Wahlkreis 98
Dr. Norbert Röttgen verteidigt das Direktmandat trotz herber Verluste für die CDU
Der Rhein-Sieg-Kreis wird im kommenden Bundestag mit fünf Abgeordneten vertreten sein – Freidemokraten holen sich Platz zwei im Drachenfelser Ländchen
Rhein-Sieg-Kreis. Der Rhein-Sieg Kreis wird im kommenden Bundestag mit fünf Abgeordneten vertreten sein. Das ist das Ergebnis der Bundestagswahl vom vergangenen Sonntag, bei der die Christdemokraten beide Direktmandate verteidigen konnten. Neben den Wahlkreisgewinnern Dr. Norbert Röttgen und Elisabeth Winkelmeier-Becker schafften es auch Sebastian Hartmann (SPD), Nicole Westig (FDP) und Dr. Alexander S. Neu (Die Linke) über die jeweilige Landesliste nach Berlin.
Im überwiegend linksrheinischen Wahlkreis II holte Dr. Norbert Röttgen 46,5 Prozent der Erststimmen und damit mehr als doppelt so viel wie seine ärgste Verfolgerin Bettina Bähr-Losse (SPD), die auf 22,7 Prozent kam. Platz drei ging an Manfred Berchem (AfD) mit 8,4 Prozent vor Nicole Westig (FDP) mit 8,4 Prozent, Martin Metz (Grüne) mit 7,9 Prozent und Michael Droste (Die Linke), der auf 5,5 Prozent kam. Claus Plantico von der „Volksabstimmung“ musste sich mit 0,5 Prozent der Erststimmen begnügen. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,8 Prozent.
Dankbar für das Votum der Wähler
Dr. Norbert Röttgen (CDU) zeigte sich erleichtert über sein persönlich noch stabiles Ergebnis. Angesichts des Bundestrends müsse er mit dem Ergebnis zufrieden sein und sei auch dankbar für das Votum der Wähler. In den nächsten Jahren werde es auf die Sicherung der deutschen Grenzen ebenso ankommen wie darauf, die Zuwanderung unter Kontrolle zu bekommen und bei der Integration der Menschen Erfolge zu erzielen. Dabei dürften die Städte und Gemeinden nicht alleine gelassen werden.
Bettina Bähr-Losse (SPD), als Nachrückerin ein Jahr im Bundestag, hatte in dem traditionell „schwarzen“ Wahlkreis ohnehin keine wirkliche Chance auf den Wiedereinzug. Doch sie sei froh, den Bundestag kennengelernt zu haben, bevor die AfD dort einzog, denn das werde „bestimmt nicht spaßig.“ Der Hass gegen die etablierten Parteien, mit dem viele Menschen an ihre Infostände gekommen seien, habe sie schockiert. „Dagegen müssen die Parteien ein Gegenmittel finden“, meint Bähr-Losse. Die Entscheidung der SPD, in die Opposition zu gehen, findet die Rechtsanwältin richtig.
Nicole Westig möchte Sozialpolitik machen
Nicole Westig (FDP), die bisher bei der Diakonie in Köln gearbeitet hat, möchte im Bundestag vor allem Sozialpolitik machen: „Wir brauchen eine bessere Vergütung in der Pflege und mehr gesellschaftliche Anerkennung.“ Dafür werde sie sie einsetzen.
Martin Metz (Grüne) freute sich, dass seine Partei im Wahlkreis mit nur leichten Verlusten ungefähr das Ergebnis von 2013 halten konnte, obwohl es laut Umfragen zwischenzeitlich sehr schlecht ausgesehen habe. Eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen sieht er allerdings kritisch. Ob seine Partei in dieser Regierungskonstellation überhaupt mitmachen wolle, sei sehr fraglich. Er rechne mit einer lebhaften Diskussion innerhalb der Partei auf allen Ebenen. Zumal jenseits von Jamaika auch andere Konstellationen rechnerisch eine Mehrheit hätten.
AfD und Grüne fast gleichauf bei 8,8 Prozent
Bei den Zweitstimmen hatte die CDU ebenfalls wieder die Nase vorn im Rhein-Sieg Kreis II, mit allerdings nur noch 35,5 Prozent der Stimmen, was einem herben Verlust von 9,8 Prozentpunkten gleichkommt. Verloren hat auch die SPD, nämlich 4,3 Prozentpunkte, sie kam auf 20,0 Prozent. Mehr als verdoppeln konnte die FDP hingegen ihren Zweitstimmenanteil von 8,3 auf 17,4 Prozent, ein sattes Plus von 9,1 Prozentpunkten. Die Freidemokraten sicherten sich damit knapp hinter der SPD Platz drei im Wahlkreis. Etwa gleichauf folgten dann die AfD und die Grünen mit jeweils 8,8 Prozent. Bei der AfD bedeutet dies einen Zugewinn von 4,3 Prozentpunkten, bei den Grünen einen Rückgang um 0,1 Prozentpunkte. Auch Die Linke konnte um 1,2 Prozentpunkte zulegen auf nunmehr 6,4 Prozent. Alle anderen Parteien erhielten weniger als ein Prozent der Stimmen.
JOST
