CDU-Landtagskandidat siegt im Wahlkreis 12 Mayen
Dr. Adolf Weiland gewinnt Wahlkreis erneut direkt
SPD-Kandidatin Martina Luig-Kaspari errung achtbares Ergebnis
Mayen. Am vergangenen Wochenende war der in vielerlei Hinsicht von den zahlreichen Wahlkämpfern mit Spannung erwartete Superwahlsonntag dann endlich gekommen, mit drei gleichzeitigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rhein-land-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Im heimischen rheinland-pfälzischen Landtagswahlkreis12 Mayen änderte sich insgesamt nicht viel. Lediglich die AfD gewann auf Anhieb 9,5 % der Landestimmen, womit sie deutlich unter dem Landesschnitt von 12,6 % blieb. Mit einem eigenen Wahlkreiskandidaten war die Partei nicht angetreten, obwohl der Landesvorsitzende Uwe Junge seinen Wohnsitz in Mertloch hat. Was schon kurz nach Schließung der Wahllokale und ersten Auszählungsergebnissen im Wahlkreis abzusehen war, wurde um 20.41 Uhr zum vorläufigen amtlichen Ergebnis: Der CDU-Wahlkreiskandidat Dr. Adolf Weiland gewinnt den Wahlkreis 12 Mayen mit geringen prozentualen Verlusten gegen-über 2011 erneut direkt. Bei der erfreulich auf 71 % gestiegenen Wahlbeteiligung errang die SPD-Kandidatin Martina Luig-Kaspari ein achtbares Ergebnis, konnte aber für ihre Partei nur in Höhe der christdemokratischen Verluste gegenüber der Wahl von 2011 hinzugewinnen.
Jubel über die erste Prognose des Landesergebnisses brandete im AWO-Seniorenzentrum Sterngarten auf, in dem die Sozialdemokraten die Ergebnisse und Analysen der Wahlen am Fernseher und mit ihren Smartphones verfolgten. Der prognostizierte Abstand zu den Christdemokraten war unvorhergesehen so groß, dass das große Wahlziel, ihre Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Amt zu behalten, in realistische Nähe gerückt war. Mehr als ein Jahr hatte Frau Luig-Kaspari mit den Mayener Genossen auf diesen Tag hingearbeitet, dabei viel Unterstützung erfahren und tolle Menschen kennengelernt. „Ich bin sehr stolz auf meine Partei“ freute sich die Frau Luig-Kaspari direkt nach der ersten Landesprognose und machte keinen Hehl daraus, dass ihr ausgewiesen konservativer Wahlkreis kaum für sie direkt zu gewinnen war. Auch Ehemann Willi Kaspari ist froh darüber, dass die stressige Zeit jetzt erst einmal vorbei ist und die Ehefrau und Mutter des gemeinsamen Sohnes Lukas jetzt wieder mehr Zeit für sie hat.
Wahlziel der CDU gescheitert
Rechte Freude konnte bei den Christdemokraten im Gasthaus Zur Mühle über das erneut gewonnene Direktmandat ihres „Adi“ nicht aufkommen, war doch schon mit der ersten TV-Prognose das wichtigste erklärte Wahlziel gescheitert, ihre Spitzenkandidatin Julia Klöckner zur neuen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin zu machen. Sicher eine bittere Pille, wenn man vor nicht allzu langer Zeit noch zweistellig in Führung gelegen hatte. „Wir haben jetzt keinen Anlass Trübsal zu blasen“ versuchte Mayens Bürgermeister Rolf Schumacher die niedergeschlagene Stimmung zu verbessern. Auch für altgediente CDU-Mitglieder wie Bernhard Mauel ist das sich immer deutlicher abzeichnende Wahlergebnis eine herbe Enttäuschung. „Mitten im Wahlkampf die Pferde zu wechseln und sich ohne Not von der Politik der Kanzlerin zu verabschieden war ein schwerer strategischer Fehler“ analysierte Bernhard Mauel und schaute gleich wieder nach vorne auf die kommende Landratswahl. Ebenso wurde in den Reihen der Mayener CDU schon über den kommenden Oberbürgermeisterkandidaten nach-gedacht, den man schon langsam aufbauen müsse.
Aber mit dem Sieg der Sozialdemokraten bei der Wahl ist es noch lange nicht getan. Weil die Grünen mit 5,3 % gerade so den erneuten Einzug in den Mainzer Landtag schafften, ist die Fortsetzung der bisherigen Rot-Grünen Koalition nicht ausreichend. Schwierige Koalitionsverhandlungen stehen ins Haus. So hat der Einzug der AfD in den Landtag eben doch einen erheblichen indirekten Einfluss auf die Regierungsbildung, selbst wenn die Partei in Rheinland-Pfalz mit 12,6 % nur das schlechteste Ergebnis der drei Landtagswahlen einfahren konnte. Möglicherweise zeigte hier die energische Weigerung von Ministerpräsidentin Dreyer im Wahlkampf eine Wirkung, der AfD keine gemeinsame Plattform zu bieten.
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