag. In Zukunft werde nahezu jeder mit jedem zu Koalitionen bereit sein. Die SPD werde nicht länger vor Koalitionen mit den Linken zurückschrecken. Eine möglicherweise wiedererstarkte FDP werde künftig nicht mehr einseitig auf die Union als Koalitionspartner festgelegt sein. Dafür würden sich die Grünen der CDU annähern. Die sogenannte „Pizza-Connection“ junger Abgeordneter von Union und Grünen, zu denen auch Norbert Röttgen zähle, habe dafür erste Grundlagen gelegt. Allerdings glaubt Jörges noch nicht an die schwarz-grüne Koalition zum jetzigen Zeitpunkt. Viel wahrscheinlicher sei für ihn dagegen eine Wiederauflage der Großen Koalition als eine „Reparatur-Koalition“, die die bestehenden Probleme in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik angehen werde.

Jörges wagte auch einen Blick auf die nächsten Wahlen 2017. So geht er davon aus, dass Angela Merkel nicht wieder als Kanzlerin kandidieren werde. Bereits vorher werde sie das Amt an Ursula von der Leyen übergeben. Diese hätte ihrer Partei zwar manches zugemutet und sei daher an der Basis nicht sonderlich beliebt, aber das gehöre in der Politik mit dazu. Besonderes Lob erfuhr auch Norbert Röttgen, der für Jörges zu den intelligentesten deutschen Politikern zählt.

Begeistert zeigt sich Jörges auch vom neuen Papst Franziskus, der für ihn schon jetzt zu einer „Jahrhundertfigur“ geworden sei. Er bezeichnete ihn als einen echten Hoffnungsträger für viele Menschen. Jörges überraschte dabei mit einer persönlichen Erklärung. Sollten die von Franziskus vorangetriebenen Reformen in der katholischen Kirche weitergehen und auch das Priestertum für Frauen zulassen, werde er selbst der katholischen Kirche beitreten.

Mit Sorge erfüllt ihn dagegen die Einwicklung des eigenen Berufsstandes, des Journalismus. So befände sich die schreibende Zunft in einer Entwicklung, an deren Ende die Online-Medien die alten gedruckten Printmedien ablösen werden. Schon jetzt hätten bei jungen Menschen die Online-Medien die Meinungsführerschaft übernommen. Die Online-Journalisten seien aber bis heute finanziell deutlich schlechter gestellt und würden eine Form von „journalistischem Proletariat“ bilden. Das führe jedoch nicht nur zu persönlichen sozialen Problemen, sondern auch zu einer Verringerung der Meinungsvielfalt, da die meisten Online-Journalisten aufgrund ihrer sozialen Stellung politisch links orientiert seien. Auch den „Rudel-Journalismus“ im Fall Wulff beleuchtete Jörges höchst kritisch.Pressemitteilung

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