Leserbrief zu dem Artikel „CDU-Fraktion stiftet zehn Hundekotbehälter“ in Blick aktuell, Ausgabe Nr. 18/2014
Die schwarzen Ritter und die „Hinterlassenschaften“
Es war einmal im vergangenen Jahrhundert ein roter Ritter von Rheinbach, der entdeckte zum ersten Mal im sauberen Land Helvetia ein Kästlein, in das er die braune Hinterlassenschaft seines Hundes in einem schwarzen Säcklein versenken konnte. „Eine gute Idee“, dachte er und beantragte gleich nach seiner Rückkehr am 11. April 1997, dass man im Voreifelstädtchen auch solche Behältnisse aufstellen möge. „Zu teuer, da bei diesen Behältnissen nicht nur für deren Aufstellen Geld aus dem Stadtsäckel genommen werden muss, sondern auch fürs häufige Leeren. Schließlich muss die Arbeitskraft ja entlohnt werden. Antrag abgelehnt!“
Der rote Ritter hatte Verständnis für diese Einwände, es kann doch schließlich jeder Hundebesitzer selbst ein Säcklein mit sich führen, um den Hundekot aufzunehmen. Erstaunt rieb er sich aber die Augen, als er kürzlich sogar in Rheinbachs Pracht- und Wagenallee und andernorts die Kotkästlein entdeckte und selbst im Journal die abgelichteten schwarzen Ritter von Rheinbach sah, die sich mit ihrem Einsatz für ein sauberes Rheinbach brüsteten. Ob der Lohn der Arbeitskräfte in den letzten 16 Jahren wohl so gesunken sei, dass das Kästleinleeren inzwischen kostenlos ist, fragte er sich? Oder, dass gar die schwarzen Ritter dieses „Geschäft“ selbst erledigen? Unwahrscheinlich, dachte er. Er war wohl damals nur der falsche Antragsteller, der dem falschen Ritterorden angehörte? Möglich allerdings auch, dass in diesem schönen Städtchen alles länger dauert, vor allem wenn es von den roten Rittern angeregt wird, oder vielleicht auch nur, weil gerade die Wahl der neuen Ritterschaft ansteht. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!
Gert-Uwe Geerdts,
Rheinbach
