Ortsbeirat Ringen sorgt sich um Lastwagenfahrer
Dixieklos sollen Erleichterung bringen und Menschenwürde wahren
Außerdem soll die Ortsdurchfahrt von Beller möglichst bald ausgebaut werden – „Dreck-weg-Tag 2020“ ist am 21. März
Ringen. „Die Situation der Lastwagenfahrer im Innovationspark Rheinland ist mit der Menschenwürde nicht zu vereinbaren“, zeigte sich der Grafschafter Beigeordnete Ingo Derz (FWG) entsetzt. Zum wiederholten Male beschäftigte sich der Ortsbeirat Ringen mit dem Problem, dass die Brummifahrer, die im Innovationspark Rheinland Rast machen und oftmals auch übernachten, mangels Toiletten ihre menschlichen Hinterlassenschaften in der Landschaft entsorgen. Dagegen müsse unbedingt etwas getan werden, was sich der Ortsbeirat einig.
„Es besteht Handlungsbedarf, und der besteht darin, dort Toiletten aufzustellen“, war Ortsvorsteher Lothar Barth (FWG) überzeugt. Dabei reiche es durchaus, ein oder zwei Dixie-Toiletten mit Sichtschutz und Kippschutz aufzustellen, wie es bereits in einem Gewerbegebiet bei Euskirchen der Fall sei.
Das sei auch relativ preiswert und koste nur etwa 90 Euro pro Monat an Mietgebühr einschließlich Entsorgung. Deshalb solle die Gemeindeverwaltung prüfen, ob, und an welcher Stelle, es möglich sei, eine solche Miettoilette aufzustellen. „Der Ortsbeirat ist jedenfalls nicht mehr bereit, die Missstände im Innovationspark Rheinland weiter hinzunehmen.“ Barth gab zu, man sehe durchaus auch die Gefahr, dass man damit möglicherweise sogar noch weitere LKW-Fahrer von der nahegelegenen Autobahn anziehen könnte, „aber das Problem ist drängender und muss schnellstens gelöst werden.“
Straße ist in einem bedenklichen Zustand
Ein weiteres Problem soll ebenfalls möglichst bald behoben werden, nämlich die mitunter gefährliche Situation in der Ortsdurchfahrt von Beller. „Die Straße ist in einem bedenklichen Zustand“, so Barth.
Vor allem für Radfahrer sieht er eine starke Unfallgefahr, hinzu komme eine zunehmende Lärmbelästigung für die ohnehin schon durch den starken Verkehr gebeutelten Anwohner. Meist gebe es nur auf der einen Seite einen Bürgersteig, manchmal auch gar nicht, und eine Überquerung der Straße sei nur unter Lebensgefahr möglich. Hinzu komme, dass das Oberflächenwasser schlecht abgeführt werden könne, was zu tiefen Pfützen führe und außerdem dazu, dass das Wasser auf die Grundstücke der Anlieger führt – völlig inakzeptabel für den Ortsbeirat.
Deshalb sei der Ausbau der Ortsdurchfahrt dringend erforderlich. Im Zusammenhang mit dem ohnehin schon geplanten Ausbau der Heppinger Straße in Ringen im Zuge des Neubaus des Mehrgenerationenhauses mit Kindergarten von der Pfarrkirche bis zur Autobahnbrücke sieht man dafür gute Chancen. Deshalb sprach sich der Ortsbeirat einmütig dafür aus, dass sich die Gemeindeverwaltung beim Landesbetrieb Mobilität für einen schnellstmöglichen Ausbau der Ortsdurchfahrt einsetzen solle. Außerdem soll darauf hingewirkt werden, dass die Maßnahme im Ausbauprogramm des Landes möglichst bald aufgenommen wird. Bis dahin soll auf jeden Fall dafür gesorgt werden, dass die vorhandenen Straßenschäden schnellstens ausgebessert werden.
Zuvor hatte der Ortsbeirat einstimmig den „Dreck-weg-Tag 2020“ auf den 21. März festgelegt, dann trifft man sich ab 9 Uhr am Bürgerhaus, gegenüber dem Tennisheim soll ein Container aufgestellt werden, „und wir wünschen uns möglichst viele Teilnehmer, die mitmachen“, so Barth. Am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ will man in diesem Jahr allerdings nicht teilnehmen. JOST
